applaudieren

GrammatikVerb · applaudierte, hat applaudiert
Aussprache
Worttrennungap-plau-die-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

(jmdm.) applaudierenBeifall klatschen
Beispiele:
laut, lebhaft, stark, stürmisch, wild applaudieren
der Sängerin wurde begeistert applaudiert
veraltet etw., jmdn. applaudierenetw., jmdn. mit Beifall aufnehmen
Beispiel:
ob das große Publikum das Liedchen ... applaudiert oder auszischt [HeyseIII 4,357]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

applaudieren · Applaus
applaudieren Vb. ‘Beifall spenden’. Im Anschluß an lat. applaudere ‘anschlagen, Beifall klatschen’ (vgl. lat. plaudere, plausum ‘schlagen, (Beifall) klatschen’, s. ↗plausibel, und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’) erscheint die mit dem für Verben fremder Herkunft gebräuchlichen Suffix -ieren gebildete, durch mfrz. frz. applaudir gestützte Form im Dt. des 16. Jhs., zunächst allgemein für ‘Zustimmung bekunden’, seit dem 18. Jh. vorwiegend mit Bezug auf das Theater. Applaus m. ‘Beifall’ (Mitte 18. Jh.), aus spätlat. applausus ‘das Beifallklatschen’, lat. ‘das Anschlagen’, zu lat. applaudere (s. oben), zuvor (17. bis Ende 18. Jh.) in lat. Form Applausus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Applaus spenden · Beifall spenden · ↗beklatschen · ↗klatschen  ●  ↗akklamieren  österr. · applaudieren  Hauptform · (die) Hände rühren  geh. · (mit) Beifall bedenken  geh. · Beifall zollen  geh. · in die Händchen patschen  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) (selbst) applaudieren · (sich) (selbst) auf die Schulter klopfen · ↗(sich) (selbst) loben · (sich) ganz toll finden  ●  ↗(sich) (selbst) beweihräuchern  fig.
Assoziationen
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
  • Eigenlob · Eigenreklame · ↗Eigenwerbung · ↗Selbstlob · Werbung in eigener Sache  ●  ↗Selbstbeweihräucherung  ugs., abwertend, fig.
  • (mächtig) angeben · (sich) brüsten (mit) · ↗(sich) rühmen · ↗aufschneiden · herumprotzen · ↗protzen · ↗renommieren  ●  ↗prahlen  Hauptform · angeben wie ein Sack Seife  ugs. · angeben wie ein Sack Sülze  ugs. · angeben wie ne Tüte Mücken  ugs. · ↗bramarbasieren  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auditorium Delegierte Ehrentribüne Premierenpublikum Publikum Schaulustige Stehen Zuhörer Zuschauer artig aufspringen aufstehen begeistert brav buhen enthusiastisch frenetisch heftig herzlich höflich höhnisch johlen jubeln lauschen lautstark minutenlang pflichtgemäß spontan stehend stürmisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›applaudieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wall Street applaudierte kürzlich einem Deal mit Apple Computer.
Die Welt, 16.11.2005
Kein Jude applaudiert, keiner feuert an, niemand sagt überhaupt irgendwas.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.1997
Der Professor, dem viel daran liegt, den Abend zu retten, applaudiert als erster.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 175
Er, der legitime Sohn des französischen Volkes, hat sich nie so weit erniedrigen können, dem Mob zu applaudieren.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 174
Im Konzert wird während der einzelnen Sätze eines Stückes nicht applaudiert, sondern erst an seinem Ende.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 188
Zitationshilfe
„applaudieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/applaudieren>, abgerufen am 23.05.2019.

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