abscheuern

GrammatikVerb
Worttrennungab-scheu-ern (computergeneriert)
Wortzerlegungab-scheuern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. durch Scheuern entfernen
Beispiel:
den Schmutz, die Farbe, Fußspuren abscheuern
übertragen
Beispiel:
sich [Dativ] die Haut abscheuern
sich, etw. durchscheuern, abnutzen
Beispiele:
der Ärmel, die Hose scheuert sich ab
den Kragen abscheuern
2.
etw. mit der Scheuerbürste, mit Scheuersand reinigen
Beispiel:
den Tisch, Eimer, die Fliesen, den Parkettfußboden abscheuern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheuern · abscheuern · durchscheuern · bescheuert · Scheuertuch
scheuern Vb. ‘(mit der Bürste) kräftig reibend reinigen’, intransitiv auch ‘reiben’. Das im Md. und Nordd. übliche Verb (obd. dafür putzen) mhd. (md.) schiuren, schūren ‘scheuern, fegen, reinigen’, mnd. schǖren, mnl. scūren, nl. schuren ist vielleicht verwandt mit den unter ↗schüren (s. d.) genannten Wortformen und an die dort angegebene Wurzel anzuschließen, wie Pokorny 1, 954 nahelegt. Damit wäre die Vermutung einer Entlehnung über das Mnl. aus afrz. escurer (frz. écurer) ‘säubern, reinigen’, hervorgegangen aus vlat. *excūrāre (zu lat. cūrāre ‘Sorge tragen, besorgen, pflegen’), abzuweisen. scheuern bezeichnet anfangs (wohl als Wort handwerklichen Sprachgebrauchs) das Reinigen und Polieren von Metallgegenständen und wird Anfang des 16. Jhs. in die Haushaltssprache übernommen (Töpfe, Dielen, den Fußboden, die Stube scheuern). abscheuern Vb. ‘durch Scheuern beseitigen’, mhd. abeschūren; ‘(sich) abnutzen’ (18. Jh.). durchscheuern Vb. ‘völlig reinigen, abnutzen’ (17. Jh.). bescheuert Part.adj. ‘nicht bei Verstand’, auch ‘unangenehm, peinlich’, eigentlich ‘eine heftige Abreibung erhalten haben’; vgl. den Kopf scheuern ‘einen starken Verweis erteilen’ (Adelung), jmdm. eine scheuern ‘einen Schlag, eine Ohrfeige versetzen’. Scheuertuch n. ‘Putzlappen’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

scheuern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abscheuern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie er ihn zu fassen bekommt, vergißt er sein Vorhaben und scheuert den nächsten Fensterrahmen ab.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 75
Ein Klumpen war das, ein Stein, um den Algen ein Kissen gezogen hatten, das der Sand auch nicht abscheuern konnte.
Die Zeit, 08.03.1991, Nr. 11
Sie haben auf zehntausend Quadratmetern Platz, können sich in einer Lehmkuhle wälzen und ihre alte Haut an Felsen abscheuern.
Süddeutsche Zeitung, 26.10.1996
Bei ihnen bestehe die Gefahr, daß die Isolierung eines Batteriekabels abscheuere und dadurch einen Kurzschluß und Feuer verursache.
Die Welt, 13.12.2004
Diese genieteten Dinger, die aus irgendeinem Grund abgescheuert aussehen müssen, an Fabrik erinnern und an Cowboys, kommen nicht aus den USA.
Die Zeit, 21.11.1957, Nr. 47
Zitationshilfe
„abscheuern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abscheuern>, abgerufen am 22.07.2019.

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