affektiv

GrammatikAdjektiv · Komparativ: affektiver · Superlativ: am affektivsten, Komparativ selten, Superlativ ungebräuchlich
Aussprache
Worttrennungaf-fek-tiv
WortzerlegungAffekt-iv
Wortbildung mit ›affektiv‹ als Grundform: ↗Affektivität
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Psychologie gefühlsbetont, durch Affekte gekennzeichnet;
Affekte auslösend Quelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Wenn die Verhältnisse uns dazu animieren, zeigen wir unsere guten Seiten: Wir werden kooperativ, manchmal sogar selbstlos. Doch dazu müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen sein: Wir müssen bewusst und reflektiert handeln statt affektiv und spontan. [Die Welt, 29.10.2010]
Diskurse dieser Art [Legalisierung der Leihmutterschaft] […] verändern die Selbst- und Fremdbilder, laden Situationen und Stimmungen affektiv auf und schaffen dauerhafte Polarisierungen. [Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2017]
Und er sei, als sie morgens heimkam, wutentbrannt in ihr Zimmer gestürzt[…] und [habe] schließlich […] zum Messer gegriffen. Für eine affektive Tat spreche auch, so Giese, dass es T. egal gewesen sei, dass sich der dreijährige Sohn im Zimmer befand. [Die Welt, 28.08.2003]
Insgesamt tragen die Ausführungen den Charakter einer Überzeugungsrede mit wenigen Informationen, affektive Momente überwiegen. [Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 115]
Ein Hauptmittel für die Entwicklung eines affektiven Stils [im musikalischen Schaffen] wurde die konsequente Anwendung der Rhetorik auf die Musik. [Blume, Friedrich: Barock. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 5560]
Untersuchungsergebnisse aus England weisen in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Aspekt hin: das Abdriften eines Teils der Hooligan- Szene in die emotionsgeladenere, affektivere Techno-, Ecstasy-und Rauschgiftszene. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.1996] ungewöhnl.
2.
die Gesamtheit des Gefühls- und Gemütslebens (Affekte, Emotionen, Stimmungen, Triebhaftigkeit) betreffendQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Unser Gehirn blendet bei affektiver Aufrüstung, etwa bei großer Wut, Hirnregionen aus, die Gewalt unterdrücken. [Die Welt, 15.09.2009]
»Die bipolare affektive Störung ist eine sehr schwere psychische Krankheit«, sagt er [der Psychiater]. [Die Welt, 07.07.2016]
Der Dialekt […] ist mehr die Sprache des Herzens, er entspricht unserem affektiven Sein. [Der Spiegel, 11.10.1993]
Für die meisten Musikhörer ist unbestritten, daß Musik Emotionen auslöst oder zumindest eine emotionale Bedeutung hat. Weit weniger eindeutig sind allerdings die bisherigen wissenschaftlichen Befunde zu den affektiven Wirkungen der Musik. [Langner, Ralph: Musikpsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 24475]
Kollokation:
als Adjektivattribut: eine affektive Störung, Psychose; affektive Erregung, Entladung; affektive Reife; ein affektives Lernziel

Thesaurus

Synonymgruppe
emotional · ↗emotionell · ↗gefühlsmäßig · ↗mental · ↗seelisch  ●  affektiv  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspannung Anteilnahme Aspekt Ausnahmezustand Besetzung Bezug Bindung Energie Entladung Erkrankung Erregung Gehalt Komponente Lernziel Psychose Reaktion Schema Störung Tonusverlust Wahrnehmung Wirkung Zustand Zuwendung besetzt emotional getönt intellektuell kognitiv motorisch psychomotorisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›affektiv‹.

Zitationshilfe
„affektiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/affektiv>, abgerufen am 21.10.2019.

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