Zuspruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zuspruch(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungZu-spruch
Grundformzusprechen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
ermunternde, tröstende Worte, Worte der Anteilnahme
Beispiele:
wir versuchten, ihn in seinem Schmerz durch tröstenden, liebevollen Zuspruch aufzurichten
er war ihr für ihre gütigen Worte des Zuspruchs sehr dankbar
das Geschrei des Kindes ließ sich durch keinen Zuspruch besänftigen
2.
Zulauf
Beispiele:
das Theaterstück hatte, fand viel Zuspruch
gespreizt das Theaterstück erfreute sich eines regen Zuspruchs
die neu eingerichteten Gaststätten hatten großen Zuspruch
da er ein geschickter Handwerker war, hatte er viel Zuspruch (= Kundschaft)
3.
etw. findet bei jmdm. Zuspruchetw. findet bei jmdm. Anklang, gefällt jmdm.
Beispiele:
diese Spielsachen finden den größten Zuspruch bei den Kleinen
dein Salzgebäck hat allgemeinen Zuspruch bei den Gästen gefunden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter ↗Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. ↗sprühen, ↗Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Balsam für die Seele · ↗Trost · ↗Tröstung · Zuspruch · gutes Zureden · warme Worte  ●  ↗Seelenmassage  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Achtung · ↗Anerkennung · ↗Beachtung · ↗Bestätigung · ↗Bewunderung · ↗Ehrerbietung · ↗Hochachtung · ↗Respekt · ↗Wertschätzung · Zuspruch  ●  ↗Rückenwind  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Befürwortung · ↗Bekräftigung · ↗Bestätigung · ↗Nachweis · Quittierung · ↗Quittung · ↗Rückmeldung · ↗Versicherung · ↗Zusage · ↗Zusicherung · Zuspruch
Unterbegriffe
  • Ariernachweis · Arierschein
  • ELENA-Verfahren · elektronischer Einkommensnachweis · elektronisches Entgeltnachweis-Verfahren
  • Impfausweis · Impfbuch · ↗Impfpass
  • Anmeldebestätigung · Meldebestätigung  ●  ↗Meldezettel  österr. · Niederlassungsausweis  schweiz. · Schriftenempfangsschein  schweiz.
Synonymgruppe
Affirmation · ↗Beipflichtung · ↗Bejahung · ↗Bekräftigung · ↗Bestätigung · Zusagung · Zuspruch · ↗Zustimmung
Oberbegriffe
Assoziationen
  • etwa nicht? · ja? · nicht wahr? · oder (etwa) nicht? · stimmt's?  ●  gell?  ugs., süddt. · ↗gelle  ugs., veraltend, süddt. · gelt?  ugs. · he? (regional vereinzelt)  ugs. · nicht?  ugs. · nä?  ugs., norddeutsch · näch?  ugs., ruhrdt. · oder? (norddt., süddt. verstreut)  ugs. · wa?  ugs., berlinerisch, regional, norddeutsch · was?  ugs. · woll? (Sauerland, bergisch)  ugs.
Synonymgruppe
Aufmunterung · ↗Aufrichtung · ↗Ermunterung · ↗Ermutigung · Zuspruch
Assoziationen
Synonymgruppe
Akzeptanz · ↗Bejahung · ↗Entgegenkommen · ↗Wohlwollen · Zuspruch · ↗Zustimmung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufmunterung Ermunterung Ermutigung Lob Publikum Trost aufmunternd bedanken begeistert einhellig enorm erfahren erfinden erhalten erhofft ermunternd ermutigend ernten finden geistlich lebhaft mangelnd massenhaft reg tröstend unerwartet ungebrochen ungeteilt wachsend überwältigend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zuspruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ein kleiner Zuspruch gewesen, der richtig gutgetan hat.
Der Tagesspiegel, 09.04.2001
Schließlich erfreute sich der noch aktuelle Mini stets eines hohen weiblichen Zuspruchs.
Die Welt, 16.09.2000
An unüberzeugtem Zuspruch, überzeugt vorgetragen, ließ ich es nicht fehlen.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 628
Kein freundschaftlicher Zuspruch war vermögend, ihn einer selbstvertrauenden Tätigkeit zurückzugeben.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 99
Um bei privaten Nöten den menschlichen Zuspruch der anderen zu finden, durfte man sich ihnen gegenüber nicht verschließen.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 273
Zitationshilfe
„Zuspruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zuspruch>, abgerufen am 22.04.2019.

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