Wams, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wamses · Nominativ Plural: Wämser
Aussprache
eWDG, 1977

Bedeutung

veraltend kurze, enganliegende Jacke für Männer
Beispiel:
voran [beim Stierkampf] drei Degentragende mit Schulterklappen über dem kurzen gestrickten Wams [Th. MannKrull8,662]
salopp, übertragen jmdm. das Wams ausklopfenjmdn. verprügeln
Beispiel:
Und wenn ihr den Lausejungen ... die Wämser ausgeklopft habt [LöscherAlles Getrennte217]
historisch für die Männerkleidung des 16.–17. Jahrhunderts charakteristische, oft wattierte, gesteppte Jacke
Beispiele:
ein schwarzes, buntes, seidenes Wams
dann sei der Page darangegangen, ihm Wams und Hosen aufzunesteln [TralowKepler288]
Jacke, die als Unterkleidung für den Harnisch diente
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wams · wamsen
Wams n. enganliegende Männerjacke mit Schoß (2. Hälfte 14. Jh.), mhd. wambeis, wambīs, wambas, wambes ‘unter der Rüstung, unter dem Panzer getragenes Untergewand’ (um 1200), mnd. wambois, wambōs, wammis, mnl. wambaes, wambeis, wambois, wambuus, wammes, nl. wambuis wird als Wort der mittelalterlichen Rittermode aus afrz. gambais, wambais ‘gefüttertes Kleidungsstück unter dem Panzer’ entlehnt (latinisiert zu mlat. wambasium). Dies beruht wohl (vgl. FEW 17, 499) auf einer Entlehnung von got. ahd. anfrk. wamba ‘Bauch’ (s. ↗Wamme), weitergebildet in Anlehnung an afrz. (selten) bambais ‘Baumwolle’, aus spätlat. bambax (woraus ahd. bambas ‘Wams’, 11./12. Jh.), griech. (spät) pámbax (πάμβαξ) ‘Baumwolle’ (s. ↗Bombast); vgl. auch griech. bómbyx (βόμβυξ) ‘Seidenraupe’. Mit der Weiterentwicklung der Kleidermode wird Wams seit der 2. Hälfte des 14. Jhs. ein Teil der bürgerlichen Kleidung (s. oben, heute nur noch in Volkstrachten üblich), bis es im 18. Jh. durch die ärmellose ↗Weste (s. d.) verdrängt wird. wamsen Vb. ‘prügeln’ (18. Jh.), dafür auch jmdm. das Wams ausklopfen (ebenfalls 18. Jh.). Heute meist verwamsen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jacke · ↗Joppe · ↗Rock (Jagd, Forst)  ●  ↗Janker  österr. · Schamper  österr. · ↗Kittel  ugs., alemannisch · Wams  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Helm Hemd Hose Hut Kniebundhose Rock Schuh Stiefel Strumpfhose anziehen blau braun bunt gelb gepolstert grün rot schwarz tragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wams‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hob sie noch einmal und vergrub sie im Wams über dem schlagenden Herzen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1050
Das könnte natürlich in diesem gewagten Outfit gelingen, das an ein Wams erinnert und seinem Träger eine wahrhaft königliche Haltung verleiht.
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2000
Da braucht es etwas Wärme um den Leib, ein fesches bayerisches Wams eventuell.
Die Welt, 13.10.2005
Noch trug der Kaiser unter seinem Wams verborgen jenes kleine Bild.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 184
Wie sorgsam hütete mein Vater dieses schöne Wams, diese hehre Tracht, dieses heilige Gewand.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 434
Zitationshilfe
„Wams“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wams>, abgerufen am 20.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wampum
wampert
Wampe
Wammerl
Wamme
Wämschen
wamsen
Wand
Wandale
Wandalismus