Zäsur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zäsur · Nominativ Plural: Zäsuren
Aussprache
WorttrennungZä-sur (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1977

Bedeutung

Einschnitt, Pause in einer Verszeile
Beispiel:
mitunter ist die Zäsur durch den Binnenreim hervorgehoben
übertragen wichtiger Einschnitt, markanter Punkt
Beispiele:
eine politische, historische, weltgeschichtliche, scharfe, einschneidende Zäsur
Krieg, Todesnähe, Gefangenschaft, das waren die wenigen großen Zäsuren seines Lebens gewesen [H. KantAula385]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zäsur f. ‘Sinneinschnitt, Pause in einer Verszeile’, entlehnt (Caesur, 1. Hälfte 17. Jh.) als Fachausdruck der Metrik aus gleichbed. lat. caesūra, eigentlich ‘das Hauen, Fällen, Einschneiden’, zu lat. caedere (caesum) ‘(um-, nieder)schlagen, hauen, (ein-, auf-, heraus)schneiden’. Übertragen (seit Anfang 20. Jh.) auch allgemein für ‘wichtiger (gedanklicher) Einschnitt, Trennung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bruch · ↗Einschnitt · ↗Unterbrechung · ↗Wendepunkt · Zäsur
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atompolitik Chiffre Mauerfall Menschheitsgeschichte Nachkriegsgeschichte Parteiengeschichte Schaffen Unternehmensgeschichte bedeuten bedeutsam biographisch einschneidend entscheidend epochal folgenschwer geschichtlich historisch kulturgeschichtlich lebensgeschichtlich markant markieren personell rhythmisch schroff tief tiefgreifend weltgeschichtlich welthistorisch weltpolitisch zeitgeschichtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zäsur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der anstehende Wechsel sei für sie auch persönlich eine Zäsur.
Die Welt, 13.11.2003
Den nach 1989 entstandenen Texten ist die historische Zäsur der Wende eingeschrieben.
Der Tagesspiegel, 11.09.1997
Verbreitung gefunden hatte; eine erste Zäsur ist um etwa 1520 anzusetzen.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 5117
Die schlimmen Jahre 1944 bis 1947 brachten weitere, tiefe Zäsuren.
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 106
Unmöglich ist es, an die Stelle der eschatologischen Zäsur zwischen dieser und jener Welt einen stufenmäßigen Übergang zu setzen!
Althaus, P.: Eschatologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2421
Zitationshilfe
„Zäsur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Zäsur>, abgerufen am 18.10.2019.

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