abgöttisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungab-göt-tisch (computergeneriert)
WortzerlegungAbgott-isch
eWDG, 1967

Bedeutung

wie einen Abgott, übertrieben
Beispiele:
jmdn. abgöttisch lieben, verehren, bewundern
mit abgöttischer Liebe an jmdm. hängen (= mit übergroßer Liebe an jmdm. hängen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abgott · Abgötterei · abgöttisch
Abgott m. aus der Sicht monotheistischer Religionen ‘falscher (heidnischer) Gott, Götze’, dann auch ‘vergöttertes Wesen, Gegenstand blinder Verehrung’. Die auf das Kontinentalwestgerm. beschränkten Formen ahd. abgot m. n., dazu die Ableitung abguti n. Plur. (um 800), mhd. abgot, asächs. mnl. nl. afgod, mnd. afgot, afries. ofgod, afgod entstehen bei der Bekehrung der Germanen zum Christentum. Zur Funktion des Präfixes ab-, die Negation bzw. das Gegenteil des durch das Grundwort bezeichneten Begriffs ausdrückend oder etw. als schlecht, minderwertig bezeichnend, vgl. Wilmanns 2 (²1899) 574. Nicht hierher gehört das nach Wortbildung und Bedeutung verschiedene got. afguþs ‘gottlos’. Als Possessivkompositum übersetzt es griech. asebḗs (ἀσεβής) ‘gottlos, ruchlos, frevelhaft’ und bedeutet wörtlich ‘wessen Gott weg ist, keinen Gott habend’. Gleicher Art sind die Bildungen westfläm. afgod, norw. (mundartlich) avgud ‘gottloser Mensch’. Abgötterei f. ‘Götzendienst’ (Ende 14. Jh.), ‘übertriebener Kult mit angebeteten Personen, auch Dingen’ (2. Hälfte 17. Jh.). abgöttisch Adj. ‘götzendienerisch’ (2. Hälfte 14. Jh.), ‘wie einen Abgott, übertrieben’ (2. Hälfte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgöttisch · aus tiefster Seele · ↗rasend · ↗unendlich · ↗überschwänglich  ●  ↗blind  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewunderung Liebe Verehrung geliebt geradezu lieben verehren verehrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abgöttisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kritiker nahmen die Musik wohlwollend auf, ihre Fans liebten sie abgöttisch.
Die Zeit, 27.12.2010 (online)
Die Fans, von denen man sich viele wohl in ähnlichen Lagen vorstellen kann, verehren die beiden abgöttisch, aber nicht sklavisch.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.1998
Abgöttische Begeisterung leuchtete in den Augen der vier kalkweißen Professoren.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 174
Der hat Luise abgöttisch geliebt und hätte sie nie sitzen lassen.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 148
Hier wie immer war Baron Manteuffel allen voraus, der abgöttisch geliebte Führer des Ersten Stoßtrupps.
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 81
Zitationshilfe
„abgöttisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abgöttisch>, abgerufen am 16.06.2019.

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