aufgeilen

GrammatikVerb · geilt auf, geilte auf, hat aufgegeilt
Worttrennungauf-gei-len
Wortzerlegungauf-geilen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutungen

1.
jmd., etw. geilt jmdn. auf
jmd. geilt sich (an etw.) auf
jmdn., sich in geschlechtliche Erregung bringen
Beispiele:
Beim FKK ging es nicht darum, Männer aufzugeilen wie beim Striptease oder bei der Pornografie. [Bild, 11.08.2017]
Er träumt von hartem Sex und geilt sich an riskanten Termingeschäften auf. [Der Standard, 08.06.2012]
Ihr Mann geilt sich heimlich an Pornobildern im Internet auf und lässt sich nicht mehr auf sie ein. [Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2011]
Seit Monaten klappt es im Bett nicht mehr, trotz aufreizender Dessous, mit denen Marie Robert aufgeilen will. [Der Tagesspiegel, 24.04.2003]
Es wird ja geradezu so getan, als könnten Männer nicht eine Weile ohne Sex leben, als müßten sie ständig aufgegeilt werden. [Der Standard, 05.08.2002]
2.
jmd., etw. geilt jmdn. auf
jmd. geilt sich (an etw.) auf
jmdn., etw. in Ekstase, Aufruhr, einen geistig erregten Zustand versetzenQuelle: DWDS, 2019
Beispiele:
Das Feuilleton geilt sich an elitärem Zeug auf, es lobt Filme, die quälend langweilig sind, die keiner sehen will und die niemand mag, außer vielleicht die zehn Freunde des Regisseurs. [Welt am Sonntag, 27.11.2016, Nr. 48]
Probleme sind dazu da, gelöst zu werden, nicht um sich daran aufzugeilen. [Welt am Sonntag, 23.10.2011, Nr. 43]
Das sind nur Highschool-Arschlöcher. Die Welt ist voll davon. Die beliebten Kids, die sich daran aufgeilen, gemein und grausam zu sein. [»American Horror Story« Halloween: Part 2, 2011 (Filmuntertitel)]
»Wir müssen die Spieler in der Vorbereitung dahin kriegen, sich gegenseitig so anzustacheln und aufzugeilen, daß sie bereit sind, daß Letzte aus sich herauszuholen.« [Die Welt, 17.05.2006]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geil · geilen · aufgeilen · Geilheit
geil Adj. ‘lüstern, geschlechtlich erregt’, in heutiger Jugendsprache ‘schön, großartig, toll’, ahd. geil ‘übermütig, überheblich, erhoben’ (8. Jh.), mhd. mnd. geil(e) ‘von wilder Kraft, mutwillig, üppig, lustig, begierig’, asächs. gēl ‘fröhlich, übermütig’, mnl. gheil, gheel ‘fröhlich, üppig, lüstern’, nl. geil ‘wollüstig’, aengl. gāl ‘lustig, lüstern, stolz’ (germ. *gaila- ‘fröhlich, lüstern’) und (mit Suffix erweitert) anord. geiligr ‘schön’ gehören vielleicht wie ablautendes mnl. ghīlen, nl. (älter) gijlen ‘gären, schäumen’, anord. gilker ‘Gärbottich’ mit lit. gailùs ‘scharf, beißend, bitter, kläglich’ und aslaw. ẓělo, russ. zeló (зело) ‘sehr’ zu ie. *ghoilos ‘aufschäumend, heftig, übermütig, ausgelassen, lustig’. Der alte Sinn ‘übermütig, froh’ ist noch im 19. Jh. bezeugt; die heute vorherrschende Bedeutung entwickelt sich im Gegensatz zu ↗keusch (s. d.) deutlich seit dem 15. Jh.; vgl. ahd. geilī(n) ‘Hochmut, Überheblichkeit’ (8. Jh.), vereinzelt auch ‘Begierde, Fleischeslust’ (11. Jh.), mhd. geil(e) ‘Üppigkeit, Fröhlichkeit’, auch ‘Hoden’. geil ‘fruchtbar, üppig wachsend, wuchernd’ von Tieren und Pflanzen (15. Jh.) ist vom 19. Jh. an selten. Vom Adjektiv abgeleitet geilen Vb. ‘geil sein, nach etw. gierig sein’ (seit dem 16. Jh. geläufig), daneben jedoch in der alten Bedeutung ‘lustig, übermütig sein’ (gelegentlich bis ins 18. Jh.), entsprechend ahd. geilēn ‘stark, übermütig werden’ (8. Jh.), mhd. geilen ‘übermütig, ausgelassen sein, froh werden’, auch ‘froh machen’, vgl. got. gailjan ‘erfreuen’. aufgeilen Vb. reflexiv ‘sich sexuell erregen’ (20. Jh.). Geilheit f. ‘Zustand sexueller Erregung’, mhd. geilheit ‘Übermut, fröhliche Tapferkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anmachen · auf Touren bringen  ●  ↗(jemanden) erregen  Hauptform · ↗(jemanden) anspitzen  ugs. · ansexen  ugs. · anturnen  ugs. · ↗antörnen  ugs. · aufgeilen  ugs. · geil machen  derb · heißmachen  ugs. · ↗scharfmachen  ugs.
Assoziationen
  • Erotik · ↗Sinnlichkeit
  • (sich) (unter dem Tisch) mit den Füßen berühren · ↗füßeln
  • aufreizend gekleidet · freizügig angezogen (sein) · nicht mit Reizen geizen  ●  (tiefe) Einblicke gewähren  variabel
Synonymgruppe
(ein) schadenfrohes Grinsen aufsetzen · (eine) böse Freude haben (an) · (jemandem) eine Genugtuung sein · (sich) (an etwas) aufgeilen · (sich) weiden an · insgeheim frohlocken · schadenfroh sein  ●  (jemandem) ein innerer Reichsparteitag sein  veraltet · (sich) (die) Hände reiben  fig. · (sich) ins Fäustchen lachen  fig. · (jemandem) geht einer ab (bei)  derb · ↗(sich) (an etwas) hochziehen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (eine) große Genugtuung · mit (großer) Genugtuung erfüllen  ●  (ein) innerer Reichsparteitag  veraltend · (ein) innerer Vorbeimarsch  veraltend
  • Häme · boshaftes Vergnügen · diebische Freude  ●  ↗Schadenfreude  Hauptform · Schadensfreude  selten
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

daran geilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufgeilen‹.

Zitationshilfe
„aufgeilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufgeilen>, abgerufen am 22.07.2019.

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