Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Wehr, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wehr · Nominativ Plural: Wehren
Aussprache
Wortbildung mit ›Wehr‹ als Erstglied: ↗Wehranlage · ↗Wehrbau · ↗Wehrbeauftragte · ↗Wehrbeitrag · ↗Wehrbereich · ↗Wehrbereitschaft · ↗Wehrbeschwerdeordnung · ↗Wehrbezirk · ↗Wehrdienst · ↗Wehrdrüse · ↗Wehrersatzdienst · ↗Wehrertüchtigung · ↗Wehrerziehung · ↗Wehretat · ↗Wehrexperte · ↗Wehrführer · ↗Wehrgang · ↗Wehrgehänge · ↗Wehrgerechtigkeit · ↗Wehrgesetz · ↗Wehrhoheit · ↗Wehrindustrie · ↗Wehrkirche · ↗Wehrkraft · ↗Wehrkreis · ↗Wehrkräfte · ↗Wehrkunde · ↗Wehrmacht · ↗Wehrmann · ↗Wehrmauer · ↗Wehrmedizin · ↗Wehrpass · ↗Wehrpflicht · ↗Wehrpolitik · ↗Wehrpsychologie · ↗Wehrsold · ↗Wehrspartakiade · ↗Wehrsport · ↗Wehrstachel · ↗Wehrstand · ↗Wehrstrafrecht · ↗Wehrtechnik · ↗Wehrturm · ↗Wehrverband · ↗Wehrverfassung · ↗Wehrübung · ↗wehrbereit · ↗wehrfähig · ↗wehrhaft · ↗wehrlos · ↗wehrpflichtig · ↗wehrpolitisch · ↗wehrtauglich · ↗wehrtechnisch · ↗wehrunwürdig
 ·  mit ›Wehr‹ als Letztglied: ↗Brustwehr · ↗Bundeswehr · ↗Bürgerwehr · ↗Einwohnerwehr · ↗Feuerwehr · ↗Gegenwehr · ↗Grenzwehr · ↗Grubenwehr · ↗Heimwehr · ↗Landwehr · ↗Notwehr · ↗Ortswehr · ↗Reichswehr · ↗Schulterwehr · ↗Schutzwehr
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
sich zur Wehr setzen (= sich wehren, verteidigen)
Beispiel:
sich erbittert, energisch, mutig zur Wehr setzen
2.
Feuerwehr
Beispiele:
die Leistungsfähigkeit der Wehren überprüfen
das Feuer konnte von den Wehren schnell gelöscht werden
Brandmeister Fischer (= …) hebt die Einsatzbereitschaft der Angehörigen seiner Wehr hervor [Tageszeitung1973]
3.
veraltet
a)
Waffe, Verteidigungswaffe
Beispiel:
ein silbernes Klirren und Rasseln von Sporen und Wehr [J. RothHiob41]
übertragen Verteidigungsmittel
Beispiel:
[eine ägyptische Definition] laut der die Magie […] eine Wehr gegen das Unglück ist [Dt. Literaturzeitg.1965]
b)
zur Verteidigung errichtete Mauer, Schutzwall
Beispiel:
gegen die Wehr anrennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wehr1 f. ‘Befestigung, Verteidigung, Waffe, Schutztruppe’, ahd. werī ‘Verteidigung, Befestigung’ (8. Jh.), mhd. wer(e) ‘Verteidigung, Kampf, Widerstand, Weigerung, Heer, Waffe, Befestigung’, asächs. -weri in skildweri, mnd. mnl. wēre ‘Widerstand, Verteidigung, Schanze, Waffe’, nl. weer ‘Widerstand, Verschanzung’, afries. were (westgerm. *wari-) und (mit anderer Stammbildung) anord. verja ‘Verteidigung, Verwahrung’ stellen sich zu dem unter ↗wehren (s. d.) behandelten Verb. Dazu vgl. die Wendungen sich zur Wehr setzen ‘Widerstand leisten’ (mhd. sich ze were setzen), Wehr und Waffe(n) (16. Jh.).

