andächtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungan-däch-tig (computergeneriert)
WortzerlegungAndacht-ig
eWDG, 1967

Bedeutung

versunken, ergriffen, innerlich beteiligt
Beispiele:
ein andächtiger Zuhörer
eine andächtige Gemeinde
eine andächtige Miene
der Rede andächtig lauschen
andächtig die Hände falten
etw. andächtig betrachten, lesen
es wurde mir ganz andächtig zumute
feierlich
Beispiele:
eine andächtige Stimmung, Stille
in den hohen Buchenalleen, da war es noch so still, kühl und andächtig, wie in einer Kirche [EichendorffTaugenichts3,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Andacht · andächtig
Andacht f. ‘religiöse Versenkung, kurzer Gebetsgottesdienst’. Ahd. anathāht (10. Jh.), mhd. andāht ‘Denken an etw., Aufmerksamkeit, Hingabe’ ist Abstraktbildung zu ahd. anathenken ‘an etw. denken’ (9. Jh.); s. ↗denken. Der religiöse Bezug ‘Hinwendung zu Gott’ wird im Mhd. des 12. Jhs. vorherrschend und bleibt im Nhd. erhalten (anders nl. aandacht ‘Aufmerksamkeit’), doch entwickelt sich aus diesem Gebrauch auch der (sich ahd. mhd. Verwendung wieder nähernde) allgemeinere Sinn ‘Hingabe, innere Sammlung’. andächtig Adj. ‘ergriffen, versunken, hingebungsvoll’, ahd. anathāhtīg (11. Jh.), mhd. andæhtec ‘an etw. denkend, eingedenk, andächtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
andachtsvoll · andächtig · ↗feierlich · ↗gemessen (Bewegungen) · ↗weihevoll · ↗würdevoll
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewunderung Gebet Laus Raunen Schweigen Staunen Stille Zuhören Zuhörer aufschauen beinahe bestaunen beten falten fast flüstern geradezu hinaufschauen knien lauschen lauschend nicken pilgern schweigen schweigend staunend verharren verweilen zuhören zuschauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›andächtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Langsam geht die Frau hinein, setzt sich fast andächtig auf das Bett unter dem Fenster.
Bild, 08.06.2001
Während der Überfahrt herrscht an Bord dann andächtiges Schweigen, wenn die Berge klar zu sehen sind.
Der Tagesspiegel, 25.08.2000
Ich sehe andächtig auf den Staub von einigen Jahren nieder.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 91
Der alternde, andächtige Mann an seinem Bette war nicht zufrieden.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 318
Auch die im altchinesischen Sinne gebildetsten hohen Beamten zögerten selten, ein beliebiges stupides Mirakel andächtig zu verehren.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 889
Zitationshilfe
„andächtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/andächtig>, abgerufen am 20.03.2019.

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