asketisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungas-ke-tisch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

streng enthaltsam
Beispiele:
eine asketische Lebensweise, ein asketischer Mensch
in asketisch strenger Erfüllung seiner Pflichten [FontaneII 2,425]
Religion Askese übend
Beispiel:
[der Pfarrer] von streng asketischer Richtung [Auerbach4,188]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Asket · asketisch · Askese
Asket m. ‘wer sich einer strengen, enthaltsamen Lebensführung unterwirft’, entlehnt (Mitte 18. Jh.) aus griech. askētḗs (ἀσκητής) ‘wer sich einer Sache befleißigt’, besonders ‘der sich übende Athlet’, dann, wie auch entlehntes spätlat. ascētēs, ‘wer sich entsagungsvoll in Frömmigkeit und Tugend übt, Eremit’, zu griech. aské͞in (ἀσκεῑν) ‘sich befleißigen, üben’. Gleichzeitig wird asketisch Adj. gebildet, entsprechend griech. askētikós (ἀσκητικός) ‘enthaltsam, entsagungsvoll’, im 18./19. Jh. auch (in Wendungen wie asketische Schriften) ‘erbaulich, zu Frömmigkeit und Tugend führend’. Da frz. ascète m. bereits im 16. Jh., frz. ascétique und engl. ascetic Adj. in gelehrten Werken des 17. Jhs. bezeugt sind, können sie die Entwicklung der dt. Entsprechungen befördert haben. Das zugehörige Substantiv Askese f. ‘enthaltsame Lebensweise, Entsagung’, gemäß griech. áskēsis (ἄσκητικός), spätlat. ascēsis, ist (wie frz. ascèse) erst in der 1. Hälfte des 19. Jhs. nachweisbar.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einfachst- (Wortzusatz) · ↗anspruchslos · asketisch · aufs (absolut) Wesentliche reduziert · aufs Notwendigste reduziert · in reinster Funktionalität · nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet · nur mit dem Allernotwendigsten versehen · ↗puristisch · ↗puritanisch · ↗sparsam (ausgestattet) · ↗spartanisch · ↗streng (reduziert, zurückgenommen o.ä.)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abt Einsiedler Enthaltsamkeit Frömmigkeit Gedankengang Gesichtszug Heiliger Heilssuche Ideal Lebensführung Lebensstil Lebenswandel Lebensweise Mönch Nüchternheit Protestantismus Religiosität Schlichtheit Sekte Sparzwang Strenge Weltkultur anmutend diszipliniert hager kontemplativ mystisch wirkend Äußere Übung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›asketisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit 29 lässt er sein sicheres Leben hinter sich und lebt streng asketisch.
Bild, 15.06.2000
Ich führe ein echt asketisches Leben, anders geht es nicht.
Der Tagesspiegel, 09.01.1999
In den Werken der geistlichen Meister im Islam finden sich außerdem Beschreibungen des asketischen Lebens Jesu.
Khoury, Adel Theodor: Mystik. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6213
Ein asketischer Zug kam auf diese Weise in die Religion.
Kraemer, H.: Synkretismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 31348
Durch hinlängliche Grade außeralltäglicher asketischer Leistungen kann man schlechthin jede Wirkung erzielen.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 141
Zitationshilfe
„asketisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/asketisch>, abgerufen am 23.04.2019.

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