Wehr2 · Wuhr
Wehr2 n. ‘quer durch ein fließendes Gewässer gebautes Stauwerk’, ahd. wer (11. Jh.), mhd. (md.) wer(e) n., ein von der Küste südwärts vordringendes Wort. Die unterschiedlich gebildeten Substantive asächs. wer(r) ‘Fischwehr’ (10. Jh.), mnd. wāre, wēr(e) n. ‘jede in das Wasser (zur Fischerei oder zum Mühlenbetrieb) hineingebaute Stauung (aus Pfählen u. dgl.)’, nl. weer f. ‘Fischwehr, Damm im Wasser’, aengl. wer m., engl. weir ‘Flußdamm, Fischwehr’, anord. ver n. ‘Klippe am Meer zum Fischfang’, norw. vær ‘Aufenthaltsort der Fischer während der Fangzeit’ sowie (vorwiegend obd.) Wuhr n. ‘Damm, Stauwerk’, ahd. wōri (10. Jh.), mhd. wuore, wüere f., wuor, wüer m. f. n. stellen sich mit einer Ausgangsbedeutung ‘Hemmung, Hindernis’ zu dem unter ↗wehren (s. d.) behandelten Verb. Das Wort wandert vom 13. Jh. an von der Küste die großen Flüsse aufwärts in md. und obd. Gebiet, in den Mundarten entsprechend den oben genannten Formen mit unterschiedlichem Genus, teils n. und m., teils f. (in Anlehnung an ↗Wehr f., s. d.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Stauwehr · ↗Stauwerk · Wehr  ●  ↗Schlacht  veraltet · Schlagd  veraltet · Werche  österr., schweiz., süddt. · ↗Wuhr  österr., schweiz., süddt.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Stellfalle · Stellschütz
Assoziationen
  • (n-1)-Kriterium · (n-1)-Regel
Militär
Synonymgruppe
Armee · ↗Militär · Streitkräfte · ↗Streitmacht · ↗Truppe · Wehr  ●  ↗Barras  ugs. · schimmernde Wehr (heute ironisierend oder distanzierend)  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Bastion · ↗Befestigung · ↗Bollwerk · ↗Festung · ↗Fort · ↗Fortifikation · ↗Wehranlage  ●  ↗Feste  veraltet · Wehr  geh., veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Festung im Oder-Warthe-Bogen · Festungsfront Oder-Warthe-Bogen  ●  Ostwall  ugs.
  • Pommern-Stellung · Pommernlinie · Pommernwall
  • Schanze · Spitzwall · Wallburg
  • Reichsschutzstellung · Südostwall
  • Große Abchasische Mauer · Kelassurier Mauer
  • Grenzbefestigung · ↗Kordon
  • Akropolis  griechisch · ↗Reduit  franz. · ↗Zitadelle  ital.
  • Verhau  ●  Verhack  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschuldigung Behauptung Beschuldigung Damm Deich Dopingvorwurf Eindringling Feuerwehrleute Feuerwehrmann Fischtreppe Nächster Peiniger Schleuse Staudamm Staustufe Talsperre Vehemenz Verdächtigung Vorwurf Waffe aufstauen ausrücken beweglich dagegensetzen freiwillig großhesseloh löschen schimmernd setzen stauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wehr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er setzt sich zu Recht zur Wehr gegen das, was ihm da teilweise unterstellt wird.
Der Tagesspiegel, 12.07.2000
Gegen dieses "falsche Bild" setzen sie sich "massiv zur Wehr.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1999
Im allerersten Moment versuchte sich dieser schwächlich zur Wehr zu setzen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 76
Nun schwören wir alle auf blanker Wehr, ein Volk zu sein, ein Führer, ein Heer!
o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933
Vor diesem Wehr fuhrwerkten wir mit unseren Händen herum wie mit Netzen.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 95
Zitationshilfe
„Wehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wehr#1>, abgerufen am 17.09.2019.

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Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Wehr, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wehr(e)s · Nominativ Plural: Wehre
Aussprache
Wortbildung mit ›Wehr‹ als Letztglied: ↗Mühlwehr · ↗Stauwehr · ↗Überfallwehr
eWDG, 1977

Bedeutung

quer durch ein fließendes Gewässer gebaute Anlage zum Stauen des Wassers
Beispiele:
ein festes, bewegliches Wehr
das Wasser wird durch ein Wehr gestaut
das Wasser rauscht über das Wehr
die Wehre schließen, öffnen
den Fluss durch ein Wehr regulieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wehr1 f. ‘Befestigung, Verteidigung, Waffe, Schutztruppe’, ahd. werī ‘Verteidigung, Befestigung’ (8. Jh.), mhd. wer(e) ‘Verteidigung, Kampf, Widerstand, Weigerung, Heer, Waffe, Befestigung’, asächs. -weri in skildweri, mnd. mnl. wēre ‘Widerstand, Verteidigung, Schanze, Waffe’, nl. weer ‘Widerstand, Verschanzung’, afries. were (westgerm. *wari-) und (mit anderer Stammbildung) anord. verja ‘Verteidigung, Verwahrung’ stellen sich zu dem unter ↗wehren (s. d.) behandelten Verb. Dazu vgl. die Wendungen sich zur Wehr setzen ‘Widerstand leisten’ (mhd. sich ze were setzen), Wehr und Waffe(n) (16. Jh.).

