abstellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-stel-len (computergeneriert)
Wortzerlegungab-stellen
Wortbildung mit ›abstellen‹ als Erstglied: ↗Abstellgleis · ↗Abstellhahn · ↗Abstellhebel · ↗Abstellkammer · ↗Abstellplatte · ↗Abstellplatz · ↗Abstellraum · ↗Abstelltisch · ↗Abstellung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. wegstellen
a)
eine Last niedersetzen, absetzen
Beispiel:
den Koffer, Eimer, Korb, das Tablett abstellen
b)
etw. vorübergehend Unbenutztes abseits stellen, unterstellen
Beispiele:
das Fahrrad, den Handwagen (im Hof) abstellen
ein (auf einem Nebengleis) abgestellter Güterzug
das Auto (in einer Nebenstraße) abstellen (= parken)
2.
Militär jmdn. abkommandieren
Beispiel:
zehn Mann wurden (für die neue Einheit, zur Küchenarbeit) abgestellt
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich er ist von Berlin nach Köln abgestellt worden (= er ist von Berlin nach Köln abgeschoben worden)
3.
etw. stoppen, den Lauf von etw. unterbrechen
Gegenwort zu anstellen
a)
etw. abdrehen
Beispiele:
das Wasser, die (Dampf)heizung, das Gas abstellen
den Haupthahn abstellen
b)
etw. ausschalten
Beispiele:
das Radio, den Lautsprecher, Motor, das Bügeleisen abstellen
das Licht abstellen (= den Hauptschalter ausschalten)
c)
Beispiele:
die Uhr abstellen (= das Perpendikel anhalten)
den CD-Spieler abstellen
die Klingel abstellen
d)
bildlich
Beispiel:
die große Kunst ... das Leben bis auf ein Minimum an Tätigkeit abstellen zu können [WerfelMusa Dagh449]
4.
übertragen etw. beseitigen
Beispiel:
Mängel, Missstände, Fehler, Beschwerden, schlechte Gewohnheiten abstellen
5.
etw. auf etw. einstellen, nach etw. ausrichten
Beispiele:
eine Feier auf ein Dichterwort, eine Tagung auf Atomforschung, mehrere Veranstaltungen auf das gleiche Thema abstellen
ihr Auftreten war auf den äußeren Eindruck, auf Wirkung abgestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstellen · ↗parken  ●  ↗parkieren  schweiz. · ↗stehenbleiben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(Fehler) ausmerzen · ↗(Mangel) beheben · (Missstand) abstellen · ↗(Problem) beseitigen · ↗(Problem) bewältigen · ↗(wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · ↗abhelfen · aus der Welt schaffen · ↗bereinigen · in Ordnung bringen · ↗klären · ↗lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig.
Assoziationen
  • (wieder) geraderücken · (wieder) in Ordnung bringen · (wieder) in eine vernünftige Ausgangslage bringen · (wieder) ins (rechte) Lot bringen · ↗(wieder) richtigstellen · ↗(wieder) zurechtrücken · vom Kopf auf die Füße stellen
  • (Missverständnis) aufklären · ↗(Missverständnis) ausräumen
  • die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig.
  • (eine Sache) bereinigen · (einen) Streit beilegen · (etwas) in Ordnung bringen · (etwas) ins Reine bringen · ↗(etwas) klären · ↗(sich) aussprechen · Ordnung schaffen · für klare Verhältnisse sorgen  ●  Tabula rasa machen  ugs. · reinen Tisch machen  ugs.
  • (gründlich) aufräumen · Ordnung schaffen  ●  (die Dinge) in Ordnung bringen  auch figurativ · klar Schiff machen  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) einstellen · ↗(sich) abgewöhnen · ↗ablegen · abstellen · ↗aufgeben · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beilegen · ↗bleiben lassen · ↗bleibenlassen · ↗einstellen · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  ↗sistieren  schweiz. · ↗ablassen (von)  geh. · sein lassen  ugs.
Assoziationen
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • abreißen · ↗aufhören · ↗enden · nicht fortgesetzt werden · nicht fortsetzen · zum Ende kommen · zum Erliegen kommen · zum Stillstand kommen
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(den) Aus-Knopf drücken · ↗abdrehen · ↗abschalten · abstellen · ↗ausknipsen · ↗ausschalten  ●  ↗ausmachen  ugs. · den Stecker (raus)ziehen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • abstellen
Synonymgruppe
ablegen · abstellen · ↗ausrichten · ↗hinstellen · ↗platzieren · ↗positionieren · ↗zurechtrücken
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auto Autofahrer Bewachung Box Fahrrad Fahrzeug Fehler Garage Gefährt Hausflur Heizung Kinderwagen Koffer Länderspiel Mangel Maschine Mikrofon Mißstand Motor Parkhaus Parkplatz Pkw Rad Straßenrand Strom Tasche Tiefgarage Wagen irgendwo stellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gestern stellten Ärzte die Geräte ab, die ihn vier Tage am Leben gehalten hatten.
Bild, 28.04.2003
Derzeit lassen sich nur an 19 Stationen Räder geordnet abstellen.
Der Tagesspiegel, 20.09.2000
Ich stellte den Wagen vorsichtshalber an der Ecke eines dieser kleinen Hotels ab.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 260
Weil drüben kein Platz war, ließ ich ihn sein Gerät in meine leere Garage abstellen.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 192
Dreiviertel haben doch wir, und nur das andere Viertel stellen die anderen ab.
o. A.: Kundgebung der NSDAP im Berliner Sportpalast, 01.09.1932
Zitationshilfe
„abstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abstellen>, abgerufen am 21.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Absteiger
Absteigequartier
absteigen
Absteige
Absteifung
Abstellgleis
Abstellhahn
Abstellhebel
Abstellkammer
Abstellnische