anmutig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-mu-tig
WortzerlegungAnmut-ig
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben voller Anmut
Beispiele:
ein anmutiges Mädchen, Kind
die anmutige Jugend, Gestalt
eine anmutige Kopfneigung, Bewegung, Gebärde
eine anmutige (= liebliche) Gegend, Landschaft
ein anmutiges (= liebliches) Tal, Wäldchen
jmdn. anmutig grüßen, sich anmutig verneigen
anmutig lächeln, tanzen
[Settembrini] tat es, indem er in anmutiger Haltung ... Aufstellung nahm [Th. MannZauberb.2,214]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anmut · anmuten · anmutig
Anmut f. ‘Liebreiz, Grazie’. Das Wort ist allein auf den dt. Sprachraum beschränkt. Mhd. anemuot m. ist nur einmal in Grimms Weistümern (1338) belegt und bleibt nach Bildung und Bedeutung unsicher (vgl. ²DWB Probeheft 1963, 69); es ist am ehesten als Rückbildung von mhd. anemuoten (s. unten) aufzufassen. Um 1500 kommt Anmut m., diesmal vermutlich als Rückbildung zu dem schon im 14. Jh. bezeugten Adjektiv anemuotec (s. unten), teils als ‘Verlangen, Begierde’ (bis ins 18. Jh.), teils (entsprechend der Bedeutung des Adjektivs) als ‘Liebreiz’ in Umlauf. Das ursprüngliche mask. Genus hält sich vereinzelt bis ins 18. Jh., wird aber schon von der Mitte des 16. Jhs. an allmählich vom fem. verdrängt. anmuten Vb. ‘Wohlgefallen erwecken, angenehm berühren, einen Eindruck erwecken’ (18. Jh.), zuvor (heute unüblich) ‘zumuten’, mhd. anemuoten ‘anfordern, verlangen, begehren, zumuten’, seit dem 14. Jh. neben einfachem, im Nhd. untergegangenem muten (zur Etymologie s. ↗Mut); vgl. auch etw. an jmdn. muten. anmutig Adj. Das vom Verb mhd. anemuoten ausgehende Adjektiv mhd. anemuotec, anemüetic ‘Lust, Verlangen erweckend’ geht um 1500 in die Bedeutung ‘gefällig, liebreizend, lieblich’ über. Im 17. Jh. wird die im Frühnhd. übliche umgelautete Form anmütig aufgegeben.

Thesaurus

Synonymgruppe
anmutig · ↗edel · ↗elegant · ↗geschmeidig · ↗grazil · ↗graziös · voller Anmut · ↗zart · ↗zierlich  ●  ↗gazellenhaft  selten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildnis Drehung Gelehrsamkeit Geschöpf Hain Jüngling Leichtigkeit Linienführung Pose Tanzschritt Tänzerin beschwingt charmant elegant geistreich geschwungen grazil graziös heiter liebenswert liebenswürdig lieblich tänzeln verbeugen verspielt wedeln würdevoll zart zierlich überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anmutig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mag vielleicht daran liegen, dass man automatisch versucht ist, eine anmutige Haltung einzunehmen.
Der Tagesspiegel, 19.03.2005
Dabei birgt jeder Satz philosophische Erkenntnisse, und seine Sprache schwingt in anmutiger Schönheit.
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2004
Manchmal muß man sich auch von überaus anmutigen Frauen trennen.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 130
Bilder verschmäht wurden, so wurde auch die Musik anmutiger und zugänglicher.
Corbin, Solange u. a.: Frankreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14321
Wie waren sie gewandt, wie anmutig waren ihre Bewegungen, und wie konnten sie erzählen und fragen!
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6884
Zitationshilfe
„anmutig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anmutig>, abgerufen am 18.10.2019.

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