Zutrauen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Zutrauens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungZu-trau-en (computergeneriert)
Grundformzutrauen
Wortbildung mit ›Zutrauen‹ als Erstglied: ↗zutraulich
eWDG, 1977

Bedeutung

Vertrauen
Beispiele:
ich habe viel, wenig, kein rechtes, ein grenzenloses Zutrauen zu ihm
sie hat alles Zutrauen zu ihm verloren, hat allmählich wieder Zutrauen zu sich selbst gewonnen
du solltest wieder ein wenig mehr Zutrauen zu dir haben
sein Gesicht flößte Zutrauen ein
sie plauderte wie ein Kind voll Zutrauen zu ihm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trauen · Traute · Trauung · Trauring · Trauzeuge · betrauen · vertrauen · vertraut · Vertrauen · vertraulich · anvertrauen · zutrauen · Zutrauen · zutraulich
trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter ↗treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie ↗bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erwartung · ↗Hoffnung · ↗Vertrauen · ↗Zukunftserwartung · Zutrauen · ↗Zuversicht
Unterbegriffe
  • Erwartung hegen · Hoffnung haben · ↗erträumen
Assoziationen
  • (jedes) kleinste Hoffnungszeichen · Fünkchen Hoffnung · ↗Hoffnungsfunken · Hoffnungsfünkchen · ↗Hoffnungsschimmer
  • Fortentwicklung · ↗Fortschritt · ↗Progress · ↗Verbesserung  ●  Schritt nach vorne  fig. · großer Sprung nach vorn  fig. · ↗Quantensprung  ugs., fig.
  • (fest) glauben an · (sich) verlassen auf · (sich) viel erhoffen von · bauen auf · setzen auf · sich viel versprechen von · vertrauen auf · viel erwarten von  ●  (große) Hoffnungen setzen in  Hauptform
  • Hoffnungsschimmer · ↗Hoffnungsstrahl · ↗Lichtblick · Lichtstreif am Horizont · Lichtstreifen am Horizont · Silberstreif am Horizont · Silberstreifen am Horizont · erfreuliche Aussichten · gute Aussichten
  • in die Zukunft schauen · nach vorne schauen  ●  nach vorne gehen  fig. · nicht zurückschauen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fähigkeit Führungskraft Kompetenz Leistungsfähigkeit Lösungskompetenz Mut Optimismus Selbstbewußtsein Vertrauen Zuversicht einflößen erschüttern erwecken fassen fehlend grenzenlos mangelnd naiv schwinden schwindend stärken umschlagen unbedingt unerschütterlich untergraben veredeln wachsend wechselseitig wecken zeugen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zutrauen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann nimmt das Zutrauen in die Deutschen wieder zu, es wird verstärkt Kapital ins Land fließen.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
So stärkten sie das unentbehrliche Zutrauen der Bürger zum Parlament.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 132
Als sie merkte, daß ich nach Wegen suchte, ihr zu helfen, faßte sie Zutrauen.
Bild, 01.10.1998
Ich redete ihm gut zu und mir selber Zutrauen ein.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1943. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1943], S. 29
Es ist jetzt etwas ruhiger draußen, aber ich habe wenig Zutrauen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 216
Zitationshilfe
„Zutrauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zutrauen>, abgerufen am 19.08.2019.

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