Wind, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wind(e)s · Nominativ Plural: Winde
Aussprache
Wortbildung mit ›Wind‹ als Erstglied: ↗Windabwehr · ↗Windanlage · ↗Windbeutel · ↗Windbluse · ↗Windblütler · ↗Windbruch · ↗Windbö · ↗Windböe · ↗Winddrehung · ↗Winddruck · ↗Windei · ↗Windeinwirkung · ↗Winderhitzer · ↗Winderosion · ↗Windeseile · ↗Windesflügel · ↗Windfahne · ↗Windfang · ↗Windfarm · ↗Windflüchter · ↗Windgenerator · ↗Windgeräusch · ↗Windgeschwindigkeit · ↗Windharfe · ↗Windhauch · ↗Windhose · ↗Windjacke · ↗Windkraft · ↗Windkraftwerk · ↗Windlicht · ↗Windmacher · ↗Windmacherei · ↗Windmesser · ↗Windmotor · ↗Windmühle · ↗Windpark · ↗Windpocke · ↗Windrad · ↗Windradar · ↗Windrichtung · ↗Windrose · ↗Windsack · ↗Windsbraut · ↗Windschatten · ↗Windschutz · ↗Windseite · ↗Windspiel · ↗Windstau · ↗Windstille · ↗Windstoß · ↗Windstrom · ↗Windstärke · ↗Windturbine · ↗Windverhältnisse · ↗Windwiderstand · ↗Windwurf · ↗Windzug · ↗winddicht · ↗windgeschützt · ↗windschief · ↗windschlüpfig · ↗windschlüpfrig · ↗windschnittig · ↗windstill
 ·  mit ›Wind‹ als Letztglied: ↗Abendwind · ↗Abwind · ↗Aufwind · ↗Bergwind · ↗Bodenwind · ↗Brausewind · ↗Fahrtwind · ↗Fahrwind · ↗Fallwind · ↗Frühlingswind · ↗Föhnwind · ↗Gegenwind · ↗Glutwind · ↗Gratwind · ↗Hangwind · ↗Höhenwind · ↗Kantenwind · ↗Landwind · ↗Monsunwind · ↗Morgenwind · ↗Nachtwind · ↗Nordostwind · ↗Nordwestwind · ↗Nordwind · ↗Ostwind · ↗Passatwind · ↗Propellerwind · ↗Rückenwind · ↗Sausewind · ↗Schneewind · ↗Seewind · ↗Segelwind · ↗Seitenwind · ↗Steppenwind · ↗Stoppelwind · ↗Sturmwind · ↗Südostwind · ↗Südwestwind · ↗Südwind · ↗Tauwind · ↗Westwind · ↗Wirbelwind · ↗Wüstenwind
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
spürbare stärkere Luftbewegung
a)
Beispiele:
ein frischer, kalter, frostiger, kühler, starker, stürmischer, heftiger, wirbelnder, leichter, sanfter, warmer Wind
es geht ein kleiner Wind
ein leichter Wind erhob sich, kam auf
es weht ein scharfer, schneidender Wind
der eisige Wind verschlägt uns den Atem
bei schwachem bis mäßigem Wind aus nördlicher Richtung ist es meist stark bewölkt
der Wind heult leise
durch die Straßen pfeift der Wind
der Wind ist umgesprungen, hat sich gelegt
der Wind drehte nach Nordwest und flaute ziemlich schnell ab
woher kommt der Wind?
die Fahnen flattern, das Haar fliegt im Wind
den Wind im Rücken haben
gegen den Wind fahren, gehen, laufen, fliegen
der Wind streicht über die Felder
die Winde brausen um das Haus
wie der Wind (= sehr schnell) rannte der Junge fort
wie ein Rohr im Wind schwanken (= unentschlossen, ohne festen Standpunkt sein)
Wind und Wetter ausgesetzt sein (= jedem Wetter ausgesetzt sein)
bei Wind und Wetter stehen die Leute auf dem Fußballplatz (= bei jedem Wetter, selbst bei schlechtem Wetter stehen die Leute auf dem Fußballplatz)
etw. hängt von Wind und Wetter ab
Seemannssprache ein ablandiger Wind (= ein vom Land wehender Wind)
Seemannssprache ein auflandiger Wind (= ein vom Meer zum Land wehender Wind)
Seemannssprache ein achterlicher Wind (= ein von hinten kommender Wind)
Seemannssprache das Segelschiff lief vor dem Wind, hart am Wind
Seemannssprache gegen den Wind segeln, kreuzen
wo nur die Winde über den Deich wehten [StormSchimmelr.7,158]
bildlich
Beispiele:
viele Versprechungen und alles Wind (= viele Versprechungen und alles Angeberei)
umgangssprachlich eine Mütze voll Wind (= eine Brise)
salopp, abwertend etw. stinkt sieben Meilen gegen den Wind (= etw. macht sich schon von weitem aufdringlich bemerkbar)
Jägersprache Wind bekommenvom Wild   Witterung bekommen
Beispiel:
wir vermuteten, daß die Elefanten unseren Wind bekommen hätten [SchomburgkAfrika360]
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich hier weht (jetzt) ein anderer Wind (= geht es strenger zu)
umgangssprachlich ich weiß, merke schon, woher der Wind weht (= kenne mich aus)
umgangssprachlich daher weht, bläst also der Wind! (= so ist das also!)
