abmachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-ma-chen
Wortzerlegungab-machen
Wortbildung mit ›abmachen‹ als Erstglied: ↗Abmachung  ·  mit ›abmachen‹ als Grundform: ↗abgemacht
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. entfernen
Beispiele:
das Schild (von der Tür) abmachen (= das Schild (von der Tür) abschrauben)
die Schnur (vom Paket) abmachen (= die Schnur (vom Paket) abstreifen)
den Schmutz (vom Schuh) abmachen (= den Schmutz (vom Schuh) abkratzen)
den Besatz (vom Kleid) abmachen (= den Besatz (vom Kleid) abtrennen)
das Fleisch (vom Knochen) abmachen (= das Fleisch (vom Knochen) ablösen)
die (schlechten) Blätter vom Kohl, Salat abmachen (= die (schlechten) Blätter vom Kohl, Salat abbrechen)
dem Kranken den Verband, dem Hund das Halsband abmachen (= abnehmen)
berlinisch, salopp, bildlich
Beispiel:
das mach dir man ab (= das schlag dir aus dem Kopf)
2.
eine Zeit ableisten
a)
eine Zeit abdienen
Beispiele:
sein (praktisches) Jahr abmachen
Bevor ich meine Zeit bei der königlichen Marine abmachen mußte [G. Hauptm.2,240]
b)
eine Zeit im Gefängnis absitzen
Beispiel:
nachdem ich die fünfzehn Jahre [Zuchthaus] abgemacht hatte [GoetzPrätorius5]
3.
etw. mit jmdm. zum Abschluss bringen
a)
etw. erledigen
Beispiele:
wir wollen diese (unangenehme, peinliche, heikle) Angelegenheit (kurz, so schnell wie möglich, im guten) unter uns abmachen
Schlimmes, Schweres für sich, mit sich (allein) abmachen (= allein damit fertigwerden)
b)
etw. vereinbaren
Beispiele:
den Preis, Lohn, Termin mit jmdm. (fest) abmachen
es war vierzehntägige Kündigung abgemacht
er hatte (heimlich) mit ihm abgemacht, dass ...
etw. bleibt, ist abgemacht
4.
landschaftlich, Kochkunst
Beispiel:
eine Suppe mit Butter, mit einem Ei abmachen (= verrühren)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abmachen · ↗absprechen · ↗akkordieren · ↗aushandeln · ausverhandeln · ↗vereinbaren · ↗übereinkommen (dass)  ●  ausschnapsen  österr. · ↗auskungeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ablösen · abmachen · ↗abtrennen · ↗entfernen · ↗loslösen · ↗trennen  ●  ↗abhängen  ugs. · ↗abkuppeln  ugs. · ↗loseisen  ugs. · ↗separieren  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deal Gewissen Gott Rechnung Sache Schild Strafe Termin Testspiel Transaktion allein alleine lieber machen selber selbst sofort untereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abmachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer diese Aufgabe nicht erfüllt, hat das mit seinem Gewissen abzumachen.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 54
Um vor den Gesetzen des guten Tones zu bestehen, ist es notwendig, alle Lebensäußerungen so unauffällig wie möglich abzumachen.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 9
Der Handel um Mehl sollte unten am Fluss abgemacht werden.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 57
Diese Frau hat alle Schuld auf sich genommen, damit ihre Genossen frei ausgingen, und die Strafe hat sie restlos abmachen müssen.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 28964
Was der Lehrer von ehedem mit der Ohrfeige abmachte, muß er heute durch Überzeugung und Vorbild erreichen.
Guter Rat, 1975, Nr. 3
Zitationshilfe
„abmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abmachen>, abgerufen am 23.08.2019.

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