Wegelagerer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Wegelagerers · Nominativ Plural: Wegelagerer
WorttrennungWe-ge-la-ge-rer (computergeneriert)
Wortzerlegungwegelagern-er
eWDG, 1977

Bedeutung

historisch jmd., der an Wegen, Landstraßen jmdm. auflauert, ihn überfällt und beraubt, Strauchdieb
Beispiele:
Gegen Wegelagerer kann ich Soldaten schicken [H. MannVollendung Henri Quatre7,585]
Sie sahen in ihrer dunklen, recht armseligen Kleidung Wegelagerern ähnlicher als Hütern einer demokratischen Ordnung [BredelEnkel235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wegelagerer m. ‘im Hinterhalt liegender, lauernder Straßenräuber’ (18. Jh., Weeglagerer), zuvor frühnhd. wegelager (15. Jh.). Nach mhd. mnd. wegelāgen Vb. ‘den Weg verlegen, am Wege auflauern’, auch mnd. wegelāgeren, frühnhd. wegelagern (15. Jh.). Vgl. mnd. frühnhd. wegelāge f., frühnhd. wegelagunge, -lagerunge f. ‘Hinterhalt, Nachstellung am Straßenrand’ (15. Jh.). Zu ahd. lāgōn ‘lauern, nachstellen’, lāgāri ‘Nachsteller’, lāga f. ‘Legung, Hinterhalt’ (9. Jh.), mhd. lāge, nhd.Lage (s. d.); zu liegen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Straßenräuber · Wegelagerer  ●  ↗Strauchdieb  veraltend · ↗Schnapphahn  fachspr., historisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dieb Raubritter Räuber Strauchdieb journalistisch lauern mittelalterlich modern überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wegelagerer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er morgens aus dem Haus tritt, sind die Wegelagerer vom Fernsehen schon da.
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2000
Wegelagerer zu sein, war eine oft romantische, wenn auch gelegentlich tödliche Tätigkeit.
Die Zeit, 03.06.1988, Nr. 23
In der Tat laufen sie fortwährend Gefahr, von Wegelagerern angegriffen zu werden.
o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 4481
Und Tom Barker war, als er zu Fuß durch die Wälder ging, von Wegelagerern beraubt und erschlagen worden.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 161
Sollte sich der Kollege in seinen Mußestunden doch als Wegelagerer betätigen?
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 423
Zitationshilfe
„Wegelagerer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wegelagerer>, abgerufen am 16.09.2019.

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