akademisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungaka-de-misch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›akademisch‹ als Erstglied: ↗akademisieren  ·  mit ›akademisch‹ als Letztglied: ↗unakademisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Universitäts-, Hochschul-
Beispiele:
eine akademische (Aus)bildung erhalten
die akademische Laufbahn einschlagen
den akademischen Grad eines Doktors, eine akademische Würde erwerben, besitzen
ein akademischer Lehrer, die akademische Jugend, der akademische Nachwuchs
in akademischen Kreisen
das akademische Viertel
eine Viertelstunde nach der angegebenen Zeit
Beispiele:
die Vorlesung beginnt mit dem akademischen Viertel
das akademische Viertel einhalten
2.
übertragen allzu gelehrt, lebensfern
Beispiele:
eine akademische Betrachtung der Ereignisse
mit akademischer Kühle
eine akademische Rede
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Akademie · Akademiker · akademisch
Akademie f. ‘Stätte zur Förderung der Wissenschaft und Forschung, Vereinigung von Gelehrten, Künstlern, Dichtern’. Aus lat. Acadēmīa, griech. Akadḗmeia (Ἀκαδημία), auch Akadēmía (Ἀκαδημία), dem nach dem Heros Akadēmos benannten Hain bei Athen, der 385 vor bis 523 nach u. Z. Sitz der platonischen Schule war. Der italienische Humanismus greift die griech.-lat. Bezeichnung auf. Im 15. Jh. begegnet sie im Dt., im 16. Jh. in bezug auf Universitäten wie Wittenberg und Marburg. Im 17./18. Jh. entwickelt sich unter dem Einfluß von frz. académie die Bedeutung ‘gelehrte Gesellschaft’ in Konkurrenz mit (gelehrte) Gesellschaft und Sozietät, vgl. die 1700 als Brandenburgische Societät der Wissenschaften gegründete, 1744 als Akademie der Wissenschaften fortgeführte Akademie in Berlin. Akademiker m. ‘an einer Hochschule Ausgebildeter, Akademiemitglied’ (in beiden Bedeutungen 18. Jh.). Älter sind gleichbed. Akademist (aus frz. académiste), geläufig vom 17. bis 19. Jh., zuerst im Sinne von ‘Zögling einer Akademie’, sowie Akademikus (lat. Acadēmicus), das sporadisch und meist in lat. Flexion seit etwa 1600 bezeugt ist. akademisch Adj. ‘eine Akademie betreffend, zu einer Akademie gehörig’ (1. Hälfte 16. Jh.); doch vgl. bereits den vereinzelten Frühbeleg ahd. akadēmisc (um 1000), nach lat. Acadēmicus, griech. Akadēmaïkós (Ἀκαδημαϊκόϛ) ‘zur Akademie (bei Athen) gehörig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
akademisch · ↗gebildet · ↗gelehrt · ↗wissenschaftlich  ●  ↗szientifisch  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(rein) philosophisch · akademisch · ↗praxisfern · praxisfremd · theorielastig  ●  am grünen Tisch entworfen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗umsonst · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · ↗entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
Assoziationen
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
  • (sich) verlaufen · ↗(sich) verlieren · im Leeren verlaufen · im Nichts verlaufen · ins Leere laufen (mit) · nicht fruchten (bei jemandem) · nicht vorankommen · nicht weiterkommen (mit) · nicht weiterverfolgt werden · nichts bewirken · nichts herauskommen (bei) · ↗verpuffen · wirkungslos verpuffen · zu nichts führen  ●  wirkungslos bleiben  Hauptform · (sich) in Luft auflösen  ugs. · (sich) in Rauch auflösen  ugs. · (sich) in Wohlgefallen auflösen  ugs. · ↗(sich) totlaufen  ugs. · genauso gut hätte ich (+ absurde Handlung)  ugs. · im Sand verlaufen  ugs. · im Sande verlaufen  ugs. · nicht helfen  ugs. · nichts bringen  ugs. · vergebliche Liebesmüh sein  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplätschern  ugs. · ↗versanden  ugs.
