Werdegang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWer-de-gang (computergeneriert)
WortzerlegungwerdenGang1
eWDG, 1977

Bedeutungen

a)
Verlauf, Ablauf der geistigen Entwicklung, fachlichen Ausbildung eines Menschen
Beispiele:
der Werdegang eines Dichters, Künstlers, qualifizierten Facharbeiters
das ist für seinen persönlichen, beruflichen Werdegang von großer Bedeutung
er beschreibt in seiner Biographie alle Phasen seines Werdegangs
b)
Verlauf, Ablauf der Entstehung, Entwicklung von etw.
Beispiele:
der Werdegang der modernen Psychologie, eines philosophischen Systems
der Werdegang eines Buches, einer Nation
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werden · Werdegang
werden Vb. ‘entstehen, geschehen’, ahd. werdan ‘entstehen, geschehen, sich ereignen, zuteil werden’ (8. Jh.), mhd. mnd. werden, asächs. werðan, mnl. werden, warden, worden, nl. worden, afries. wertha, aengl. weorþan, engl. (älter) to worth, anord. verða, got. waírþan (germ. *werþan) führt mit aind. vártatē ‘dreht sich, rollt, kreist’, lat. vertere ‘kehren, wenden, drehen’, lit. ver̃sti ‘(vertikal) wenden, kehren, umwerfen, -drehen, stürzen’, aslaw. vrьtěti sę ‘sich drehen, wenden’, russ. vertét’ (вертеть) ‘drehen, wenden’ auf ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. werden, seiner Herkunft nach ein Verb der Bewegung, steht im Germ. seit Anfang seiner Überlieferung im Sinne von ‘entstehen, geschehen’ (die Grundbedeutung wirkt jedoch fort in verwandtem ↗-wärts ‘gewendet, gerichtet auf’, s. d.). Daneben dient es in den germ. Sprachen als Hilfsverb zur Umschreibung des Passivs (bis heute im Dt., Nl. und Isl.) und im Dt. zur Umschreibung des Futurs (regelmäßig seit spätmhd. Zeit). Werdegang m. ‘Verlauf der Entwicklung’ (seit 2. Hälfte 19. Jh. geläufig), zunächst Werdegang einer Nation, eines Volkes, Staates, dann auch Werdegang eines Menschen, eines Künstlers u. dgl.

Thesaurus

Synonymgruppe
Berufslaufbahn · ↗Berufsweg · ↗Karriere · ↗Laufbahn · ↗Lebenslauf · ↗Vita · Vitae cursus · Werdegang · berufliche Entwicklung · berufliche Laufbahn · beruflicher Werdegang  ●  C.V.  Abkürzung · CV  Abkürzung · ↗Curriculum Vitae  lat. · ↗Erwerbsbiographie  fachspr., Amtsdeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
Entstehungsgeschichte · ↗Entwicklung · ↗Entwicklungsweg · Werdegang
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einblick Herkunft Lebenslauf Lebensweg Schilderung Station Wendepunkt Wirken akademisch beleuchten beruflich biographisch bisherig dokumentieren geschichtlich intellektuell künstlerisch nachvollziehen nachzeichnen persönlich prädestinieren referieren rekapitulieren schildern schulisch skizzieren sportlich typisch ungewöhnlich verfolgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Werdegang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie wichtig ist eine Promotion heutzutage noch für den beruflichen Werdegang?
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2002
Für die ist entscheidend, ob ihnen das freiwillige Engagement etwas bringt, etwa für ihren beruflichen Werdegang.
Der Tagesspiegel, 04.12.2000
Der Werdegang der Medizin stellt eine besonders bemerkenswerte Leistung der griechischen Kultur dar.
Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8242
Als ich ihm mit Argumenten komme, lenkt er ab und beglückwünscht mich zu meinem »beruflichen Werdegang«.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 257
Unbedeutende Männer schieben ihre Frau mit ihrem Werdegang auf und ab und hin und her.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 57
Zitationshilfe
„Werdegang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Werdegang>, abgerufen am 22.05.2019.

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