anzetteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-zet-teln (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1zetteln
Wortbildung mit ›anzetteln‹ als Erstglied: ↗Anzetteler · ↗Anzettelung · ↗Anzettler · ↗Anzettlung
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. anstiften
Beispiele:
einen Aufstand, einen Krieg, eine Verschwörung anzetteln
was hast du jetzt hinter meinem Rücken angezettelt [BrechtPuntila11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zettel1 · zetten · anzetteln · verzetteln1
Zettel1 m. bei einem Gewebe in Längsrichtung verlaufender Garnfaden, ‘Kette, Aufzug’ (15. Jh.; Gegensatz Einschlag, Einschuß für den durch die Breite laufenden Faden), vgl. mhd. zettelgarn, gebildet mit l-Suffix zu zetten Vb. ‘einzeln, in kleinen Stücken fallen lassen, streuen, verstreuen, ausbreiten’, ahd. zetten (9. Jh.; vgl. bi-, ubarzetten ‘be-, überstreuen’, 8. Jh.), mhd. zet(t)en ‘streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten’ (germ. -dd- aus -dj-). Dazu stellen sich anord. teðja ‘düngen, misten’, schwed. (mundartlich) täda, engl. (aus dem Anord.) to ted ‘ausbreiten (von Heu)’ sowie anord. tað ‘ausgebreiteter Mist’, schwed. (mundartlich) tad ‘Dung’ und got. ungatass ‘ungeordnet, zugellos’, ferner die unter ↗Zote und ↗Zotte (s. d.) angegebenen Formen. Außergerm. lassen sich vielleicht vergleichen griech. datéasthai, datéesthai (δατέασθαι, δατέεσθαι) ‘unter sich verteilen, (zu)teilen’, dasmós (δασμός) ‘Verteilung, Tribut’, so daß auf eine durch t erweiterte Form der Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ (s. ↗Teil, ↗Zeit) zurückgegangen werden kann. anzetteln Vb. ‘den Aufzug eines Gewebes auf dem Webstuhl einrichten’, übertragen ‘anstiften’ (Ende 15. Jh.), abgeleitet vom Subtantiv. verzetteln1 Vb. ‘Gras, Heu, Stroh zum Trocknen ausbreiten, unachtsam, unbedenklich verstreuen, verschütten’ (16. Jh.), übertragen ‘vergeuden, vertun’ (17. Jh.), ‘Zeit vergeuden’ (18. Jh.), sich verzetteln ‘seine Kräfte zersplittern’ (19. Jh.); Iterativbildung zu verzetten, mhd. verzetten ‘zerstreut fallen lassen, verstreuen, verlieren’, zu zetten (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Starthilfe geben · ↗animieren · ↗anstoßen · anzetteln · einsetzen lassen · ↗entfesseln · ins Rollen bringen · ↗veranlassen  ●  loslegen lassen  ugs.
Synonymgruppe
anzetteln · eine Lawine (von ...) lostreten · ↗entfachen · ↗heraufbeschwören · ↗lostreten · vom Zaun brechen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufruhr Aufstand Bürgerkrieg Hooligan Intrige Kampagne Keilerei Kleinkrieg Komplott Krawall Kulturrevolution Massenschlägerei Meuterei Palastrevolution Papierkrieg Personaldiskussion Pogrom Preiskampf Preiskrieg Prügelei Putsch Randal Rebellion Revolte Revolution Scharmützel Schlägerei Verschwörung Volksaufstand zetteln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anzetteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er diesen Job nicht bekommen hatte, zettelte er jetzt das Theater an.
Bild, 25.11.1998
War es da wirklich nötig, abermals eine derartige Diskussion anzuzetteln?
Die Zeit, 15.11.2010, Nr. 46
Sie sagen das jetzt so, dabei haben Sie selbst provoziert und gesellschaftliche Kämpfe angezettelt.
Der Tagesspiegel, 20.06.2004
Kämpfe, leichtfertig gegen die armenischen Nachbarfürsten angezettelt, machten die Lage noch verworrener.
Ganshof, François Louis: Das Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7426
Es ist auch für die arme Partei also gefährlich, leichtsinnig Prozesse anzuzetteln!
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 347
Zitationshilfe
„anzetteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anzetteln>, abgerufen am 19.07.2019.

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