achten

GrammatikVerb · achtete, hat geachtet
Aussprache
Worttrennungach-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›achten‹ als Erstglied: ↗achtbar · ↗achtenswert  ·  mit ›achten‹ als Letztglied: ↗hochachten · ↗missachten  ·  mit ›achten‹ als Grundform: ↗erachten · ↗verachten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf etw., jmdn. aufpassen, seine Aufmerksamkeit auf etw., jmdn. richten
Beispiele:
auf den Weg, die Gefahr achten
achte auf das Kind!
auf jmds. Rat, Warnung achten (= sie beherzigen)
auf diesen Umstand musst du besonders achten
darauf muss streng, unbedingt geachtet werden
auf die Worte des Lehrers, die Musik achten (= aufmerksam zuhören)
verneint
etw. gleichgültig behandeln, nicht beachten
mit Akk.
Beispiele:
sein Leben, die Mühe, das Geld nicht achten
Nicht Sturm und Regen achten wir [Bürger2,35]
mit Gen.
veraltend, gehoben
Beispiele:
man achtete unser nicht
Und dein nicht zu achten, / Wie ich! [GoethePrometheus]
[die Gehilfen] waren ... so vertieft, daß sie seiner Hast nicht achteten [KasackStadt107]
veraltet, landschaftlich sich achtensich nach jmdm., etw. richten
Beispiel:
Der Rentmeister achtete sich nach diesen Worten [Immerm.Münchh.1,63]
2.
jmdn., etw. schätzen, Achtung vor jmdm., etw. haben
Beispiele:
jmdn. hoch, gering achten
er ist wegen seiner Tüchtigkeit sehr geachtet
allgemein geachtete Leute
etw. respektieren
Beispiele:
jmds. Gefühle, Beweggründe, Gesinnung, Grundsätze achten
das Gesetz achten
3.
gehoben etw. erachten für, etw., jmdn. halten für
Beispiele:
etw. für gut, schlecht, geraten, unschicklich achten
etw. für eine Ehre, Schande achten
ich achtete es für das beste, nicht mehr davon zu reden
jmdn. für ehrbar, verloren achten
jmdn. für einen Ehrenmann, einen Narren, seinen Freund achten
veraltet
Beispiele:
Die Krone, der mein Fürst mich würdig achtete [GoetheTassoII 3]
daß er solche Lehren weit wichtiger und interessanter achtete als die Kenntnisse [Th. MannKröger9,206]
veraltet denken, meinen
Beispiele:
So achtʼ ich wohl, Gott würd' euch nicht verlassen [SchillerTellI 2]
der [Ring], achtʼ ich, gehört mit zum Hort [WagnerRheingold4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) genügen · Genüge tun · Rechnung tragen · achten · ↗beachten · ↗berücksichtigen · ↗denken (an) · ↗entsprechen · ↗respektieren · ↗sicherstellen
Assoziationen
Synonymgruppe
achten · ↗akzeptieren · ↗anerkennen · ↗respektieren · ↗schätzen · ↗wertschätzen · ↗würdigen · zu schätzen wissen  ●  (achtungsvoll) aufblicken zu  fig. · ↗ehren  geh. · ↗ästimieren  geh., veraltend
Unterbegriffe
  • großen Respekt vor (etwas) erweisen · ↗hoch schätzen · ↗respektieren · sehr achten · sehr schätzen · viel von (etwas) halten  ●  den Hut vor (etwas) ziehen  ugs. · ↗wertschätzen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Wert legen (auf etwas) · achten · ↗hochhalten · viel halten (auf etwas) · ↗wertschätzen

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›achten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das war mir im Laden nicht aufgefallen, dort habe ich auf andere Dinge geachtet.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Damit auch wirklich nichts schief läuft, sollte man bereits beim Kauf auf gute Ware achten.
Die Welt, 17.12.2005
Es ist daher notwendig, auf die Verbreitung der einzelnen Sorten gewissenhaft zu achten.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 260
Wir achteten ihn sehr hoch, als wir ihn dann kennenlernten, ohne seinen Namen zu wissen.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 302
Das Mädchen achtete nicht auf den höhnischen Ton des Alten.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9429
Zitationshilfe
„achten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/achten>, abgerufen am 24.04.2019.

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