Windspiel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungWind-spiel (computergeneriert)
WortzerlegungWindSpiel
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Windhund
  besonders einer kleineren Rasse
2.
Mobile, dessen bewegliche Teile beim Anstoßen Töne erzeugen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Windhund · Windspiel
Windhund m. verdeutlichende Zusammensetzung (Mitte 16. Jh.) im Anschluß an ahd. wint ‘Hund für die Jagd’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. wint. Dieses erklärt Suolahti in: Neuphilolog. Mitt. 19 (1918) 16 aus dem Völkernamen der slawischen Wenden, ahd. Winida, mhd. Winden, aengl. Venidas, Wenedas, anord. Vindr, ursprünglich Name eines östlichen illyrischen Stammes (lat. Venedī, Tacitus Venetī), der auf die an der Weichsel lebenden Slawen übertragen wurde. Windhund bedeutet danach eigentlich ‘wendischer Hund’, wird heute jedoch vielfach mit Wind verbunden und als ‘schnell (wie der Wind) laufender Hund’ aufgefaßt. Übertragen ‘leichtfertiger Mensch’ (18. Jh.). Eine andere Erklärung versucht Pijnenburg in: Tijdschr. voor nederlandse taal- en letterkunde 96 (1980) 205 ff., indem er germ. *hwindaz ‘Hund’ auf (mit Dental gebildetes) ie. *k̑u̯ent-, eine Nebenform von ie. *k̑u̯ont- (s. ↗Hund), zurückführt. Windspiel n. ‘Jagdhund’, mhd. wintspil, ebenfalls eine verdeutlichende Zusammensetzung, zu mhd. spil im Sinne von ‘Jagd’ (s. ↗Spiel); vgl. mhd. vederspil ‘zur Vogelbeize abgerichteter Falke, Sperber, Habicht’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drache klimpern riesig schmücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Windspiel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Musik wird zum Zimmer, in dem Töne und Klänge wie ein riesiges, gläsernes Windspiel hängen, statisch und bewegt zugleich, durchscheinend und doch eindeutig.
Die Zeit, 17.06.1998, Nr. 26
Ein junger Maler schlendert mit seinem Windspiel Presto über den Markt.
Röhrich, Lutz: Karnickel. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 27459
Das Windspiel gähnte, der Leibarzt beeilte sich, die wissenschaftliche Diagnose hinzuzufügen.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 273
Aber auch nach den Garmischer Windspielen setzte sich schnell wieder Einsicht durch.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2001
Der dürre Herr von Oer eilte gar vor Konfusion die Rathaustreppe wie ein Windspiel empor und verirrte sich in den Sitzungssaal.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 307
Zitationshilfe
„Windspiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Windspiel>, abgerufen am 25.05.2019.

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