anheimgeben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-heim-ge-ben
Wortzerlegunganheim-geben
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
sich anheimgebensich jmdm., einer Sache anvertrauen
Beispiele:
sich jmds. Führung, Gnade, Obhut, anheimgeben
sich der Kunst anheimgeben
sich Gott anheimgeben
wen die Kirche ausstoße, der habe ein Recht, sich dem Teufel anheimzugeben [G. Hauptm.Ketzer4,110]
2.
etw. jmds. Ermessen überlassen, etw. jmdm. anheimstellen
Beispiele:
etw. jmds. Belieben, Entscheidung, Urteil anheimgeben
was das Weitere angeht, so gebe ich es durchaus dem Schicksal anheim [Bergengr.Feuerprobe66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anheim- · anheimfallen · anheimgeben · anheimstellen
anheim- verdeutlichende Form des Akkusativs heim ‘nach Hause’, die in frühnhd. Zeit zur Unterscheidung vom gleichlautenden Dativ heim ‘zu Hause’ gebildet wird. Im Mhd. sind beide Formen noch getrennt: heim ‘nach Hause’, heime ‘zu Hause’ (s. ↗heim). Die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, als im 16./17. Jh. der adverbiale Akkusativ (besonders in der Kanzleisprache) mit zahlreichen Verben verbunden wird, von denen anheimfallen Vb. ‘in Besitz übergehen, zufallen’, anheimgeben Vb. ‘übergeben, anvertrauen’ und anheimstellen Vb. ‘jmds. Entscheidung überlassen’ in gehobener Stilschicht noch gebräuchlich sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) anheimgeben · ↗(jemandem) anvertrauen · ↗(jemandem) überantworten · (vertrauensvoll) in jemandes Hände legen · bei jemandem in Obhut geben · in jemandes Obhut geben · jemandes Obhut unterstellen · vertrauensvoll übergeben · zu treuen Händen übergeben  ●  jemandes Obhut anbefehlen  geh., veraltet · jemandes Schutz anbefehlen  geh., veraltet
Synonymgruppe
(einer Sache) frönen · (jemandes) Leben sein · (sein) Herz hängen an · ↗(sich einer Sache) verschreiben · ↗(sich) in den Dienst (einer Sache) stellen · (sich) versenken (in) · ↗aufgehen (in) · sein (ganzes) Herzblut hineinstecken · sein Leben (einer Sache) weihen  ●  ↗(sich einer Sache) weihen  veraltend · ↗(sich einer Sache) widmen  Hauptform · ↗(einer Sache) leben  geh., altertümelnd · (jemandes) Ein und Alles sein  ugs. · (sich einer Sache) anheimgeben  geh. · ↗(sich einer Sache) hingeben  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erwägung Leser Schicksal Verfall Vergessen Vergessenheit Zufall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anheimgeben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als die Dame von uns ablässt, meint er, alles Alte dem Verfall anheimzugeben könne doch nicht die Lösung sein.
Die Zeit, 17.09.2007, Nr. 38
Doch selbst wenn man sich durchringen könnte, den Körper zu bestatten, wird nicht alles dem Zahn der Zeit anheimgegeben sein.
Süddeutsche Zeitung, 30.04.1999
Auch sie kann im Diskurs objektiv werden und damit der Kompetenz des gebildeten Kenners anheimgegeben sein.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 16
Der Hausfrau muß es anheimgegeben werden, wo und wann sie das Rauchen gestatten will.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6557
Zitationshilfe
„anheimgeben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/anheimgeben>, abgerufen am 21.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anheimfallen
anheimelnd
anheimeln
anheim-
anheilen
anheimstellen
Anheirat
anheischig
anheizen
Anheizung