Wisent, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wisent(e)s · Nominativ Plural: Wisente
Aussprache
WorttrennungWi-sent
eWDG, 1977

Bedeutung

dem Bison eng verwandtes, großes, europäisches, wild lebendes Rind, das heute nur noch in Gehegen und Tiergärten erhalten ist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wisent · Bison
Wisent m. Der Name der großen europäischen, wildlebenden Rinderart ahd. wisunt (um 800), mhd. wisent(e), wisant, mnd. mnl. wēsent, aengl. wesend, weosend (anord. visundr aus dem Mnd.) kann mit apreuß. wissambrs ‘Auerochse’, dessen zweites Kompositionsglied mit aruss. zubrь ‘Auerochse’, russ. zubr (зубр) ‘Wisent’ zusammengestellt wird, und mit lat. vīsīre ‘furzen’, spätlat. vissio ‘Gestank’ sowie den unter ↗Iltis und ↗Wiesel (s. d.) angegebenen Formen an die Wurzel ie. *u̯eis-, (schwundstufig) *u̯is- bzw. (als schallnachahmende Nebenform?) *u̯es- ‘zerfließen, fließen’, auch vom Geruch faulender („zerfließender“) Pflanzen, angeschlossen werden. Grundlage bildet der moschusähnliche Geruch des Tieres in der Brunstzeit. Die germ. Namen (westgerm. *wisund-) dürften als substantivierte Präsenspartizipien (auf ie. -ont-) im Sinne von ‘Stinker, Stinkender’ anzusehen sein. Mit dem Aussterben der Tiere wird die Bezeichnung im Nhd. selten und erst durch Brehms Tierleben wieder verbreitet (19. Jh.). Aus dem Germ. entlehnt lat. bisōn m., griech. bísōn (βίσων) m. ‘Buckel-, Auerochse’, daraus mfrz. (Ende 15. Jh.), frz. bison und (durch Linné in die zoologische Nomenklatur eingeführtes) zoolog.-lat. Bison. Aus dem Lat. rückentlehnt nhd. Bison m. (16. Jh.), anfangs (im Anschluß an die lat. Stammform, vgl. den Genitiv lat. bisontis) auch Bysante (1585) und Bisont (1615).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Europäischer Bison · Flachlandwisent · Wisent  ●  Bison bonasus  fachspr. · Bos bonasus  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auerochse Bison Bär Elch Fischotter Heimat Hirsch Höhlenlöwe Luchs Mammut Mufflon Nashorn Pferd Rentier Rotwild Steinbock Wildbahn Wildpferd Wildschwein Wolf ansiedeln beobachten freilebend lebend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wisent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wisent ist 2014 zum zweiten Mal das Tier des Jahres.
Die Zeit, 28.11.2013 (online)
Ob dies auch auf größere Tiere zutrifft, will man jetzt an Wisenten untersuchen, die vor kurzem hierhergebracht wurden.
o. A.: Tschernobyl. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
In diesem der polychromen Phase zuzuordnenden Fries konnten etwa 60 Wisente identifiziert werden.
o. A.: Lexikon der Kunst - F. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 4761
Schonmaßnahmen ließen auch bei dieser Art, die sich fruchtbar mit dem Wisent kreuzen lässt, ein Aussterben verhindern.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 14
Dem Vetter des Wisents, dem nordamerikanischen Bison, wäre es um ein Haar nicht besser gegangen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 8
Zitationshilfe
„Wisent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wisent>, abgerufen am 15.10.2019.

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