Zwist, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zwist(e)s · Nominativ Plural: Zwiste
Aussprache
Wortbildung mit ›Zwist‹ als Erstglied: ↗Zwistigkeit  ·  mit ›Zwist‹ als Letztglied: ↗Ehezwist
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben Streit, Hader
Beispiele:
einen Zwist mit jmdm. haben, bekommen, austragen
zwischen den Brüdern hat es niemals Zwist gegeben
sie lebten in, im Zwist miteinander
einen alten, jahrelangen Zwist beilegen, begraben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwist m. ‘Uneinigkeit, Streit’, nd.-nl. Herkunft. Mnd. twist, mnl. twist, twest, nl. twist ‘Zank, Streit’ erhält im Rheingebiet den hd. Anlaut z- (14. Jh.) und dringt in dieser Lautform allmählich nach Westen vor (zumal als Ausdruck der Rechtssprache ‘Streitigkeit, Auseinandersetzung’), wird von hd. schreibenden md. und nordd. Schriftstellern zögernd aufgenommen, bleibt aber in der Literatursprache ein seltenes Wort. Es ist verwandt mit mengl. twist(e) ‘Astgabel, Zweig’, anord. tvistra ‘trennen’; vgl. auch got. twisstandan ‘sich trennen’, twis-stass ‘Zwiespalt’. Außergerm. lassen sich vielleicht heranziehen aind. dviṣṭhaḥ ‘an zwei Orten befindlich, zweideutig’, dvḗṣṭi ‘haßt, feindet an’, griech. distázein (διστάζειν) ‘zweifeln, ungewiß sein, schwanken’. Auszugehen ist von einer Bildung zu ie. *du̯is- ‘entzwei, auseinander’ (das dem Multiplikativadverb ie. *du̯is ‘zweimal’ entspricht, s. ↗Zweig und ↗Zwirn) entweder mit einer Ablautform der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (ie. *du̯istho-) oder mit to-Suffix (ie. *du̯isto-).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auseinandersetzung · ↗Clinch · ↗Geplänkel · ↗Gerangel · ↗Hakelei · ↗Rangelei · ↗Scharmützel · ↗Streiterei · ↗Streitigkeit · ↗Unfrieden · ↗Zank · ↗Zerwürfnis · Zwist · ↗Zwistigkeit  ●  ↗Streit  Hauptform · Differenzen  geh. · ↗Hader  geh. · ↗Hickhack  ugs. · ↗Klinsch  ugs., regional · ↗Knatsch  ugs. · ↗Krach  ugs. · Querelen  geh. · ↗Stunk  ugs. · ↗Wickel  ugs., österr. · ↗Zankerei  ugs. · ↗Zoff  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitgeberlager Auslöser Hader Schwesterpartei Zank andauernd ausgetragen ausräumen austragen beilegen brüderlich ehelich entbrennen entzünden eskalieren inner innerparteilich intern jahrelang kleinlich koalitionsintern leidig parteiintern schlichten schwelen schwelend schüren säen transatlantisch während

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zwist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An innerpolitischem Zwist fehlt es auch in diesem Lande nicht.
Die Zeit, 22.02.1965, Nr. 08
Schon bald ließ ein neuerlicher Vorfall den Zwist wieder aufflammen.
o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 2502
Eine Nationalmannschaft ohne Zwist und Hader ist für die Presse völlig uninteressant.
Der Spiegel, 23.02.1987
Der jahrhundertealte Zwist zwischen England und Frankreich ist schon 1904 durch die Entente cordiale gegen das aufstrebende Deutschland beendet worden.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 87
China war durch inneren Zwist zerrissen, und die Regierung der Kuomintang war immer abhängiger von amerikanischer Unterstützung geworden.
Panikkar, Kavalam Madhava: Neue Staaten in Asien und Afrika. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10162
Zitationshilfe
„Zwist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zwist>, abgerufen am 15.10.2019.

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