Wegzehrung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungWeg-zeh-rung (computergeneriert)
WortzerlegungWegZehrung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
veraltend kleiner Vorrat an Essen, Nahrungsmitteln für eine Wanderung, Reise
Beispiele:
Wegzehrung mitnehmen
jmdm. Wegzehrung mitgeben
ein Stück Brot und Wurst als Wegzehrung in der Tasche [ScharrerIn jungen Jahren183]
2.
Religion Kommunion, die ein (in Todesgefahr schwebender) Kranker empfängt
Beispiele:
die heilige Wegzehrung empfangen
der Priester reichte dem Sterbenden die letzte Wegzehrung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zehren · verzehren · Verzehr · Zehrung · Wegzehrung · auszehren · Auszehrung
zehren Vb. ‘von etw. leben, sich von etw. ernähren, die (körperlichen) Kräfte verbrauchen, schwächen’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb mhd. zer(e)n ‘für die Ernährung Aufwand treiben, leben, essen, sich nähren von, verbrauchen’, auch ‘zerreißen, vernichten’ (s. das nachfolgend genannte starke Verb), asächs. terian ‘verzehren’, mnd. mnl. tēren ‘(ver)zehren’, nl. teren ‘zehren, sich ernähren’ gehört als jüngere (kausative?) j-Bildung (germ. *tarjan) zu dem in mhd. Zeit untergegangenen starken Verb ahd. zeran ‘streiten’ (8. Jh.), ‘einen Kampf beenden’ (um 1000), mhd. zerzern ‘zerreißen’, aengl. teran, engl. to tear, got. distaíran ‘zerreißen’, gataíran ‘zerreißen, zerstören’ (germ. *teran). Außergerm. sind verwandt aind. (mit Nasalpräsens) dṛṇā́ti ‘birst, macht bersten, sprengt, zerreißt’, griech. dérein (δέρειν) ‘abhäuten, schinden, mißhandeln, prügeln’, kymr. darn ‘Stück, Teil’, lit. dir̃ti ‘(zer)reißen, prügeln, schinden, die Haut abziehen’, aslaw. dьrati ‘schinden, reißen, schlagen’, russ. drat’ (драть) ‘reißen, zerren, laufen, flüchten’. Alle Formen lassen sich auf die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ zurückführen (s. auch ↗zerren sowie ↗Torf, ↗trennen, ↗Troddel, ↗Trotz, ↗Zorn). Als Ausgangsbedeutung für zehren ist ‘(Fleisch) beim Essen zerreißen’ anzunehmen. verzehren Vb. ‘essen (und trinken), bis nichts mehr übrig ist, aufbrauchen’, reflexiv ‘sich abhärmen’, mhd. verzer(e)n; dazu die Rückbildung Verzehr m. (18. Jh.), vgl. älteres Zehr m. ‘Mahlzeit, Gelage, Essen und Trinken’ (um 1600) und Zehre f. (bis 17. Jh.), mhd. zer(e) f. Zehrung f. ‘was man verzehrt oder zum Unterhalt braucht’, mhd. zerunge; Wegzehrung f. (16. Jh.). auszehren Vb. ‘körperlich sehr schwächen, entkräften’, älter auch ‘verzehren, alles aufessen, aufbrauchen, aufhören zu verzehren’ (15. Jh.); Auszehrung f. ‘krankhafte Abmagerung, Schwindsucht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sterbekommunion · ↗Viatikum · Wegzehrung
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Lunchpaket · ↗Marschverpflegung · ↗Mundvorrat · Wegzehrung  ●  ↗Reiseproviant  Hauptform · ↗Futterage  fachspr., veraltet, Jargon, militärisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

mitgeben mitnehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wegzehrung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die in Dollar ausgezahlte erste olympische Wegzehrung hatte jeder mitgenommen.
Der Spiegel, 04.08.1980
Ihre Augen tranken das stille Dunkel wie die letzte Wegzehrung.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 42
Sie unterscheiden sich von gewöhnlicher Wegzehrung vor allem dadurch, dass sie haltbarer und leichter zu transportieren sind.
Die Zeit, 31.08.2009, Nr. 35
Da haben wir es wieder, und tausend Schilling als Wegzehrung!
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 88
Sie hatten meinem Vater auf seinen Wanderfahrten geistige Wegzehrung geboten und waren dann von ihm ins Eheleben übernommen worden.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 420
Zitationshilfe
„Wegzehrung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wegzehrung>, abgerufen am 23.07.2019.

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