arbeitsam

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungar-beit-sam
WortzerlegungArbeit-sam
Wortbildung mit ›arbeitsam‹ als Erstglied: ↗Arbeitsamkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
fleißig, viel arbeitend
Beispiel:
ein arbeitsamer Mensch, arbeitsames Volk
2.
von steter Arbeit erfüllt
Beispiele:
ein arbeitsames Leben
So waren ihm vierzehn arbeitsame Tage vergangen [HeyseI 4,564]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Arbeit · arbeiten · arbeitsam · arbeitslos · Arbeitslosigkeit · Arbeitsteilung
Arbeit f. ‘zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen, Produkt dieser Tätigkeit, Werk’, ahd. arbeit f., arbeiti n. ‘Mühsal, Plage, Anstrengung, Ertrag der Arbeit’ (8. Jh.), mhd. ar(e)beit f. n., asächs. arƀed, arƀid f., arƀedi n., mnd. arbēt m. n. f. (daraus schwed. arbete und dän. arbejde), mnl. arbeit m. f., nl. arbeid m., aengl. earfoþe, earfeþe n., anord. erfiði n., got. arbaiþs f. lassen sich, soweit es das ursprüngliche (mehrfach zu einem neutralen Stamm umgebildete) Femininum betrifft, zurückführen auf germ. *arƀējiðiz ‘Mühsal’, das als Abstraktbildung zu einem untergegangenen germ. ēn-Verb *arƀējō ‘bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind’ angesehen werden kann. Damit ist eine Verbindung zu ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ (s. ↗Erbe) hergestellt, von dem sich vermutlich auch ↗arm (s. d.) herleitet sowie außerhalb des Germ. aslaw. rabъ ‘Knecht, Diener, Sklave’, rabota ‘Knechtschaft, Sklaverei’, russ. rabóta (работа) ‘Arbeit’ (s. ↗Roboter). Die Ausgangsbedeutung der germ. Bildung ‘schwere körperliche Anstrengung, Mühsal’ reicht bis ins Nhd. (zuweilen durch Zusammensetzungen wie Mords-, Riesenarbeit veranschaulicht); im Mhd. tritt der Begriff ‘Mühsal, Not, die man leidet oder freiwillig übernimmt’ besonders hervor. Danach tritt der Sinn von ‘mühseliger, qualvoller Tätigkeit’ zurück, und Arbeit erstreckt sich auf jede zweckgerichtete, zunächst körperliche, später auch geistige Tätigkeit des Menschen. Die positive Bewertung der Arbeit (zuerst bei Luther) vollzieht sich unter dem Einfluß des aufsteigenden Bürgertums und der zunehmenden Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Sie entspricht der wachsenden Erkenntnis von der Rolle und Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Marx und Engels schließlich bestimmen sie als “eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen”. Der daneben bestehende konkrete Sinn (‘Produkt der Tätigkeit’), im Ahd. vereinzelt schon angedeutet, entwickelt sich vollends im Nhd. Vom Substantiv abgeleitet arbeiten Vb. ‘Arbeit leisten, tätig sein’, ahd. arbeiten (arbeitōn nur im Frk. belegt) ‘plagen, bedrängen, sich abmühen’ (9. Jh.), mhd. ar(e)beiten, mnd. arbēden (daraus schwed. arbeta, dän. arbejde entlehnt), mnl. arbeiden, arbeiten, nl. arbeiden, anord. erfiða, got. arbaidjan. arbeitsam Adj. ‘fleißig, emsig, arbeitswillig’, ahd. (8. Jh.), mhd. arbeitsam ‘mühsam, beschwerlich, leidvoll’, auch mit Übergang zu ‘fleißig, arbeitswillig’; vgl. asächs. arƀetsam, mnd. arbētsam, mnl. arbeitsam, nl. arbeidzaam. arbeitslos Adj. ‘trotz Arbeitsfähigkeit und Bereitschaft ohne berufliche Arbeit, ohne Erwerbsmöglichkeit’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon im 16. Jh.), älter in der Bedeutung ‘ohne Anstrengung, mühelos’ (Anfang 16. Jh. bis 19 Jh.); dazu Arbeitslosigkeit f. ‘Mangel an Erwerbsmöglichkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter ‘Untätigkeit’ (Ende 18. Jh.). Arbeitsteilung f. ‘Trennung und Verselbständigung verschiedener Arbeiten im Produktionsprozeß’; engl. division of labour (von A. Smith 1776 geprägt) wird im Dt. zuerst mit Verteilung der Arbeit (1776) und Teilung der Arbeit(en) (1796), dann (1808) mit dem Kompositum Arbeitsteilung wiedergegeben. Während Smith und seine Nachfolger Arbeitsteilung vorwiegend unter dem Aspekt betrachten, mehr Waren mit demselben Quantum Arbeit zu produzieren, stellt Marx dieser manufakturmäßigen Arbeitsteilung die gesellschaftliche Arbeitsteilung (1867) gegenüber.

Thesaurus

Synonymgruppe
anpackend · arbeitsam · ↗energisch · ↗engagiert · ↗fleißig · ↗produktiv · ↗strebsam · ↗tatkräftig · ↗tüchtig  ●  mit Schmackes  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Atmosphäre Bauer Bevölkerung Leben Leutchen Schwabe Volk bescheiden ehrlich fleißig freundlich friedlich fromm genügsam intelligent klug ordentlich ruhig sauber sparsam still treu tüchtig unbescholten überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›arbeitsam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lohnt es sich wirklich noch, pflichtgetreu, arbeitsam, gewissenhaft, ehrlich zu sein?
Bild, 25.09.2004
Der Jude schuf eine Bezeichnung für jene Sprache, arbeitsame Volk.
o. A.: Kundgebung im Berliner Sportpalast mit Gauleiter Streicher und dem italienischen Minister Farinacci zur Judenfrage, 15.01.1939
Das ist das beste Volk der Welt, fleißig, arbeitsam und treu ", vermerkte er 1768.
Der Tagesspiegel, 04.05.2001
Es herrschte ein arbeitsames, tätiges Schweigen, das sie nicht trennte, sondern immer mehr verband.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 75
Der kleine, stämmige Mann mit den hellen und behutsamen Augen war zäh, arbeitsam und wagemutig.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Zitationshilfe
„arbeitsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/arbeitsam>, abgerufen am 20.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Arbeitsalltag
Arbeitsaktivität
Arbeitsaktie
Arbeitsagentur
Arbeitsabschnitt
Arbeitsameise
Arbeitsamkeit
Arbeitsamt
Arbeitsanalyse
Arbeitsanfall