anormal

GrammatikAdjektiv
Worttrennunganor-mal (computergeneriert)
HerkunftGriechisch + Latein
Wortzerlegunga-normal
eWDG, 1967

Bedeutung

abnorm, ungewöhnlich
Gegenwort zu normal
Beispiele:
ein anormaler Zustand
unter anormalen Bedingungen, Verhältnissen leben
ein anormal frühzeitiger Winter
eine (für die Jahreszeit) anormale Wärme
jmd. ist anormal veranlagt
Sein Verhalten sei also psychologisch leicht anormal [TucholskyDeutschland190]
Ich habe ein fast anormales Gedächtnis [AndresPortiuncula241]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anomal · anormal · Anomalie
anomal Adj. ‘von der Regel abweichend’ wird Anfang des 19. Jhs. wie auch schon älteres anomalisch (2. Hälfte 17. Jh. bis Anfang 20. Jh.) zunächst als grammatischer Terminus verwendet. Beide sind aus spätlat. anōmalos, anōmalus ‘der Form nach mit der Regel nicht übereinstimmend, unregelmäßig’ entlehnt, nach griech. anṓmalos (ἀνώμαλός) ‘uneben, ungleichartig, ungleichmäßig’, aus verneinendem a- bzw. an- vor Vokal (ἀ- privativum) und griech. homalós (ὁμαλός) ‘gleich, eben(mäßig), glatt’, einer l-Bildung zu griech. homós (ὁμός) ‘gemeinsam, ein und derselbe, gleich, ähnlich, eben’ (s. ↗homo-). Das ähnlich lautende anormal Adj. ‘nicht normal, von der Regel abweichend, ungewöhnlich, abnorm’ (2. Hälfte 19. Jh.) ist unter Einfluß von gleichbed. frz. anormal (vgl. schon mlat. anormalus ‘von der Regel abweichend’) vermutlich das Ergebnis einer Kreuzung aus anomal und ↗normal (s. d.), vielleicht auch eine späte Neubildung mit negierendem griech. a(n)- ‘nicht, un-’ und lat. nōrmālis ‘nach dem Winkelmaß gemacht, der Regel entsprechend’, von lat. nōrma ‘Winkelmaß, Richtschnur, Regel’ (s. ↗Norm). Anomalie f. ‘Abweichung von der Regel, vom Normalen, Ausnahme, Abnormität’, gelehrte Entlehnung (um 1700) aus gleichbed. lat. anōmalia, nach dem von griech. anṓmalos (s. oben) abgeleiteten anōmalía (ἀνωμαλία) ‘Unebenheit, Ungleichförmigkeit, Ungleichheit’. Anfangs besonders als grammatischer Terminus und in der Astronomie im Sinne von ‘Amplitude’ gebraucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
aberrant · ↗abnorm · ↗abnormal · ↗anomal · anormal · außer der Reihe · mit ungewöhnlichem Verlauf · ↗regelwidrig · ↗ungewöhnlich · ↗unregelmäßig · von der Regel abweichend  ●  ↗außertourlich  österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
abartig · ↗abnorm · ↗abnormal · abseits der Normalität · abweichend · ↗anomal · anormal · ↗pervers · pervertiert · ↗unnatürlich · ↗unnormal · wider die Natur · ↗widernatürlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erscheinung Lage Situation Veranlagung Verhalten Verteilung Zustand geistig normal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anormal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie empfinden die neue deutsche Lage auch heute noch als seltsam anormal.
Der Tagesspiegel, 09.11.1999
Ärzte vermuten eine anormale Störung in der frühesten embryonalen Entwicklung.
Bild, 21.08.1997
Man kann nicht helfen, man kann nicht normal leben in anormaler Zeit.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1937. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1937], S. 33
Unsere Olympia ist in ihrem Verhalten zum Kater bestimmt anormal.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 223
Geistig anormal - die Menschen halten es für schimpflich, geistig anormal zu sein.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5418
Zitationshilfe
„anormal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anormal>, abgerufen am 21.05.2019.

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