anwerfen

GrammatikVerb · wirft an, warf an, hat angeworfen
Aussprache
Worttrennungan-wer-fen
Wortzerlegungan-1werfen
Wortbildung mit ›anwerfen‹ als Grundform: ↗Anwurf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. an etw. werfen
Beispiele:
Kalk, Mörtel (an die Mauer) anwerfen (= an die Mauer werfen und sie damit verputzen)
[das Haus] war von außen nicht ... angeworfen worden [Stifter3,343]
2.
Technik
Beispiel:
einen Motor anwerfen (= in Gang setzen)
3.
Ballspiel den ersten Wurf ausführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werfen · abwerfen · anwerfen · Anwurf · aufwerfen · auswerfen · einwerfen · überwerfen · unterwerfen · verwerfen · vorwerfen
werfen Vb. ‘mit schwingendem Arm wegschleudern’. Das gemeingerm. stark flektierende Verb ahd. werfan ‘(hinaus)werfen, austreiben, hinwerfen, schütten, schieben, (zer)streuen, reißen, stürzen’ (8. Jh.), mhd. werfen ‘in schnelle Bewegung setzen, schleudern, stoßen, streuen, rasch wenden, zur Welt bringen’, asächs. werpan, mnd. werpen, warpen, mnl. nl. werpen, afries. hwerva, aengl. weorpan, engl. to warp ‘(sich) verziehen, krümmen’ (vom Holz), anord. verpa, auch ‘Eier legen’, schwed. värpa ‘Eier legen’, got. waírpan ‘werfen’ (germ. *hwerpan) läßt sich mit griech. rhábdos (ράβδος) ‘Rute, Gerte, Stab, Streifen’, lat. verbera (Plur.) ‘Ruten zur Züchtigung, Peitsche’, lit. vir̃bas ‘Reis, Reisig, Gerte’, aslaw. vrьba, russ. vérba (верба) ‘Weide’ auf eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ zurückführen. Als Grundbedeutung ist ‘mit drehend geschwungenem Arm schleudern’ anzusetzen. Die Wurzelbedeutung ‘biegen’ ist noch erhalten in anord. oldri orpinn ‘vom Alter gebeugt’, engl. to warp, nhd. sich werfen ‘krumm werden, sich biegen’ (vom Holz). S. ablautendes ↗Wurf. abwerfen Vb. ‘hinunter-, herunterwerfen, sich einer Sache entledigen’, mhd. abewerfen, reflexiv ‘vom Pferd steigen’; dann auch ‘das Nötige zur Kostendeckung bzw. einen Gewinn einbringen’ (15. Jh.). anwerfen Vb. ‘etw. an etw. hinanwerfen, in Gang bringen’, ahd. anawerfan ‘hineinwerfen, -stoßen, bewerfen’ (8. Jh.), mhd. anewerfen ‘an einen etw. werfen, mit etw. werfen, mit etw. überziehen’; heute besonders ‘einen Motor anlassen’ (ehemals mit einer Drehbewegung durch eine Handkurbel). Anwurf m. ‘Verputz an Mauerwerk’ (16. Jh.), ‘erster, das Spiel eröffnender Ballwurf’ (Anfang 17. Jh.), übertragen ‘Vorstoß’ (vgl. einen Anwurf tun ‘einen Vorstoß, Versuch machen’, 16. Jh.), ‘Vorwurf, Beschuldigung’ (19. Jh.). aufwerfen Vb. ‘in die Höhe werfen, aufschütten’, mhd. ūfwerfen ‘in die Höhe werfen, strecken, erheben, umwenden, öffnen’, reflexiv ‘gebräuchlich werden, sich ausgeben für, machen zu, zu werfen (würfeln) beginnen’; übertragen eine Frage aufwerfen (17. Jh.). auswerfen Vb. ‘hinaus-, herausschleudern, ausspucken, ausschachten, verteilen’, ahd. ūʒwerfan ‘(her)aus-, wegwerfen, (hin)treiben, hervorbringen, hinausschicken’ (um 800), mhd. ūʒwerfen ‘hinauswerfen, austreiben, kastrieren, abtreiben, sich redend gegen jmdn. erheben.’ einwerfen Vb. ‘durch einen Wurf zerschlagen, hineinwerfen, zu einem Gespräch etw. anmerken’, ahd. inwerfan ‘hineinwerfen, -schicken’ (8. Jh.), mhd. īnwerfen ‘hineinwerfen, einschließen’. überwerfen Vb. ‘werfend bedecken’, reflexiv ‘sich mit jmdm. zerstreiten’ (16. Jh.), ahd. ubarwerfan ‘hinüberwerfen’ (um 800), mhd. überwerfen ‘das Pferd im Schwung umwenden, verschränken, kreuzen, im Werfen übertreffen’, reflexiv ‘sich schwingend um und um drehen’. unterwerfen Vb. ‘besiegen, abhängig machen’ (16. Jh.), ahd. untarwerfan ‘etw. unter etw. legen, stellen, setzen, unterordnen’ (9. Jh.), mhd. underwerfen ‘darunter werfen, unterjochen’. verwerfen Vb. ‘ablehnen, mißbilligen, eine Fehlgeburt haben, sich biegen, sich verziehen’ (vom Holz), ahd. firwerfan ‘wegwerfen, zurückweisen, preisgeben’ (8. Jh.), mhd. verwerfen ‘ab-, hin-, weg-, niederwerfen, überwinden, verschleudern, zurückweisen, verschmähen, verstoßen, sich entzweien’. vorwerfen Vb. ‘nach vorn werfen, jmdm. (Speise) vor die Füße werfen’ (16. Jh.), ‘tadeln, Vorhaltungen machen’ (15. Jh.), ahd. furiwerfan ‘verschließen, bedecken’ (9. Jh.), mhd. vürwerfen ‘mit Heftigkeit vorschieben, verschließen’. S. ↗Vorwurf.