umgangssprachlich einen Rat in den Wind schlagen (= ihn nicht befolgen)
umgangssprachlich von einer Angelegenheit Wind bekommen (= etw. von einer Angelegenheit erfahren)
umgangssprachlich mach nicht soviel, nicht solchen Wind! (= gib nicht so an!) (= bausch das nicht so auf!)
umgangssprachlich jmdm. den Wind aus den Segeln nehmen (= einem Gegner den Grund für sein Vorhaben nehmen, die Argumente des Gegners gegenstandslos machen)
umgangssprachlich den Mantel nach dem Wind hängen, drehen, kehren (= seine Meinung je nach Vorteil ändern, sich aus Eigennutz immer nach der jeweils herrschenden Meinung, der jeweiligen Lage richten)
umgangssprachlich sich [Dativ] frischen Wind um die Nase wehen lassen (= sich in der Welt, im Leben umsehen, Erfahrungen sammeln)
umgangssprachlich frischen Wind in die Segel bekommen (= neuen Antrieb bekommen)
salopp jetzt pfeift's, da pfeift der Wind aus einem andern Loch (= jetzt wird strenger durchgegriffen)
b)
fachsprachlich die durch den Blasebalg den Orgelpfeifen zugeführte Luft
Beispiel:
Der Lehrer will Wind in seiner Orgel haben [JahnnNiederschrift2,696]
2.
in alle (vier) Windeüberallhin
Beispiele:
die Familie ist in alle Winde zerstreut
dann fahren wir wieder in alle Winde, jeder dahin, woher er gekommen [BredelFünfzig Tage147]
3.
verhüllend abgehende Blähung
Beispiele:
versetzte Winde
salopp, derb einen Wind fahrenlassen (= eine Blähung abgehen lassen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wind · windig · Windsbraut
Wind m. ‘sich bewegende, wehende Luft, Luftströmung’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wint, asächs. nl. aengl. engl. wind, anord. vindr, schwed. vind, got. winds (germ. *winda-, aus *wenda- m.) und lat. ventus, kymr. gwynt, toch. A want, toch. B yente ‘Wind’ sind mit partizipialem nt-Formans im Sinne von ‘das Wehende, Blasende’ zu der unter ↗wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ gebildet. Redensartlich in den Wind reden ‘etw. vergeblich sagen’ (15. Jh.), in den Wind schlagen ‘geringschätzig abweisen, abschlagen, preisgeben’ (16. Jh.), heute ‘keine Beachtung schenken’. In der Bedeutung ‘Blähung’ begegnet Wind seit dem 14. Jh. windig Adj. ‘voll Luftbewegung’, übertragen ‘eitel, leer, unzuverlässig’, mhd. windec, windic, auch ‘blähend’. Windsbraut f. ‘heftiger Wind, Wirbelwind’, ahd. wintes prūt (9. Jh.), mhd. windesbrūt. Das Grundwort gehört wohl zu ie. *bʰer, *bʰrū ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’ (s. ↗brauen, ↗brausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
Luftbewegung · Luftdruckausgleich · ↗Luftstrom · ↗Luftströmung · Wind
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biomass Kälte Nase Regen Segel Sonne Wasser Welle Wetter auffrischen blasen böig drehen eisig fegen flattern frisch heftig kalt kühl mäßig pfeifen rau rauh scharf schlagen stark stürmisch wehen zerstreuen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wind‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat das falsche Brett gewählt, es ist zu klein für schwachen Wind, es trägt ihn kaum noch.
Die Zeit, 23.05.2013, Nr. 21
Und da wehte der Wind mal wieder aus anderer Richtung.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 420
Bei dieser Geschwindigkeit vermochte mich so ein Anrennen des Windes glatt von der Bahn zu werfen.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 161
Der Wind der Veränderung pfeift wieder einmal durch unser Haus.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1966]
Der Wind, der fast immer durch die Stadt zog, brachte den Geruch des Meeres mit.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 225
Zitationshilfe
„Wind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wind>, abgerufen am 18.06.2019.

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