abknöpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-knöp-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungab-knöpfen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gegenwort zu anknöpfen
Beispiel:
die Kapuze, den Kragen, die Hosenträger abknöpfen
2.
salopp, übertragen jmdm. etw. (wider seinen Willen) abnehmen
Beispiel:
er hat mir drei Euro, den letzten Groschen abgeknöpft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knopf · knöpfen · abknöpfen · vorknöpfen · Knopfloch
Knopf m. ‘(meist rundes) Kleidungsverschlußstück, Vorrichtung zum Drücken, Griff, Knauf’, ahd. knoph ‘Knoten, Knorren, Knopf’ (9. Jh.), mhd. knopf ‘Knorren, Knospe, Kugel, kugelförmiges Ende, Knauf, Knoten, Schlinge, Hügel’, mnd. knoppe, knuppe ‘Knoten, Bündel, Knospe’, mnl. cnop ‘Knoten, Knorren, Knopf, Klumpen, Knauf’, nl. knop ‘Knopf, Knauf, Knospe’, schwed. knopp ‘Knospe, Knauf’ führen auf germ. *knuppa- ‘Zusammengeballtes, Klumpen’, woneben ohne Konsonantenschärfung germ. *knupa- (s. ↗Knospe), ablautend germ. *knaupa- (s. ↗Knauf) und germ. *knob- (s. ↗knobeln). Man kann die germ. Formen mit ir. gnobh ‘Knoten am Holz’, lit. gniáubti ‘umfassen, umarmen’ (aus älterem *gnēubh-) und gniùbti ‘Festigkeit verlieren, sich senken’ vergleichen und ie. *gneubh- erschließen, das als Erweiterung der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ gelten kann, wenn man nicht für die Wortgruppe Knopf, knüpfen, Knauf, Knüppel, knuffen, Knospe, knobeln germ. Entstehung annehmen will. knöpfen Vb. ‘mit Knöpfen öffnen oder schließen’, frühnhd. knopffen. abknöpfen Vb. ‘abpflücken’ (15. Jh.), ‘Knöpfe lösen’ (18. Jh.), übertragen ‘weg-, abnehmen’ (19. Jh.). vorknöpfen Vb. ‘zurechtweisen, maßregeln’, eigentlich ‘jmdn. an den Knöpfen fassen und vor sich hinstellen’ (19. Jh.). Knopfloch n. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗abräumen · ↗entreißen · ↗entwenden · ↗entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · ↗wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · abknöpfen  ugs. · ↗abluchsen  ugs. · ↗abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgabe Ball Besucher Bußgeld Bürger Dollar Ersparnis Fahrer Fiskus Gebühr Geld Konkurrent Kunde Leutchen Mark Marktanteil Miete Punkt Sekunde Steuer Steuerzahler Titel knöpfen mindestens viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abknöpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie knöpfen ihren Kunden bis 30 DM ab, sogar dann, wenn sie bei der Emission gar nicht zum Zuge gekommen sind.
Der Tagesspiegel, 14.05.1999
Konkret bedeutet das: Sie knöpfen denen, die es sich noch leisten können, mehr Geld ab.
Die Zeit, 17.01.1994, Nr. 03
Einige standen auf, knöpften sich die Hosen ab und hockten hin.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 76
Dann fällt ihm was ein, er knöpft schnell die Hosen ab, geht auf den Kübel und legt sein Morgenei.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 6
Tjaden knöpfte jetzt Himmelstoß die Hosenträger ab und zog ihm die Hosen herunter.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 46
Zitationshilfe
„abknöpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abknöpfen>, abgerufen am 22.07.2019.

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