anschwärzen

GrammatikVerb · schwärzte an, ist/hat angeschwärzt
Aussprache
Worttrennungan-schwär-zen
Wortzerlegungan-1schwärzen
Wortbildung mit ›anschwärzen‹ als Erstglied: ↗Anschwärzer
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
ein wenig schwarz werden
Beispiele:
die Zimmerdecke ist über dem Ofen angeschwärzt
Sie [die Finger] sind angeschwärzt [StrittmatterTinko195]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich, abwertend jmdn. bei jmdm. verleumden, verdächtigen
Beispiel:
man hat ihn bei seinem Vorgesetzten angeschwärzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwarz · Schwärze · schwärzen · anschwärzen · schwärzlich · Schwarzbrot · Schwarzwild
schwarz Adj. Farbadjektiv, ahd. swarz (8. Jh.), mhd. swarz ‘dunkelfarbig, schwarz’, asächs. swart, mnd. mnl. swart, nl. zwart, afries. swart, swert, aengl. sweart, engl. (älter) swart (‘dunkel, schwärzlich’), anord. svartr, schwed. svart, got. swarts (germ. *swarta-) und verwandtes (schwundstufig) anord. sorta ‘schwarze Farbe’, sorti ‘Dunkel, dichter Nebel’, sorta, sortna ‘schwarz, dunkel werden’ sind vergleichbar mit lat. sordēre ‘schmutzig sein, gering erscheinen’, sordēs ‘Schmutz, Unflat, Unglück, Erniedrigung’, vielleicht auch mit awest. kaxvarəδa- Bezeichnung eines mythischen Wesens, eigentlich ‘was für ein (abscheulicher) schwarzer Kerl’, so daß ie. *su̯ordos ‘schmutzfarben, schwarz’ angesetzt werden kann. Schwärze f. ‘schwarze Färbung, Dunkelheit’, ahd. swerzī ‘Schwärze, Dunkel’ (um 1000), swerza ‘Mittel zum Schwärzen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. swerze ‘Schwärze, schwarze Farbe, Dunkelheit (der Nacht), Finsternis’. schwärzen Vb. ‘schwarz machen’, ahd. (9. Jh.), mhd. swerzen. Auch (aus dem Rotw.) schwärzen ‘schmuggeln’ (18. Jh.), eigentlich wohl ‘etw. bei Nacht tun’ (rotw. Schwärze, älter schwerz(e), 14. Jh.); Schwärzer ‘Schmuggler’ (18. Jh.). Daran anschließend in heutiger Sprache schwarz Adj. ‘ungesetzlich’, vgl. schwarzer Markt, Schwarzmarkt, -handel (seit dem ersten Weltkrieg?), zunächst ‘illegaler Valutahandel’ (daher vielleicht auch erst seit der Inflationszeit um 1923?), dann ‘unerlaubter Handel mit rationierten Lebensmitteln und Waren’. Offenbar aus dem Dt. mit derselben Bedeutungsentwicklung (amerik.-)engl. black market (um 1930?), ital. mercato nero (um 1940), frz. marché noir (um 1949), russ. čërnyi rýnok (чёрный рынок); vgl. auch Schwarzarbeit, schwarzhören, -fahren, -schlachten. anschwärzen Vb. ‘verleumden’ (17. Jh.). schwärzlich Adj. ‘dunkel, fast schwarz’ (17. Jh.), älter schwarzlicht (15. Jh.), mhd. swarzlot; vgl. auch schwarzecht (16. Jh.). Schwarzbrot n. ‘Roggenbrot’ (14. Jh.). Schwarzwild n. ‘Wildschweine’ (im Unterschied zu Rotwild), mhd. swarzwilt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) weitergeben · ↗(jemanden / etwas) verraten · ↗denunzieren · ↗melden  ●  ↗(etwas) petzen  ugs. · ↗anscheißen  derb · anschwärzen  ugs. · ↗vernadern  ugs., österr. · ↗verpetzen  ugs. · ↗verpfeifen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verhöhnen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitgeber Bekannter Chef Empfänger Finanzamt Gegner Genosse Kollege Kollegin Kommunist Konkurrent Konkurrenz Kritiker Nachbar Polizei Rücken Steuerbehörde Terrorist Verwandter Vorgesetzter anonym gegenseitig schwärzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anschwärzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber irgendeiner schwärzt den ehrlichen Mann dennoch immer wieder an.
Bild, 29.11.1999
Sie stürzt sich von der Leiter, um ihren Chef anzuschwärzen, dass er sie geschubst hat.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Sie können das so lange tun, wie sie nicht auffallen oder angeschwärzt werden.
Der Spiegel, 01.05.1989
Er wolle diese nicht anschwärzen, leider aber ließen sich viele Leute aus Umwelteifer zu unrealistischen politischen Forderungen verführen.
Nr. 1: Gespräch Kohl mit Bush in erweitertem Kreise vom 30. Mai 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 690
Hermann Grimm, der mich nie geliebt und schon lange unter der Hand beim Ministerium und dem Protektor angeschwärzt hatte, schrieb jetzt offen gegen mich.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 2102
Zitationshilfe
„anschwärzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anschwärzen>, abgerufen am 25.04.2019.

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