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
(Computer) hochfahren · ↗booten · ↗starten  ●  ↗anschmeißen  ugs. · anwerfen  ugs. · ↗initialisieren  fachspr. · urladen  fachspr.
Assoziationen
  • (einen) Reset ausführen · (einen) Reset durchführen · (einen) Reset machen · (einen) Reset vornehmen · (wieder) zurück auf null setzen · auf den Auslieferungszustand zurücksetzen · in den Ursprungszustand zurückversetzen · neu starten · resetten
  • Startmedium · bootfähiges Medium · startfähiges Medium
  • anfahren · ↗hochfahren · in Betrieb nehmen · in Betrieb setzen · in Dienst stellen · ↗starten
Synonymgruppe
anfangen (etwas/mit etwas) · ↗anstiften · ↗auslösen · ↗entfachen · ↗herbeiführen · ↗hervorrufen · in Gang bringen  ●  ↗anschmeißen (Motor o.ä.)  ugs. · anwerfen  ugs. · ↗induzieren  fachspr. · ↗initiieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Startknopf drücken · ↗anlassen (Motor) · ↗anstellen · anwerfen · ↗einschalten · in Betrieb setzen · in Gang setzen · ↗starten  ●  ↗anmachen  ugs. · ↗anschmeißen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenbordmotor Dementiermaschine Dieselgenerator Druckmaschine Gelddruckmaschine Geldmaschine Geldpresse Generator Grill Handkurbel Kaffeemaschine Kettensäge Konjunkturmotor Kurbel Maschinerie Motor Motorsäge Nebelmaschine Notenpresse PR-Maschine Projektor Propeller Pumpe Rasenmäher Rotationsmaschine Schneekanone Turbo Windmaschine Zeitmaschine werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anwerfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin besitzen sie einen kleinen Generator, den wollen sie anwerfen.
Die Zeit, 14.09.2009, Nr. 37
Nach neuesten Berechnungen werfen die Deutschen pro Jahr mehr als 100 Millionen Mal den Grill an.
Bild, 11.08.2001
Schon früh um fünf, in völlig pechdunkler Nacht, quälten wir uns damit, unseren blauen Lastwagen anzuwerfen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 49
Kluttig sprang in den Wagen und warf den Motor an.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 360
Als ich noch Fährmann war, mußte der Motor jedesmal mit der Hand angeworfen werden, heute genügt ein Druck auf den Starter.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 191
Zitationshilfe
„anwerfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anwerfen>, abgerufen am 18.06.2019.

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