Zucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zucht · Nominativ Plural: Zuchten
Aussprache
Wortbildung mit ›Zucht‹ als Erstglied: ↗Zuchtbetrieb · ↗Zuchtbock · ↗Zuchtbuch · ↗Zuchtbulle · ↗Zuchterfolg · ↗Zuchthaus · ↗Zuchthengst · ↗Zuchtkuh · ↗Zuchtmeister · ↗Zuchtmittel · ↗Zuchtperle · ↗Zuchtregister · ↗Zuchtrute · ↗Zuchtsau · ↗Zuchtschwein · ↗Zuchtstamm · ↗Zuchtstier · ↗Zuchttaube · ↗Zuchttier · ↗Zuchtvieh · ↗Zuchtwahl · ↗zuchtlos · ↗zuchtreif · ↗zuchttauglich · ↗zuchtvoll
 ·  mit ›Zucht‹ als Letztglied: ↗Bienenzucht · ↗Blumenzucht · ↗Fischzucht · ↗Geflügelzucht · ↗Gemüsezucht · ↗Hochzucht · ↗Hundezucht · ↗Inzucht · ↗Kirchenzucht · ↗Notzucht · ↗Pferdezucht · ↗Rassenreinzucht · ↗Rassenzucht · ↗Rassereinzucht · ↗Rassezucht · ↗Rinderzucht · ↗Rosenzucht · ↗Saatzucht · ↗Schafszucht · ↗Schafzucht · ↗Selbstzucht · ↗Taubenzucht · ↗Unzucht · ↗Viehzucht
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Aufzucht, Züchtung von Pflanzen, Tieren
Beispiele:
die Zucht von Blumen, Obstbäumen
sich mit der Zucht von Jagdhunden beschäftigen
ein für die Zucht unbrauchbares Tier
2.
das Gezüchtete, der Stamm, die aufgezogene Gruppe von Tieren oder Pflanzen
Beispiele:
die Tiere, Pflanzen aus seiner Zucht, aus diesen Zuchten sind besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten
in der Nährlösung hat sich eine Zucht von Bakterien entwickelt
eine kräftige Stute aus belgischer Zucht
diese Tiere stammen aus einer, ein und derselben Zucht
Orchideen verschiedener Zuchten
nur im Singular
salopp, abwertend, übertragen Bande, Horde von Kindern
Beispiel:
So ein Sauvolk, solche verdammte Zucht [FalladaJeder stirbt280]
3.
nur im Singular
veraltend, spöttisch Erziehung
Beispiele:
eine eiserne, strenge Zucht ausüben
jmdn. in (harte) Zucht nehmen
bei solch mangelhafter Zucht kann ja nichts aus diesen Kindern werden
4.
nur im Singular
Ordnung, Disziplin, Gehorsam
Beispiele:
in dieser Klasse herrschen Zucht und Ordnung
auf Zucht und Anstand halten
umgangssprachlich bei euch herrscht ja eine schöne Zucht!
veraltet in Züchtenmit Anstand
Beispiel:
Aber es gibt viele seinesgleichen in unserm Revier, und Bauschan jagt sie in Züchten und Ehren [Th. MannHerr u. Hund9,605]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zucht · züchten · Züchter · züchtig · Gezücht · züchtigen · Unzucht · unzüchtig · Zuchthaus · Zuchtwahl
Zucht f. ‘das Aufziehen, Züchten (von Tieren und Pflanzen) und dessen Ergebnis, (strenge) Erziehung, Gehorsamkeit, Disziplin’, ahd. zuht ‘Unterhalt, Nahrung, Erziehung, Belehrung, Sprößling, Geschlecht’ (8. Jh.), mhd. zuht ‘das Ziehen, Zug, Richtung, Weg, Erziehung, Bildung, Strafe, feine Sitte und Lebensart, Ernährung, Unterhalt, Abstammung, das Aufgezogene’, asächs. tuht, mnd. tucht ‘Zug, Ziehen, Aufschub, Verzug, Frist, Erziehung, Bildung, das Aufgezogene’ (besonders vom Vieh), mnl. tocht, tucht ‘das Ziehen, Erziehung, Nutznießung, Höflichkeit’, nl. tocht, aengl. tyht ‘Lauf, Bewegung, Unterweisung’, anord. (wohl aus dem Mnd.) tykt ‘Zucht, Strafe’ sowie got. ustaúhts ‘Vollendung, Erfüllung’ sind ablautende Abstrakta mit ti-Suffix (germ. *tuhti-) zu dem unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verb. Sie bezeichnen zunächst ‘das Ziehen’ als