Weichtier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungWeich-tier (computergeneriert)
WortzerlegungweichTier
Wortbildung mit ›Weichtier‹ als Letztglied: ↗Schalenweichtier
eWDG, 1977

Bedeutung

Biologie wirbelloses Tier mit wenig gegliedertem Körper, Molluske
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weich · weichen1 · Weiche1 · erweichen · weichlich · Weichtier
weich Adj. ‘nicht hart, nachgebend, biegsam, kraftlos, zart’, ahd. weih (8. Jh.), mhd. weich, asächs. mnd. wēk, mnl. weec, nl. week, aengl. wāc (engl. weak aus dem Anord.), anord. veikr, schwed. vek (germ. *waika-) ist wie das unter ↗weichen (s. d.) behandelte Verb an ie. *u̯eig- ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ anzuschließen. Als Ausgangsbedeutung ist ‘biegsam, nachgebend’ anzusetzen. weichen1 Vb. ‘weich machen oder werden’, ahd. weihhen ‘weich machen’ (um 800, giweihhen, 8. Jh.), weihhēn (10. Jh.), weihhōn (um 1100) ‘weich werden’, mhd. weichen ‘weich machen oder werden’. Weiche1 f. ‘Zustand des Weichseins, Weichheit’, ahd. weihhī (8. Jh.), mhd. weiche. In konkretem Gebrauch auch ‘weiche Stelle des Körpers’ (15. Jh.), in medizinischen Texten des 16. Jhs. ‘Flanke, knochenlose, weiche Körperstelle zwischen der untersten Rippe und dem Hüftknochen’ (oft pluralisch, seit Ende 16. Jh.), auch gelegentlich ‘Taille’ (16. Jh.). erweichen Vb. ‘weich machen, werden’, ahd. irweihhēn (9. Jh.), mhd. erweichen. weichlich Adj. ‘in ungehöriger, unerwünschter Art weich’ (15. Jh. in diesem Sinne zuerst mnd. wēklīk, dann md., 16. Jh.), ‘ohne innere Widerstandskraft, kraft- und energielos, verzärtelt’ (Mitte 17. Jh.), ‘willensschwach’ (19. Jh.); zunächst als Adverb zum Adjektiv weich gebildet, vgl. mhd. weichlīche ‘auf weiche, milde Weise, verweichlicht’. Weichtier n. skelettloses Tier mit weicher Körperdecke, oft mit äußerer Kalkschale, besonders Schnecken, Muscheln, Tintenfische (1. Hälfte 19. Jh.), Übersetzung von zoolog.-lat. Mollusca Plur. (Cuvier 1812, im weiteren Sinne, auch Würmer umfassend, bereits Linné 1758), nach lat. molluscus ‘recht weich’ (vgl. mollusca nux ‘Nuß mit weicher, dünner Schale’), Weiterbildung zu lat. mollis ‘weich’.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Molluske · Weichtier
Oberbegriffe
  • Gewebetier
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alge Fisch Gliederfüßler Insekt Klasse Krebs Muschel Schale Schneck Spinne Tintenfisch Wirbeltier Wurm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Weichtier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zarter, milder und liebevoller zubereitet lassen sich die Weichtiere wohl kaum finden.
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2004
Dann kam es zu einem ersten Salzwasserzufluß, und die meisten Weichtiere gingen zugrunde.
Die Zeit, 08.04.1998, Nr. 16
Auch bei den Weichtieren kommen sekundäre Geschlechtsmerkmale hie und da vor.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 473
Ebenso wie die Austern gehören die Muscheln zu den Weichtieren.
Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 51
Der Thran, der aus den verwesenden Körpern der Weichtiere austrat, drang gleichfalls in den Mergelschlamm ein.
Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, 1900, Bd. 32
Zitationshilfe
„Weichtier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Weichtier>, abgerufen am 16.10.2019.

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