Woge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Woge · Nominativ Plural: Wogen
Aussprache
WorttrennungWo-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Woge‹ als Erstglied: ↗Wogenberg · ↗Wogenkamm  ·  mit ›Woge‹ als Letztglied: ↗Feuerwoge · ↗Kriegswoge · ↗Menschenwoge · ↗Wasserwoge
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben hohe, starke Welle
Beispiele:
die Wogen des Meeres
Wellen und Wogen
Wind und Wogen
schäumende, brausende, stürmische, wilde, haushohe Wogen
die empörten Wogen
mächtige Wogen brandeten gegen die Felsen, schlugen ans Ufer
die Wogen schlugen über das Boot
der Sturm peitschte die Wogen
eine riesige Woge schleuderte das Boot auf den Strand
übertragen
Beispiele:
eine Woge herzlicher Sympathie, von Begeisterung empfing den Künstler
die Wogen der Bewunderung, Empörung schlugen hoch
der Übermut schlug hohe Wogen
die Wogen der Debatte, Diskussion gingen hoch
die Wogen der Begeisterung verebbten allmählich, ebbten ab
die lärmende Woge des Verkehrs
etw. löst eine Woge von Beifall, Zustimmung aus
er verstand es, die Wogen (der Erregung) zu glätten
umgangssprachlich Öl auf die Wogen gießen (= jmdn., etw. beruhigen)
Die Banknotenpresse in Berlin schleudert mit jeder neuen Woge Papiergeld eine neue Woge Erbitterung ins Land [FalladaWolf1,349]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Woge · wogen
Woge f. ‘große (Meeres)welle’. Mnd. wāge ‘bewegtes Wasser’, seit dem 15. Jh. auch ‘Bewegung des Wassers, Welle’, dringt im 13. Jh. rheinaufwärts in md. Gebiet vor, vgl. mhd. (md.) wāge, das mit md. Verdumpfung von ā zu ō (s. ↗Atem) frühnhd. Woge ergibt und durch Luther im 16. Jh. in die Literatursprache eingeführt wird, nun auch mit der Bedeutung ‘Bewegung des Wassers, besonders des Meeres, Wellengang, Welle’. Mit mnd. wāge sind verwandt mnl. wāge ‘hohe Welle, Flut’ sowie ahd. waga (um 1000), mhd. wage ‘Bewegung’ (frühnhd. nicht mehr belegt) und der maskuline a-Stamm (germ. *wēga-) ahd. wāg ‘Woge, stürmisch bewegtes Meer’, auch ‘ruhige Meeresfläche, See’ (8. Jh.), mhd. wāc ‘bewegtes Wasser, Strömung, Flut, Woge, Fluß, Meer, Wasser’, asächs. wāg, aengl. wǣg ‘Woge, Flut’, anord. vāgr ‘Meer, See, Bucht, Flüssigkeit, Eiter’, got. wēgs ‘Brandung, Wogen’. Sie stellen sich mit dem unter ↗bewegen (s. d.) abgehandelten Verb zur Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. Die ursprünglich dem Obd. fremde Form Woge erfährt erst im 18. Jh. schriftsprachliche Verbreitung. wogen Vb. ‘Wellen schlagen, sich heftig bewegen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Geografie
Synonymgruppe
Brecher · ↗Grundsee · ↗Welle · Woge
Oberbegriffe
  • Wasser  Hauptform · Aqua  fachspr., lat. · H2O  fachspr., Abkürzung · H₂O  fachspr., Abkürzung · ↗Nass  geh. · Quell des Lebens  geh., poetisch · blaues Gold  geh., literarisch · das nasse Element  geh., literarisch · kostbares Nass  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begeisterung Empörung Entrüstung Erregung Gischt Glättung Sympathie aufgepeitscht branden brausend entgegenschlagen geglättet gießen glätten haushoch heranrollen hochgehen hochgehend hochschlagen hochschlagend schwappen schwemmen schwimmen schäumen schäumend spülen stürmisch verebben zusammenschlagen überspülen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Woge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In diesen Tagen schlugen die Wogen der Kritik ohnehin über ihm zusammen.
Der Tagesspiegel, 07.03.2002
Bei dem Rauschen seiner Wogen läßt sich so herrlich träumen.
Die Zeit, 02.09.1948, Nr. 36
Die Wogen des Meeres wären nicht aufgeregter als ihr Gebaren.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 679
Die heftig bewegte dunkelgrüne See schlug klatschend Woge über Woge durch Breite der ganzen Straße zu den Häusern hin.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 93
Die Wogen glätteten sich indessen wieder, und es ging weiter in der alten Weise.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„Woge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Woge>, abgerufen am 22.05.2019.

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