  • gegenstandslos · ↗haltlos · ↗hinfällig · nicht (weiter) der Rede wert · nicht mehr erforderlich · nicht weiter beachtenswert · ↗nichtig · ↗unbegründet · ↗unhaltbar  ●  ↗(hat sich) erledigt  ugs. · Wegfall der Geschäftsgrundlage  fachspr., veraltet, juristisch · ↗obsolet (geworden)  geh.
  • (von vornherein) zum Scheitern verurteilt · ↗Makulatur · hoffnungsloses Unterfangen · ↗illusorisch · keine Option · keinen Sinn haben · keinen Sinn machen · keinen Sinn und Zweck haben · keinen Zweck haben · nicht realisierbar · nichts zu machen sein · ohne Aussicht auf Erfolg · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗unsinnig · ↗vergeblich · zu nichts führen · ↗zwecklos  ●  (ein) tot geborenes Kind  fig. · (ein) totgeborenes Kind  fig. · ↗aussichtslos  Hauptform · (das) kannst du vergessen  ugs. · (gut) für die Tonne  ugs. · bringt nichts  ugs. · führt zu nichts  ugs. · für den Arsch  vulg. · für die Katz  ugs. · hat keinen Wert  ugs., ruhrdt. · ↗umsonst  ugs. · ↗witzlos  ugs. · zu nichts gut sein  ugs.
  • (nur) (ein) Fetzen Papier · das Papier nicht wert, auf dem etwas gedruckt ist · das Papier nicht wert, auf dem etwas geschrieben steht · nur auf dem Papier stehen · wertloses Stück Papier
  • (die) Sache nicht weiter (voran) bringen · ↗Getändel · ↗Spielerei · harmloses Geplänkel  ●  Ringelpiez mit Anfassen  ugs.
  • brotlose Kunst · nicht nutzbar · nicht zu nutzen · ↗nutzlos · ohne Nutzen · ohne Nutzwert · ↗unbrauchbar · ↗unnütz · ↗untauglich · ↗unwirksam · zu nichts nutze  ●  Schmuck am Nachthemd  scherzhaft, fig. · ohne sittlichen Nährwert  ugs., scherzhaft
  • keine Verwendung haben (für) · mehr als notwendig (gewesen wäre) · mehr als nötig · nicht mehr notwendig · nicht mehr vonnöten · ↗zu viel · ↗überflüssig · ↗übergenug · ↗überzählig  ●  ↗überschüssig  Hauptform · wird nicht (mehr) gebraucht  ugs.
  • nicht vorstellbar · ↗unausdenkbar · ↗undenkbar · ↗unvorstellbar
  • keinen Pfifferling wert · keinen roten Heller wert · nichts wert (sein) · ohne (jeden) Wert  ●  ↗wertlos  Hauptform
  • (etwas) gar nicht erst zu versuchen brauchen · verbrannt sein  ●  kein Bein mehr an die Erde kriegen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschluß Ausbildung Auslandsamt Auslandsdienst Austauschdienst Beruf Diskurs Disziplin Elfenbeinturm Elite Freiheit Grad Jugend Karriere Laufbahn Lehrer Lehrkrankenhaus Milieu Mittelbau Nachwuchs Proletariat Selbstverwaltung Senat Titel Verlag Vorbildung Weihe Zirkel ausgebildet gebildet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›akademisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die europäische Version des B. führt in drei Jahren zu einem berufsqualifizierenden akademischen Abschluss.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Wer hier tafelt, hat ihren Weg in die akademische High Society gefunden.
Der Tagesspiegel, 31.08.2003
Nach 1945 wollte man in der Stadt die akademischen Traditionen wiederbeleben.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - M. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 2749
Dies war eine rein akademische Frage, auch im Verständnis der polnischen Führung.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 178
Dazu ist der akademische Unterricht da, weder abzurichten noch totes Wissen einzutrichtern.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7594
Zitationshilfe
„akademisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/akademisch>, abgerufen am 19.10.2019.

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