Witzbold, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWitz-bold (computergeneriert)
WortzerlegungWitz-bold
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der gern, oft Witze über etw., jmdn. macht
Beispiele:
ein oberflächlicher, unübertrefflicher Witzbold
irgendein Witzbold hatte eine Maus mitgebracht und sie losgelassen
Von Witzbolden wurde diese Regierungsweise als »Demokratur« bezeichnet [PutlitzUnterwegs345]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Witz · witzeln · witzig · Witzbold
Witz m. ‘Verstand, Schlauheit, geistreicher Spaß, schlagfertige Formulierung, scherzhafte Äußerung’. Die Neutra ahd. wizzi ‘Wissen, Vernunft, Verstand, Einsicht, Weisheit, Bewußtsein’ (9. Jh.), aengl. wit(t), engl. wit, got. unwiti ‘Unwissenheit’ und (mit anderer Stammbildung) anord. vit, schwed. vett ‘Verstand’ sowie das Femininum ahd. wizzī ‘Verstand, Wissen, Einsicht, Sinn, Weisheit, Tugend, Geist’ (9. Jh.), mhd. witz(e) ‘Wissen, Verstand, Besinnung, Einsicht, Klugheit, Weisheit’ gehören wie auch aind. vidyā́ ‘Wissen, Weisheit, Gelehrsamkeit’ zu der unter ↗wissen (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯eid- ‘erblicken, sehen’. Im 17. Jh. entwickelt sich maskuliner Gebrauch, der sich im 18. Jh. durchsetzt. Unter dem Einfluß von frz. esprit und engl. wit erhält Witz im 17. Jh. die Bedeutung ‘Begabung für geistreiche, überraschend formulierte Einfälle, dichterisches Erfindungsvermögen’ im Hinblick auf die schönen Wissenschaften und freien Künste. Zu Beginn des 19. Jhs. steht Witz bereits für ‘kluger, geistreicher Einfall’ (scherzhaften oder spöttischen Inhalts) und erhält gegen Ende des 19. Jhs. den heutigen Sinn ‘geistreicher Spaß, Scherz, Ulk, humorvolle Anekdote’. Vgl. das ist der Witz ‘das ist der springende Punkt, auf den es ankommt’, Witze reißen ‘kurze, komisch wirkende Geschichten erzählen’ (beide 19. Jh.). witzeln Vb. ‘geistreich reden wollen’ (16. Jh.), ‘(unangebracht) scherzhaft oder spöttisch daherreden’ (19. Jh.). witzig Adj. ‘voller geistreicher oder lustiger Einfälle’ (18. Jh., in Anlehnung an Witz ‘Esprit’), zuvor ‘vernünftig, verständig’, auch ‘schlau, gerissen’ (16. Jh.), ahd. wizzīg (8. Jh.), mhd. witzec, witzic ‘kundig, verständig, klug, weise’. Witzbold m. ‘frühreifes Kind’, dann ‘Klügling’ und ‘Spaßmacher, Spötter’ (16. Jh.), zusammengesetzt mit dem aus Eigennamen stammenden Kompositionsglied -bold (s. ↗bald).

Thesaurus

Synonymgruppe
Clown · ↗Harlekin · ↗Hofnarr · ↗Kasper · ↗Komiker · ↗Narr · ↗Possenreißer · ↗Schalk · ↗Schelm · ↗Schäker · Schäkerer · ↗Ulknudel  ●  ↗Faxenmacher  ugs. · ↗Scherzbold  ugs. · ↗Scherzkeks  ugs. · Spaßkanone  ugs. · ↗Spaßmacher  ugs. · ↗Spaßvogel  ugs., Hauptform · ↗Vokativus  geh., veraltet, lat. · Witzbold  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

kritzeln unbekannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Witzbold‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings sei jedem Witzbold das "Comeback" von 1968 ans verkühlte Herz gelegt.
Die Welt, 03.08.2004
Aber wie mag der unbekannte Witzbold da wohl raufgekommen sein?
Bild, 13.04.1999
Je schwerer die Zeit ist, um so mehr Witzbolde müßte es geben.
Schütte, Carl: Willst du erfahren was sich ziemt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1934], S. 6696
Der Wirt beschwätzte verärgert den Witzbold des Dorfes, dem Kohlhöfer einen Vers zu machen.
Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 166
Ein Witzbold meinte, man solle nicht mehr »Gastfreundschaft«, sondern »Gastfeindschaft« sagen in solchen Fällen.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21576
Zitationshilfe
„Witzbold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Witzbold>, abgerufen am 22.08.2019.

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