Zusage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zusage · Nominativ Plural: Zusagen
Aussprache
WorttrennungZu-sa-ge
Grundformzusagen
Wortbildung mit ›Zusage‹ als Letztglied: ↗Finanzierungszusage · ↗Hilfszusage · ↗Investitionszusage · ↗Kreditzusage · ↗Pensionszusage · ↗Versorgungszusage
eWDG, 1977

Bedeutung

zustimmender Bescheid
Gegenwort zu Absage, siehe auch sagen (Lesart 2)
Beispiele:
jmdm. eine Zusage zu etw. geben
er erhielt von der Direktion die Zusage, dass er die neue Stelle besetzen könne
Versprechen
Beispiele:
jmdm. eine (ehrenwörtliche) Zusage geben
eine Zusage brechen, nicht einhalten
eine feste, bindende Zusage machen, erhalten
er war sich [Dativ] der Verantwortung bewusst, die er mit der Zusage übernahm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anerkennung · ↗Befolgung · ↗Einhaltung · ↗Einverständnis · Zusage · ↗Zustimmung
Antonyme
  • Zusage
Synonymgruppe
Annahme · ↗Aufgabe · ↗Gelübde · ↗Verpflichtung · ↗Versprechen · Zusage
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Wortbruch · gebrochenes Versprechen · nicht eingehaltenes Versprechen
Synonymgruppe
Befürwortung · ↗Bekräftigung · ↗Bestätigung · ↗Nachweis · Quittierung · ↗Quittung · ↗Rückmeldung · ↗Versicherung · Zusage · ↗Zusicherung · ↗Zuspruch
Unterbegriffe
  • Ariernachweis · Arierschein
  • ELENA-Verfahren · elektronischer Einkommensnachweis · elektronisches Entgeltnachweis-Verfahren
  • Impfausweis · Impfbuch · ↗Impfpass
  • Anmeldebestätigung · Meldebestätigung  ●  ↗Meldezettel  österr. · Niederlassungsausweis  schweiz. · Schriftenempfangsschein  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundeskanzler Einhaltung abringen ausstehen bindend definitiv eingehalten einhalten einlösen entsprechend erfüllen erhalten fest finanziell gebrechen gegeben gemacht knüpfen konkret mündlich pochen schriftlich unverbindlich vag verbindlich vertraglich vorliegen widerrufen zurücknehmen zurückziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zusage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber bis zum Juni geht keine einzige nennenswerte Zusage ein.
Die Zeit, 03.08.2005, Nr. 31
Im März 2000 erhielt man die Zusage ausgerechnet von General Motors.
Der Tagesspiegel, 24.01.2005
Die Zusage des Führers erfolgte immer sehr spontan, aber die Verwirklichung ließ sehr auf sich warten.
o. A.: Einhundertelfter Tag. Donnerstag, 18. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14898
Sie geben telefonisch Ihre Zusage oder bedauern, nicht teilnehmen zu können.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 405
In der Folge wurde diese Zusage allerdings nicht voll eingehalten.
o. A.: Einhundertzweiundfünfzigster Tag. Dienstag, 11. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23693
Zitationshilfe
„Zusage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zusage>, abgerufen am 23.10.2019.

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