Wehr2 · Wuhr
Wehr2 n. ‘quer durch ein fließendes Gewässer gebautes Stauwerk’, ahd. wer (11. Jh.), mhd. (md.) wer(e) n., ein von der Küste südwärts vordringendes Wort. Die unterschiedlich gebildeten Substantive asächs. wer(r) ‘Fischwehr’ (10. Jh.), mnd. wāre, wēr(e) n. ‘jede in das Wasser (zur Fischerei oder zum Mühlenbetrieb) hineingebaute Stauung (aus Pfählen u. dgl.)’, nl. weer f. ‘Fischwehr, Damm im Wasser’, aengl. wer m., engl. weir ‘Flußdamm, Fischwehr’, anord. ver n. ‘Klippe am Meer zum Fischfang’, norw. vær ‘Aufenthaltsort der Fischer während der Fangzeit’ sowie (vorwiegend obd.) Wuhr n. ‘Damm, Stauwerk’, ahd. wōri (10. Jh.), mhd. wuore, wüere f., wuor, wüer m. f. n. stellen sich mit einer Ausgangsbedeutung ‘Hemmung, Hindernis’ zu dem unter ↗wehren (s. d.) behandelten Verb. Das Wort wandert vom 13. Jh. an von der Küste die großen Flüsse aufwärts in md. und obd. Gebiet, in den Mundarten entsprechend den oben genannten Formen mit unterschiedlichem Genus, teils n. und m., teils f. (in Anlehnung an ↗Wehr f., s. d.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Stauwehr · ↗Stauwerk · Wehr  ●  ↗Schlacht  veraltet · Schlagd  veraltet · Werche  österr., schweiz., süddt. · ↗Wuhr  österr., schweiz., süddt.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Stellfalle · Stellschütz
Assoziationen
  • (n-1)-Kriterium · (n-1)-Regel
Militär
Synonymgruppe
Armee · ↗Militär · Streitkräfte · ↗Streitmacht · ↗Truppe · Wehr  ●  ↗Barras  ugs. · schimmernde Wehr (heute ironisierend oder distanzierend)  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Bastion · ↗Befestigung · ↗Bollwerk · ↗Festung · ↗Fort · ↗Fortifikation · ↗Wehranlage  ●  ↗Feste  veraltet · Wehr  geh., veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Festung im Oder-Warthe-Bogen · Festungsfront Oder-Warthe-Bogen  ●  Ostwall  ugs.
  • Pommern-Stellung · Pommernlinie · Pommernwall
  • Schanze · Spitzwall · Wallburg
  • Reichsschutzstellung · Südostwall
  • Große Abchasische Mauer · Kelassurier Mauer
  • Grenzbefestigung · ↗Kordon
  • Akropolis  griechisch · ↗Reduit  franz. · ↗Zitadelle  ital.
  • Verhau  ●  Verhack  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschuldigung Behauptung Beschuldigung Damm Deich Dopingvorwurf Eindringling Feuerwehrleute Feuerwehrmann Fischtreppe Nächster Peiniger Schleuse Staudamm Staustufe Talsperre Vehemenz Verdächtigung Vorwurf Waffe aufstauen ausrücken beweglich dagegensetzen freiwillig großhesseloh löschen schimmernd setzen stauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wehr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er setzt sich zu Recht zur Wehr gegen das, was ihm da teilweise unterstellt wird.
Der Tagesspiegel, 12.07.2000
Gegen dieses "falsche Bild" setzen sie sich "massiv zur Wehr.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1999
Im allerersten Moment versuchte sich dieser schwächlich zur Wehr zu setzen.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 76
Nun schwören wir alle auf blanker Wehr, ein Volk zu sein, ein Führer, ein Heer!
o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933
Vor diesem Wehr fuhrwerkten wir mit unseren Händen herum wie mit Netzen.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 95
Zitationshilfe
„Wehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wehr#2>, abgerufen am 17.09.2019.

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