abenteuern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaben-teu-ern
GrundformAbenteuer
eWDG, 1967

Bedeutung

dichterisch auf Abenteuer ausgehen
Beispiel:
die Stolzen und Kalten, die auf den Pfaden ... der dämonischen Schönheit abenteuern [Th. MannKröger9,271]
meist im Part. Präs.
Beispiele:
sie bebte vom Gefühl abenteuernder Jugend [H. Mann2,413]
Wir schlenderten beobachtend durch die Säle, abenteuernde Entdecker [HesseSteppenw.4,360]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abenteuer · abenteuerlich · abenteuern · Abenteurer
Abenteuer n. ‘erregendes Erlebnis, mutwillig eingegangenes Wagnis, Liebesaffäre’. Mhd. āventiure, ābentiur ‘Begebenheit, gewagtes Beginnen mit ungewissem Ausgang, Schicksal’ wird Ende des 12. Jhs. aus gleichbed. afrz. aventure entlehnt, dem vlat. *adventūra ‘Ereignis, Geschehnis’ vorausgeht. Dies ist eigentlich Plur. Neutr. des substantivierten Part. Fut. von lat. advenīre ‘herankommen, ankommen’, also als das, ‘was sich ereignen wird, das sich Ereignende’ zu erklären. Die Bedeutung ‘Liebesaffäre’ (seit Mitte des 16. Jhs. üblich) klingt vereinzelt schon in mhd. Zeugnissen an. abenteuerlich Adj. ‘voller Abenteuer, außergewöhnlich, gewagt’, mhd. āventiurlich, spätmhd. ābenturlich ‘voll ungewöhnlicher Dinge’. abenteuern Vb. ‘auf Abenteuer ausgehen, Abenteuer suchen’, mhd. āventiuren. Abenteurer m. ‘wer auf Abenteuer ausgeht, Glücksritter’, mhd. (selten) āventiurære ‘wer auf ritterliche Wagnisse auszieht’ (Anfang 13. Jh.), auch ‘Krämer, Wanderhändler, Gaukler, Spielmann, Schausteller’ (Ende 14. bis 16. Jh., vereinzelt bis Anfang 18. Jh.); die neuere Bedeutung ‘Glücksritter’ (18. Jh.) steht unter Einfluß von engl. adventurer, frz. aventurier.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Begabt, machthungrig, selbstherrlich und unbeliebt abenteuert der Pedant durch die Welt.
Süddeutsche Zeitung, 20.08.1994
Die banalen Dinge, mit denen wir leben, abenteuern durch die Zeilen.
Die Welt, 07.08.1999
Etwa eine halbe Stunde abenteuert der Wanderer des Weges dahin.
Die Zeit, 05.09.1986, Nr. 37
So vergnügt man sich heute nicht mehr mit `flächigen´ Ballerspielen, sondern abenteuert in virtuellen Welten umher und erlegt fein texturierte Monster.
C't, 1998, Nr. 1
Dank seiner Schöpferin, der Autorin und Illustratorin Barbara Landbeck, abenteuert Max mit Piraten, entdeckt den Mond oder sucht gelbe Socken für Willy, das Schlossgespenst.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.2001
Zitationshilfe
„abenteuern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/abenteuern>, abgerufen am 14.10.2019.

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