aufgabeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-ga-beln
Wortzerlegungauf-gabeln
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp jmdn., etw. auffischen
Beispiele:
wen, was hast du denn da wieder aufgegabelt?
wo der bloß immer die netten Mädels aufgabelt [DöblinAlexanderpl.186]
Wo hast du denn diese Weisheit aufgegabelt! [E. StraußSpiegel48]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabel · gabeln · Gabelung · aufgabeln · Gabelfrühstück · Gabelstapler · Gabler
Gabel f. ‘zwei- oder mehrzinkiges Gerät zum Essen und zum Heben und Wenden in der Landwirtschaft’, übertragen auf verschiedene Dinge, die einer Gabel ähnlich sind. Das westgerm. Wort ahd. gabala ‘zwei- oder mehrzinkige Gabel’ (9. Jh.), mhd. gabel(e), asächs. gaƀala, gaflia ‘Gabel’, mnd. gaffel(e) ‘große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke’, mnl. gaffel(e), gavel(e), nl. gaffel ‘Heu-, Mistgabel’ (s. ↗Gaffel), aengl. gafol, geafol ‘Gabel, Forke’ (germ. *gablō) führt mit den kelt. Verwandten air. gabul ‘gegabelter Ast, Gabel, Gabelungspunkt der Schenkel’, kymr. gafl, bret. gavl, gaol (aus dieser kelt. Gruppe ist lat. gabalus ‘gabelförmiger Galgen’ entlehnt) auf ie. *ghabh(o)lo-, -lā ‘Astgabel, Gabelung, Gabel’. In der Frühzeit ist die Gabel ein starker, gegabelter Ast, der zu verschiedenen Arbeiten in der Landwirtschaft Verwendung findet und der später im Gefolge des Handels mit den Römern durch die eiserne Gabel (s. ↗Forke) ersetzt wird; vgl. ahd. gart-, īsarn-, mistgabala. Die Gabel als Tischgerät begegnet zufrühst in Konstantinopel, findet bald darauf an italienischen Höfen Verwendung und verbreitet sich von dort in Europa. Sie dient zunächst zum Vorlegen der Speisen, gegen Ende des Mittelalters wird sie in beschränktem Umfange auch zum Essen verwendet; allgemein vertraut mit ihr wird man erst im 17. Jh. gabeln Vb. ‘(Heu) mit der Gabel auf- oder abladen’ (15. Jh.), ‘mit der Gabel essen’ (17. Jh.); reflexive Verwendung ‘sich verzweigen’ zuerst im Bergbau (von Gängen) und in der Geographie (von Flüssen); dazu Gabelung f. ‘Abzweigung, Teilung in zwei oder mehrere Arme’ (1. Hälfte 19. Jh.). aufgabeln Vb. ‘auf eine Gabel spießen, entdecken, finden’ (17. Jh.). Gabelfrühstück n. ‘reichhaltiges, Fleisch enthaltendes zweites Frühstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach gleichbed. frz. déjeuner à la fourchette. Gabelstapler m. ‘kleines Fahrzeug mit einer gabelartigen Vorrichtung zum Fassen, Heben und Befördern von Lasten’ (Mitte 20. Jh.). Gabler m. ‘Hirsch, Elch, Rehbock mit zwei Enden an jeder Stange’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufspüren · ↗aufstöbern · ↗auftreiben · ausfindig machen · ↗besorgen · ↗finden · fündig werden · ↗lockermachen  ●  (sich) an Land ziehen  ugs. · aufgabeln  ugs. · ↗ausbaldowern  ugs. · kommen an  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden irgendwo) her haben  ugs., variabel · ↗(jemanden) auffischen  ugs., fig. · (jemanden) aufgabeln  ugs., fig. · ↗(jemanden) auflesen  ugs., fig. · (sich jemanden) an Land ziehen  ugs., fig. · sich jemanden angeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mädchen Straßenrand gabeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufgabeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sex ist okay, gelegentlich gabelt sie schon mal einen wildfremden Mann im Restaurant auf.
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2000
Ein Held hat eine Mission, gabelt unterwegs eine Frau auf, ballert alles nieder und triumphiert.
Die Zeit, 14.02.2011, Nr. 07
Wo in aller Welt hat die Redaktion diesen Analphabeten aufgegabelt?
Tucholsky, Kurt: Europäische Kinderstube. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 7803
Und da kann ich doch genausogut damit anfangen, wo du Kristall-Rainer heute aufgegabelt hast.
Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 240
Ich habe sie unten am Hafen aufgegabelt, nachdem sie versucht hatte, mit dem Schweden wegzukommen.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 175
Zitationshilfe
„aufgabeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufgabeln>, abgerufen am 22.07.2019.

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