aufgedunsen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungauf-ge-dun-sen
eWDG, 1967

Bedeutung

aufgeschwemmt
Beispiele:
sein Gesicht war vom vielen Trinken aufgedunsen
der Leib, Körper des Toten war aufgedunsen
er sah aufgedunsen aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aufgedunsen Part.adj. ‘geschwollen, aufgetrieben’ ist eine verdeutlichende Erweiterung des ebenfalls noch gebräuchlichen gleichbed. gedunsen. Dieses gehört als Part. Prät. zum Verb ahd. thinsan (9. Jh.; githinsan, 8. Jh.), mhd. frühnhd. dinsen ‘ziehen, schleppen’, das im Nhd., abgesehen von vereinzelten mundartlichen Vorkommen im Hess., untergegangen ist. Ein präfigiertes aufdinsen, aufdunsen ist nur sehr schwach für das 15. bis 18. Jh. bezeugt. Das Part.adj. schließt sich in seiner Bedeutung an die reflexive Verwendung mhd. sich dinsen ‘sich ausdehnen’ an. Eine germ. Entsprechung zu ahd. thinsan liegt in got. atþinsan ‘heranziehen’ vor. Für beide ist ie. *tens- vorauszusetzen, auf das sich auch lit. tę̃sti ‘durch Ziehen dehnen, recken, spannen, zögern’ und der Verbalstamm aind. taṁs- ‘bewegen, hin und her ziehen’ zurückführen lassen. Es handelt sich dabei wohl um eine Weiterbildung der Wurzel ie. *ten- ‘dehnen, ziehen, spannen’, auf der ↗dehnen (s. d.) beruht.

Thesaurus

Synonymgruppe
angeschwollen · aufgedunsen · aufgeschwemmt · aufgeschwollen · aufgetrieben · gedunsen · ↗geschwollen · ↗schwulstig · verquollen · ↗verschwollen  ●  ↗bamstig  ugs., österr. · ↗dostig  ugs., österr. · ↗verschwiemelt  ugs., norddeutsch
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Gesicht Haut Kopf Körper Leib Leiche Wasserleiche blass bleich dick entstellt fett wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufgedunsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damals habe er wie so viele diese aufgedunsene Haut gehabt.
Die Zeit, 15.11.2013, Nr. 46
Auf jüngeren Fotos ist er fast nicht wiederzuerkennen, so aufgedunsen war er.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.1999
So aufgedunsen konnte sie nun nicht mehr zum Pfefferberg zurückfahren.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 55
Sein Gesicht war in letzter Zeit noch aufgedunsener, seine Bewegungen fahriger.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 149
Daran schließt sich ein weit in das Wangengebiet reichender tiefer Geschwürskrater in aufgedunsenem Gewebe an.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 84
Zitationshilfe
„aufgedunsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufgedunsen>, abgerufen am 17.10.2019.

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