Zeichnung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zeichnung · Nominativ Plural: Zeichnungen
Aussprache
WorttrennungZeich-nung (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
bildliche Darstellung, die vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführt ist
Beispiele:
eine saubere, flüchtige Zeichnung
eine Zeichnung entwerfen, ausführen, kopieren, vervielfältigen
ein Klischee nach einer Zeichnung herstellen
er hatte eine Mappe mit Zeichnungen unter dem Arm
a)
Beispiele:
eine künstlerische Zeichnung
das Kinderbuch ist mit vielen lustigen Zeichnungen illustriert
die Zeichnung ist naturgetreu
die Zeichnung zeugt von Begabung
besonders die Zeichnungen des Künstlers sind weltberühmt geworden
übertragen
Beispiel:
die Zeichnung der Charaktere, Figuren des Romans ist lebendig, lebensecht, realistisch, übertrieben, ist nicht durchweg gelungen
b)
Beispiele:
eine technische Zeichnung
die Zeichnungen zu einem neuen, für ein neues Projekt
eine Zeichnung im Maßstab 1:20
fachsprachlich eine maßstäbliche Zeichnung
ein Werkstück nach der Zeichnung herstellen, bearbeiten
2.
nur im Singular
gehoben Kennzeichnung
Beispiel:
Scharfe Leiden, die Zeichnung durch ein mühevolles, erfolgloses Leben ... das schaut aus unserem Gesicht [BrodZauberreich38]
3.
natürliche Musterung
Beispiele:
das Fell, Tier, der Schmetterling, das Blatt hat eine schöne, auffallende Zeichnung
[der Feuersalamander zieht] durch seine leuchtende schwarz-gelbe Zeichnung von weitem die Aufmerksamkeit auf sich [K. v. FrischLeben172]
4.
entsprechend der Bedeutung von zeichnen (Lesart 4 c)
Beispiel:
die Zeichnung von Aktien, Anleihen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entwurf · ↗Grundriss · ↗Konzeption · ↗Layout · ↗Plan · ↗Planung · ↗Schema · ↗Skizze · ↗Vorlage · Zeichnung
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aquarell Ausstellung Bilder Collage Druckgraphik Foto Fotografie Gemälde Gouache Grafik Holzschnitt Installation Konvolut Lithographie Malerei Objekt Pastell Plastik Radierung Sammlung Skizze Skulptur Stich anfertigen ausstellen farbig großformatig illustrieren Ölbild Ölgemälde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zeichnung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der eigenständige Charakter dieser Zeichnungen hat freilich auch seinen Preis.
Der Tagesspiegel, 26.10.2002
Nein, die Analyse der Löcher, sagt sie, habe ihr Mann nie verlangt, genau genommen habe er noch nicht einmal eine der Zeichnungen betrachtet.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.2002
Platz in seinem Werk nehmen in neuerer Zeit Zeichnungen ein.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16754
Die Zeichnung auf dem beigelegten Bogen zeigt das Muster des halben Kragens.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 82
Man schiebe aber die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage auf.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.03.1916
Zitationshilfe
„Zeichnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zeichnung>, abgerufen am 20.04.2019.

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