anpassen

GrammatikVerb · passt an, passte an, hat angepasst
Aussprache
Worttrennungan-pas-sen
Wortzerlegungan-1passen
Wortbildung mit ›anpassen‹ als Grundform: ↗angepasst
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. zu etw., jmdm. passend machen
Beispiele:
ein Kleid der Figur anpassen
ihm wurde ein neuer Anzug angepasst
Bauteile, Rohre einander anpassen
2.
etw., sich angleichen, etw. aufeinander abstimmen
Beispiele:
etw. den Bedürfnissen, Gepflogenheiten, Situationen, der Natur, dem Stand der Dinge anpassen
eine den Verhältnissen angepasste Entschädigung
sein Leben den Umständen anpassen
sich anpassen
Beispiele:
ein Tier passt sich seiner Umwelt an
die Augen passen sich dem Licht, der Entfernung an
sich den modernen Lebensbedingungen, Verhältnissen, Sitten eines Landes anpassen
sich der veränderten Umgebung anpassen (= sich akklimatisieren)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passen · anpassen · aufpassen · verpassen · unpäßlich · Passe
passen Vb. ‘sich eignen, angemessen, recht sein, gelegen kommen, in der Größe entsprechen’ (17. Jh.; transitiv ‘angemessen, geeignet machen, genau einfügen’ seit Ende 16. Jh.), auch ‘achtgeben’ (15. Jh.), mhd. (westmd.) gepassen ‘erreichen’ (vgl. niederrhein. passen ‘gelangen, das Ziel erreichen’ und ‘zusammentreffen, übereinstimmen, angemessen sein’, 1477); über mnl. passen ‘zumessen, fügen, ordnen, abrichten, achtgeben, gelegen kommen, durchqueren’, mnd. passen ‘angemessen machen, geeignet sein, achtgeben, berücksichtigen, vorbeifahren’ entlehnt aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (s. ↗passieren). Als Ausdruck des Würfel- und Kartenspiels steht passen vom 17. Jh. an für ‘ein Spiel vorübergehen lassen, abgeben’, daher übertragen für ‘abwarten’ (17. Jh.), ‘nicht mithalten, verzichten’ (Ende 18. Jh.). anpassen Vb. ‘passend machen, in Übereinstimmung bringen’, reflexiv ‘sich angleichen, einordnen’ (wie nl. aanpassen), älter ‘passend sein, entsprechen’ (18. Jh.). aufpassen Vb. ‘achtgeben, aufmerksam sein, auflauern’ (17. Jh.), im Anschluß an die Fügung auf etw. passen (16. Jh.). verpassen Vb. ‘versäumen, durch Unachtsamkeit verfehlen’ (17. Jh.), in moderner Umgangssprache (zunächst wohl soldatensprachlich) auch ‘zuteilen, zukommen lassen, anprobieren’ (Anfang 20. Jh.). unpäßlich Adj. ‘unwohl, leicht erkrankt’ (um 1600), vgl. frühnhd. unbäßig (15. Jh.). Passe f. ‘eingesetztes Schulterteil eines Kleidungsstücks’ (20. Jh.), zuvor ‘vorderer, das Gesicht schützender Rand am Damenhut’ (19. Jh.), in diesem Sinne nach mfrz. frz. passe, Ableitung von afrz. frz. passer (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
(sich) akkommodieren · (sich) einrichten (auf) · (sich) einstellen (auf) · anpassen
Synonymgruppe
(sich) akklimatisieren · (sich) anpassen · ↗(sich) eingewöhnen · ↗(sich) einleben · ↗(sich) gewöhnen · vertraut werden (mit)
Assoziationen
Synonymgruppe
adaptieren · ↗angleichen · anpassen · auf dieselbe Ebene stellen · ↗gleichsetzen
Synonymgruppe
anpassen · individuell einrichten · individuell herrichten · ↗zuschneiden
Computer
Synonymgruppe
adaptieren · anpassen · drauf setzen · ↗einsetzen · ↗portieren
Synonymgruppe
adjustieren · anpassen · ↗eichen · ↗einstellen
Synonymgruppe
(Größe) anpassen · ↗skalieren · vergrößern oder verkleinern
Synonymgruppe
anpassen · ↗verbiegen
Synonymgruppe
(sich) Weisungen fügen · (sich) anpassen · ↗(sich) beugen · ↗(sich) unterordnen · ↗(sich) unterwerfen · tun, was man gesagt bekommt  ●  (nach jemandes) Pfeife tanzen  fig. · ↗gehorchen  Hauptform · ↗spuren  ugs. · ↗subordinieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) anpassen · (sich) einstellen auf  ●  ↗(sich) adaptieren  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anforderung Bedarf Bedingung Bedürfnis Erfordernis Gegebenheit Gepflogenheit Geschmack Kapazität Marktbedingung Niveau Rahmenbedingung Realität Rente Rhythmus Standard Struktur Tempo Umgebung Umstand Umwelt Umweltbedingung Verhältnis Veränderung Vorgabe Wunsch Zeitgeist automatisch flexibel passen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anpassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ziel einer Reform sollte es sein, den auf dem Stand von 1945 konzipierten Rat der modernen Welt anzupassen.
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2004
Nein, die Welt hat sich verändert, und er passt sein Denken an.
Der Tagesspiegel, 06.03.2004
Auch die Preise passen sich nicht notwendig an die gesunkene Nachfrage an.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 626
Die Deutschen können sich noch so viele Künstler ins Land holen, aber die Künstler haben sich immer anzupassen?
Der Spiegel, 02.06.1997
Es muß sich dem »Sinn« anpassen, den es ausdrücken soll.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 341
Zitationshilfe
„anpassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anpassen>, abgerufen am 17.10.2019.

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