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Zauber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Zaubers · Nominativ Plural: Zauber
Aussprache
WorttrennungZau-ber
Wortbildung mit ›Zauber‹ als Erstglied: ↗Zauberband · ↗Zauberbann · ↗Zauberblick · ↗Zauberborn · ↗Zauberbrunnen · ↗Zauberflöte · ↗Zauberformel · ↗Zauberfuß · ↗Zauberglaube · ↗Zauberglauben · ↗Zauberhand · ↗Zauberkasten · ↗Zauberklang · ↗Zauberkraft · ↗Zauberkreis · ↗Zauberkunst · ↗Zauberkunststück · ↗Zauberkünstler · ↗Zauberland · ↗Zauberlicht · ↗Zaubermacht · ↗Zaubermantel · ↗Zaubermeister · ↗Zaubermittel · ↗Zaubermärchen · ↗Zaubernuss · ↗Zauberpriester · ↗Zauberreich · ↗Zauberring · ↗Zauberrute · ↗Zauberschau · ↗Zauberschlag · ↗Zauberschloss · ↗Zauberspruch · ↗Zauberstab · ↗Zauberstück · ↗Zaubertrank · ↗Zaubertrick · ↗Zaubertrommel · ↗Zaubertrunk · ↗Zauberwelt · ↗Zauberwesen · ↗Zauberwirkung · ↗Zauberwort · ↗Zauberwurzel · ↗Zauberwürfel · ↗zauberhaft · ↗zauberisch · ↗zaubrisch
 ·  mit ›Zauber‹ als Letztglied: ↗Abwehrzauber · ↗Analogiezauber · ↗Budenzauber · ↗Farbenzauber · ↗Fruchtbarkeitszauber · ↗Frühlingszauber · ↗Jagdzauber · ↗Liebeszauber · ↗Regenzauber · ↗Schadenszauber · ↗Schadenzauber · ↗Waldeszauber · ↗Weihnachtszauber · ↗Winterzauber
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
dem Bereich primitiver Naturauffassung, abergläubischer Vorstellung zugehörige magische Manipulation mit dem Ziel, Macht über Menschen und Natur zu gewinnen
Beispiele:
ein Zauber zur Abwehr von Krankheit und Schaden
einen Zauber über jmdn., etw. aussprechen
bei Naturvölkern ist der Glaube an die Wirksamkeit eines Zaubers weit verbreitet
Aber als er den Blick eine Sekunde abwandte, war Sanftleben wie durch einen Zauber spurlos verschwunden [Kellerm.Totentanz350]
2.
umgangssprachlich, abwertend etw., das für nichtig und wertlos gehalten oder abgelehnt wird
Beispiele:
er brauchte den Zauber [eine steife, zeremonielle Mahlzeit in der Familie] also nur zweimal täglich mitzumachen, und vielleicht konnte er sich mit der Zeit auch noch vor dem Abendessen drücken [NollHolt2,136]
»Das Heer ... hatte den ganzen Zauber [den Krieg] satt und wünschte sehnlichst Schluß mit Jubel.« [A. ZweigEinsetzung69]
salopp, abwertend (ein) fauler Zauber(ein) Schwindel
Beispiel:
Er verstand zu unterscheiden, was an den Berufswettkämpfen ... fauler Zauber und was zweckmäßig war [SeghersSiebtes Kreuz4,156]
geräuschvolles Amüsement
Beispiele:
einen Zauber veranstalten
»Ich hab mein Zimmer für mich. Da können die drüben ihren Zauber machen, ich hab wenigstens meine Ruhe.« [LoestSportgesch.255]
3.
Reiz, Faszination
Beispiele:
der Zauber einer sternklaren Nacht, des sonnenbeschienenen Meeres, dieser Waldlichtung
niemand konnte sich dem Zauber seiner Persönlichkeit entziehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zauber · zaubern · bezaubern · verzaubern · Zauberer · Zauberei · Zauberstab
Zauber m. ‘magische Handlung, magische Kraft, geheimnisvolle Ausstrahlung, unwiderstehlicher Reiz’, ahd. zoubar m. n. (8. Jh.), mhd. zouber n. m. ‘Zauberhandlung, -mittel, -spruch’, mnd. mnl. tōver, anord. (nur Plur.) taufr n., auch taufrar m., taufrir f. ‘Zaubermittel, Zauberei’ führen (mit grammatischem Wechsel) auf germ. *taubra-, *taufra- ‘Zauberei, Zaubermittel, -spruch’. Dazu vielleicht auch aengl. tēafor ‘Roteisenstein, Rötel’ als Färbemittel für Zauberzeichen (Runen). Herkunft unbekannt. zaubern Vb. ‘Zauberei treiben, Zauberkunststücke vorführen’, ahd. zoubarōn (10. Jh.), mhd. zoubern, mnd. mnl. tōveren, nl. toveren; bezaubern Vb. ‘einen Zauber, Reiz ausüben, entzücken, begeistern’, ahd. bizoubarōn (9. Jh.), mhd. bezoubern; verzaubern Vb. ‘durch Zauberei verwandeln, durch seinen Reiz gefangennehmen’, ahd. firzoubarōn (Hs. 12. Jh.), mhd. verzoubern. Zauberer m. ‘wer zaubern kann, Magier, Zauberkünstler’, ahd. zoubarāri (8. Jh.), mhd. zouberære. Zauberei f. ‘das Zaubern, Magie, Zauberkunststück’, mhd. zouberīe. Zauberstab m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bann · Behexung, · Beschreiung · ↗Verhexung · Zauber (Bann) · ↗Zauberspruch
Assoziationen
Synonymgruppe
Aura · ↗Magie · Zauber
Unterbegriffe
  • Schadenszauber · Schwarze Magie · Voodoo-Zauber · Voudou-Zauber · Wodu-Zauber
Synonymgruppe
Anziehungskraft · ↗Charme · ↗Flair · ↗Liebreiz · ↗Reiz · Zauber
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltägliche Magie Orient Poesie Südsee Venus Zimt bös böse eigenartig eigentümlich einbüßen einfangen entfalten erliegen erlöschen faul geheimnisvoll innewohnen magisch märchenhaft orientalisch poetisch sinnlich unvergleichlich unwiderstehlich venezianisch verfallen verfliegen verfällen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zauber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht würde man derlei Zauber gar nicht mehr erkennen, wenn man ihn immer gesehen hätte, als Kind, als junges Mädchen.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2001
Der Zauber wirkt vor allem dank der ausgezeichneten Interaktion innerhalb der hochkarätig besetzten Band.
Der Tagesspiegel, 26.02.2001
Man lacht über den ganzen Zauber, man kommt so am besten darüber hinweg.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Keiner von ihnen hat dem Lande durch Zauber zu helfen gesucht.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 227
Es handelt sich nämlich bei dem Zauber von Eckharts Schriften gerade nur um die unerhörte Kraft der Übersetzungssprache.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10661
Zitationshilfe
„Zauber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zauber>, abgerufen am 18.04.2019.

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