ankreiden

GrammatikVerb · kreidet an, kreidete an, hat angekreidet
Aussprache
Worttrennungan-krei-den
Wortzerlegungan-1kreiden
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Schulden anschreiben
Beispiele:
der Wirt hat die Zeche angekreidet
ob Vater Mettke dem Schmitzdorff ankreiden würde, war auch noch nicht klargestellt [G. HermannWordelmann177]
2.
salopp, übertragen jmdm. etw. übel vermerken
Beispiele:
jmdm. eine Vergesslichkeit, Ungeschicklichkeit, Schuld, einen Irrtum, Fehler ankreiden
was mir […] als Abgebrühtheit, als Roheit angekreidet wurde [G. Hauptm.4,268]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kreide · ankreiden · kreidig · kreidebleich
Kreide f. Die Bezeichnung für den feinkörnigen, weißfärbenden Kalkstein ahd. (11. Jh.), asächs. krīda, mhd. krīde ist über vlat. *crēda aus lat. crēta ‘Kreide und andere weiße Lehmarten’ entlehnt, das vielleicht aus lat. (terra) crēta ‘gesiebte Erde’, zu lat. cernere (crētum) ‘sichten, scheiden, sondern’, entstanden ist. ankreiden Vb. ‘die Zeche (mit Kreide auf eine Tafel) aufschreiben’ (15. Jh.), übertragen ‘übelnehmen, nachtragen’; vgl. auch bei jmdm. in der Kreide sein, stehen ‘Schulden haben’ (18. Jh.). kreidig Adj. ‘kreideartig, voller Kreide’ (17. Jh.). kreidebleich Adj. ‘weiß, farblos (im Gesicht)’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ankreiden · ↗nachtragen · ↗verargen · ↗verübeln · ↗übel nehmen  ●  ↗(jemandem etwas) übelnehmen  Hauptform · ↗verdenken (negativ oder in Frage)  floskelhaft · ↗krummnehmen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsführung Arroganz Fehler Fehlgriff Fußfehler Führungsschwäche Führungsstil Gegentor Kritiker Makel Mangel Manko Misere Mißerfolg Panne Parteifreund Rechnungshof Schlappe Schwäche Sünde Unfähigkeit Verfasser Vernachlässigung Verrat Versagen Versäumnis Widersacher kreiden schwerlich übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ankreiden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf jeden Fall ist er sie nicht gewohnt und kreidet sie ihr an.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 278
Ich wehre mich aber dagegen, dies nur der Abwehr anzukreiden.
Die Welt, 16.10.2000
Wenn man will, mag man mir auch da was ankreiden.
Der Tagesspiegel, 27.10.1999
Du hast mir das schwer angekreidet, denn du wolltest unbedingt.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 61
Die deutsche Geschichtsschreibung pflegt ihr dies als schweres Unrecht anzukreiden.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 7848
Zitationshilfe
„ankreiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ankreiden>, abgerufen am 17.10.2019.

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