arten

GrammatikVerb · artete, ist/hat geartet
Aussprache
Worttrennungar-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›arten‹ als Letztglied: ↗abarten · ↗ausarten · ↗nacharten
 ·  mit ›arten‹ als Grundform: ↗entarten · ↗geartet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
nach jmdm., etw. artennach jmdm., etw. geraten
Beispiel:
seine kleine Schwester artete ganz nach ihrer Mutter [WelkGrambauer323]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn., etw. gestalten, bilden
Beispiel:
die Natur hat den Menschen so geartet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Art2 · artig · arten · abarten · abartig · Abart · ausarten · entarten
Art2 f. ‘Eigentümlichkeit, Wesen, Gewohnheit, Verhalten, Weise, Abstammung’, mhd. art m. f., mnd. ārt f. (und m.), mnl. aert m. f. ‘Veranlangung, Abstammung’, nl. aard m. ‘Wesen, Beschaffenheit, Eigenschaft’, aengl. eard m. ‘Fügung, Lage, Schicksal’, anord. -arðr in einarðr ‘einfach, aufrichtig’ sowie aind. ṛtá- ‘wahrhaft’, eigentlich ‘gefügt’, awest. arəta- ‘Gesetz, Recht’, griech. árti (ἄρτι) ‘gerade, eben’, lat. artus ‘eng, straff’, artus m. ‘Gelenk, Glied’, ars (Genitiv artis) f. ‘Kunst, Geschicklichkeit’ führen auf ie. *art- ‘Fügung, Ordnung’, Dentalableitung der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘fügen, passen’ (s. ↗Arm). Beziehungen zu ↗Art (s. d.) sind möglich. artig Adj. ‘folgsam, gut erzogen’, älter ‘höflich, hübsch’, mhd. ertec ‘von angestammter guter Beschaffenheit’. arten Vb. ‘in die Art schlagen, geraten nach, sich entwickeln’, mhd. arten, mnd. ārden. Dazu abarten Vb. ‘aus der Art schlagen, abweichen’ (Ende 16. Jh.); abartig Adj. ‘aus der Art geschlagen, verderbt’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abart f. ‘abweichende Art, Spielart’ (2. Hälfte 18. Jh.), älter ‘minderwertige Art’ (1. Hälfte 18. Jh.). ausarten Vb. ‘die angestammte, die gute Art verlieren’ (Mitte 17. Jh.). entarten Vb. ‘seine Art, Beschaffenheit verlieren, degenerieren’, mhd. entarten ‘aus der Art schlagen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) ähneln (in) · ↗(nach jemandem) geraten · ↗(nach jemandem) schlagen  ●  (etwas) von jemandem haben  ugs. · ↗(jemandem) nacharten  geh. · ↗(jemandem) nachgeraten  geh. · ↗(jemandem) nachschlagen  geh. · (nach jemandem) arten  geh. · Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum.  ugs., ironisch · Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.  ugs., Sprichwort · Wie der Vater, so der Sohn.  ugs., Sprichwort · ganz der Vater sein  ugs. · ganz die Mutter sein  ugs. · nach jemandem kommen  ugs. · viel von jemandem haben  ugs.
Assoziationen
  • fortfahren · ↗fortführen · ↗fortsetzen · in jemandes Fußstapfen treten · ↗kontinuieren · ↗weiterführen · ↗weitermachen
  • (jemandem) sehr ähnlich sehen · (jemandem) täuschend ähnlich sehen · (jemandem) wie aus dem Gesicht geschnitten sein · (praktisch jemandes) Doppelgänger (sein) · (sich) gleichen wie ein Ei dem anderen · ↗(sich) sehr (stark) ähneln · (sich) täuschend ähnlich sehen · (sich) zum Verwechseln ähneln · (sich) zum Verwechseln ähnlich sehen · (sich) ähneln wie ein Ei dem anderen · (sich) ähneln wie eineiige Zwillinge · kaum zu unterscheiden sein · sehr ähneln · sehr ähnlich sein
  • Menschenschlag · Schlag (von) Menschen · Sorte Mensch · ↗Typ  ●  aus ... Holz geschnitzt  variabel, Redensart, fig. · ↗Schlag  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kulturkanal Uhr aus ausarten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›arten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was anfänglich hilft, sich ans Gerät zu gewöhnen, artet unversehens zur Sucht aus.
Die Zeit, 04.11.1994, Nr. 45
Was wir wollen, ist so geartet, daß man sich am besten an den Händen faßt, schweigt oder singt.
Der Spiegel, 21.11.1983
Es ist nur gut, daß ich anders geartet bin, kann mich leicht in etwas fügen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Selbst innerhalb dieses engeren Gebiets aber kann der Zwangsapparat sehr verschieden geartet sein.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 363
Bei der militärischen Strategie und Taktik sind die Wirkungsgesetze anders geartet.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 131
Zitationshilfe
„arten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/arten>, abgerufen am 23.04.2019.

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