Wohlwollen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungWohl-wol-len (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

freundliches, günstiges Gesinntsein jmdm. gegenüber, freundliche Zuneigung, Gunst
Beispiele:
jmdm. gegenüber ein herzliches, dankbares, väterliches Wohlwollen empfinden
scharfe, sachliche Kritik mit echtem, persönlichem Wohlwollen verbinden
jmdn. mit Wohlwollen behandeln, betrachten
jmdm. Wohlwollen entgegenbringen
jmds. Wohlwollen erwerben, erringen, verlieren
sich jmds. Wohlwollen verscherzen
Wohlwollen heucheln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wohl · Wohl · wohlig · Wohlfahrt · Wohlstand · Wohltat · Wohltäter · Wohlwollen · wohlhabend
wohl Adv. ‘gut’. Das gemeingerm. Adverb zu dem unter ↗gut (s. d.) dargestellten Adjektiv ahd. wela und (mit zu o verdumpftem e nach w) wola (8. Jh.), mhd. wol(e), asächs. wel(a), wola, mnd. wol, mnl. wēle, wel, nl. wel, afries. wel, wal, wol, aengl. wel(l), engl. well, anord. vel, schwed. väl, (ablautend) anfrk. asächs. wala, mnd. wal (germ. *welō-) sowie got. (mit abweichendem und nicht erklärtem Vokal) waíla oder waila stellt sich wie ↗wählen, ↗Wille und ↗wollen (s. d.) zur Wurzel ie. u̯el- ‘wollen, wählen’ und bedeutet etwa ‘gewollt, gewünscht, nach Wunsch’. Die heutige Schreibung mit Dehnungs-h setzt im 16. Jh. ein und wird im 18. Jh. vorherrschend. Das Adverb mit der Bedeutung ‘gut, zweckmäßig, richtig, genau, geziemend, günstig, erfolgreich, glücklich, gesund, angenehm, schön, reichlich, ausreichend’ wird bereits im Ahd. in abgeschwächtem Sinne zur Partikel der Beteuerung, Vermutung, Einschränkung oder Verstärkung sowie interjektionaler Aus- und Zuruf. Wohl n. ‘Wohlergehen’ (15. Jh.), Substantivierung des Adverbs; Wohl und Wehe (16. Jh.). wohlig Adj. ‘angenehm, behaglich’ (Anfang 18. Jh.). Wohlfahrt f. ‘Wohlergehen’ (16. Jh.), Abstraktum neben gleichbed. frühnhd. wolfaren n. (substantivierter Infinitiv, 15. Jh.); vgl. auch mhd. wolvar f. Wohlstand m. ‘Wohlhabenheit, Besitz, materiell gesicherte Verhältnisse’ (18. Jh.), zuvor ‘Wohlergehen, Gesundheit, was schön ist, gefällt, geziemt’ (16. Jh.). Wohltat f. ‘sittlich richtiges Verhalten, gute Tat, Geschenk, Labsal’, ahd. wolatāt (9. Jh.), mhd. woltāt. Wohltäter m. ‘wer richtig handelt, mildtätig ist, Gutes tut’ (16. Jh.), Gegensatz ↗Übeltäter (s. d.). Wohlwollen n. ‘Gunst, Zuneigung’ (18. Jh.), ‘sittlich richtiges Wollen’ (17. Jh.). wohlhabend Adj. ‘vermögend, begütert, reich’, wolhabend (14. Jh.); vgl. ahd. sie habent wola ‘sie befinden sich wohl’ (9. Jh.), d. h. sie (die Kranken) gesunden (nach Handauflegen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geneigtheit · ↗Hang · ↗Präferenz · ↗Sympathie · ↗Vorliebe · Wohlwollen · ↗Zuneigung
Synonymgruppe
Geneigtheit · ↗Gewogenheit · ↗Gunst · Wohlwollen  ●  ↗Huld  geh., veraltet · Zugewandtheit  geh.
Synonymgruppe
Akzeptanz · ↗Bejahung · ↗Entgegenkommen · Wohlwollen · ↗Zuspruch · ↗Zustimmung
Synonymgruppe
Entgegenkommen · ↗Freundlichkeit · ↗Güte · ↗Gütigkeit · ↗Herzensgüte · ↗Herzlichkeit · ↗Indulgenz · ↗Liebenswürdigkeit · ↗Milde · ↗Mildtätigkeit · ↗Warmherzigkeit · Wohlwollen · ↗Wärme
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fleischer Gönner Güte Metzger Sympathie Woge abhangen abhängen allerhöchst anfänglich anweisen bedachen bekunden buhlen einig entgegenbringen entgegenschlagen erkaufen genießen gönnerhaft herablassend quittieren registrieren signalisieren sonnen stoßen verscherzen verspielen verständig väterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wohlwollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie haben sie es eigentlich geschafft, das Wohlwollen der Politiker so günstig zu erkaufen?
Der Tagesspiegel, 11.02.2000
Statt dessen sagt er dem Leser, Chinas Wohlwollen wäre uns bei einer solchen „Lösung“ gewiß.
Die Zeit, 29.02.1980, Nr. 10
Die Arbeiter hingen auch weiterhin vom Wohlwollen der Regierung ab; aus eigener Kraft konnten sie nichts unternehmen.
Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10218
Alle triefen nur so von Wohlwollen, dagegen ist nichts einzuwenden.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 160
Ich muß beim Leser schon ein großes Wohlwollen voraussetzen, wenn ich hoffen will, richtig verstanden zu werden.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 4
Zitationshilfe
„Wohlwollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wohlwollen>, abgerufen am 26.04.2019.

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