Beihilfe bei der Geburt von Haustieren, danach die Ernährung und Pflege der Jungtiere sowie das Aufziehen von Pflanzen und (jungen) Menschen und (im menschlichen Bereich) Erziehung und Bildung. Mhd. zuht gehört im Sinne von ‘feine Sitte und höfische Lebensart’ zu den Kernbegriffen der mittelalterlich-höfischen Ethik. züchten Vb. ‘planmäßig und auswählend Pflanzen oder Tiere heranziehen’, ahd. zuhten (8. Jh.), mhd. zühten ‘nähren, aufziehen’. Züchter m. ‘wer planmäßig, auswählend, veredelnd Tiere und Pflanzen heranzieht’ (wohl erst 19. Jh.), zuvor frühnhd. ‘Lehrer, Erzieher’; vgl. ahd. zuhtāri ‘Ernährer, Erzieher’ (9. Jh.; zuhtāra f. ‘Ernährerin’, auch ‘Nachkommenschaft’, 8. Jh.), mhd. zühter ‘Vogeljunges’, auch ‘wer junge Tiere aufzieht’. züchtig Adj. ‘brav, anständig’, ahd. zuhtīg ‘geschult, maßvoll, zur Zucht fähig’ (10. Jh.), mhd. zühtec, zühtic ‘züchtigend, wohlgezogen, artig, höflich, gedeihlich, fruchtbringend’. Gezücht n. ‘Heran-, Aufgezogenes’, oft geringschätzig ‘Brut, Gesindel, Geschmeiß’, mhd. gezüchte; Kollektivum zu Zucht. Vgl. Otterngezüchte (Luther, Mt. 3,7). züchtigen Vb. ‘(körperlich) strafen’, mhd. zühtegen, zühtigen ‘durch Zucht erziehen, strafen, sich ziehen, bilden’; vgl. ahd. afterzuhtīg ‘(nach dem Werfen der Lämmer) säugend’ und (zweifelhaft) afterzuhtīgen ‘(nach dem Werfen der Lämmer) säugen’. Unzucht f. ‘unsittliche Handlung’, ahd. unzuht (10. Jh.), mhd. unzuht ‘Ungehörigkeit, Ungesittetheit, Roheit, Gewalttätigkeit, Unsittlichkeit’. unzüchtig Adj. ‘unsittlich’, ahd. unzuhtīg (10. Jh.), mhd. unzühtec, unzühtic ‘zuchtlos, unsittlich’. Zuchthaus n. ‘Strafanstalt’ (17. Jh.), ‘Wohngemeinschaft, Internat, Erziehungs-, Besserungsanstalt’ (16. Jh.). Zuchtwahl f. s. ↗Selektion.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausbildung · ↗Bildung · ↗Erziehung · ↗Schule · Zucht
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufzucht · ↗Haltung (von Tieren) · Zucht
Assoziationen
Synonymgruppe
Zucht · ↗Züchtung · züchterische Entwicklung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abrichten Abrichtung Askese Aufzucht Ersatzgewebe Fütterung Gestüt Gottesfurcht Hunderasse Import Kampfhund Leistungsprüfung Nervengewebe Nutztier Ordnung Rasse Rennpferd Seidenraupe Sitte Strenge Unzucht Vollblutpferd Züchtigung geschlechtlich klösterlich sittlich soldatisch straff streng verbieten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis dahin versucht sie auch mit katholischer Zucht, die Union zum Einlenken zu bringen.
Der Tagesspiegel, 02.02.2004
Erst ein Jahr später konnte der Zoo ein neues Männchen für die Zucht auftreiben.
Bild, 23.02.2000
Gleichartig sind dagegen alle Gesetzgebungen in der Durchführung der bürgerlichen Zucht.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 30300
Die Zucht liegt fast ausschließlich in privaten oder genossenschaftlichen Händen.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 228
Die Zucht erscheint hier beschränkt und einfacher, als sie meist dargestellt ist.
Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, 1906, Bd. 38
Zitationshilfe
„Zucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zucht>, abgerufen am 16.06.2019.

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