Walze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Walze · Nominativ Plural: Walzen
Aussprache
WorttrennungWal-ze
Wortbildung mit ›Walze‹ als Erstglied: ↗Walzenstuhl · ↗walzenförmig  ·  mit ›Walze‹ als Letztglied: ↗Ackerwalze · ↗Blechwalze · ↗Dampfwalze · ↗Druckwalze · ↗Farbwalze · ↗Feuerwalze · ↗Glattwalze · ↗Straßenwalze
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Mathematik zylindrischer Körper mit kreisförmigem Querschnitt
2.
aus verschiedenem Material bestehender beweglicher, sich um seine eigene Achse drehender Teil an Geräten oder Maschinen, der die Form von 1 hat
Beispiele:
die Walze der Schreibmaschine auswechseln
die Walzen der Rotationsmaschine, des Stahlwerks, einer Wringmaschine
die Walze der Spieluhr
die rotierende Walze des Teppichklopfers [Kultur im Heim1968]
salopp, übertragen
Beispiele:
er legt immer wieder dieselbe Walze auf, spielt immer (noch) die alte Walze, hat immer dieselbe Walze (= redet immer dasselbe, hat immer dasselbe Thema, Anliegen)
das ist doch die alte Walze (= das wurde schon öfter gesagt)
das ist doch mal eine neue Walze, nicht dieser ewige sechsundzwanzigste Juli [FalladaBauern398]
3.
Maschine, deren wichtigster Bestandteil 2 ist
a)
Ackerwalze
Beispiel:
den Boden, Acker mit einer Walze bearbeiten, um Erdklumpen zu beseitigen
b)
Straßenwalze
Beispiel:
der Hof, die Straße wurde mit einer Walze geglättet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Walze1 · walzen1
Walze1 f. ‘Rolle’, ahd. walza ‘(Fuß)schlinge, Fessel’ (10. Jh.), frühnhd. walze ‘Falle, Rolle’ (15. Jh.), mnd. walte ‘Rolle, Walze’, aengl. wealte ‘Ring’, anord. vǫlt ‘Rolle, Walze, Winde’ (germ. *waltō f.) stellt sich wie das Adjektiv anord. valtr ‘unstet, wacklig’, aengl. unwealt ‘standfest’ und das unter ↗walzen (s. d.) behandelte Verb zu einer Dentalerweiterung der unter ↗wallen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. Walze ist wohl ursprünglich ein gedrehtes, gewundenes Instrument (ahd. ‘Schlinge’, s. oben). Die heutige Bedeutung ‘Rolle, zylindrischer Körper’ ist seit frühnhd. Zeit belegt. walzen1 Vb. ‘mit der Walze (be)arbeiten’ (18. Jh.).

Walze2 f. ‘Wanderschaft’, s. ↗walzen Vb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Laufrad · ↗Rolle · ↗Spule · ↗Trommel · Walze · ↗Zylinder
Unterbegriffe
  • Stachelrolle · gespickter Hase
Synonymgruppe
Komplettbereifung · Komplettreifen · ↗Rad  ●  Walze  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Technik
Synonymgruppe
Walze  ●  ↗Straßenwalze  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Musik, Technik
Synonymgruppe
Crescendotritt · Registerschweller · Rollschweller · Walze
Assoziationen
  • Orgel · Pfeifenorgel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bagger Egge Melodie Rad Raupe Scheibe Stift Weltmarktführer Ziehen Zylinder anbringen antreiben befestigen drehbar drehen drehend hinwegrollen hölzern mechanisch pressen riesig rollen rollend rotieren rotierend spannen tonnenschwer verdichten zylindrisch überrollen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Walze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum also sollte man nicht auch von einer Walze drucken?
Die Welt, 08.04.2005
Grüne Reifen sehen nur nicht so "gierig" aus wie breite Walzen.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Wie viele werden sagen, nun sei nach einer Pause von zwei Jahren die jüdisch-bolschewistische Walze wieder aufgelegt?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 90
Jeder hat die seine, und jeder dreht nur eine Walze lebenslänglich um.
Tucholsky, Kurt: Die Mühle. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 26031
Darum ist es auch nicht so umfangreich wie früher gebräuchlich, auf die Walze zu gehen.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 11
Zitationshilfe
„Walze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Walze#1>, abgerufen am 23.07.2019.

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Walze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungWal-ze
eWDG, 1977

Bedeutung

veraltet, umgangssprachlich auf der Walze sein
auf die Walze gehen
als Handwerker wandernd von Ort zu Ort ziehen, auf Wanderschaft sein
Beispiele:
nach der Lehre gingen die Handwerksburschen auf die Walze
Ich habe mich entschlossen, auf die Walze zu gehen [MarchwitzaJugend108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Walze1 · walzen1
Walze1 f. ‘Rolle’, ahd. walza ‘(Fuß)schlinge, Fessel’ (10. Jh.), frühnhd. walze ‘Falle, Rolle’ (15. Jh.), mnd. walte ‘Rolle, Walze’, aengl. wealte ‘Ring’, anord. vǫlt ‘Rolle, Walze, Winde’ (germ. *waltō f.) stellt sich wie das Adjektiv anord. valtr ‘unstet, wacklig’, aengl. unwealt ‘standfest’ und das unter ↗walzen (s. d.) behandelte Verb zu einer Dentalerweiterung der unter ↗wallen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. Walze ist wohl ursprünglich ein gedrehtes, gewundenes Instrument (ahd. ‘Schlinge’, s. oben). Die heutige Bedeutung ‘Rolle, zylindrischer Körper’ ist seit frühnhd. Zeit belegt. walzen1 Vb. ‘mit der Walze (be)arbeiten’ (18. Jh.).

Walze2 f. ‘Wanderschaft’, s. ↗walzen Vb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Laufrad · ↗Rolle · ↗Spule · ↗Trommel · Walze · ↗Zylinder
Unterbegriffe
  • Stachelrolle · gespickter Hase
Synonymgruppe
Komplettbereifung · Komplettreifen · ↗Rad  ●  Walze  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Technik
Synonymgruppe
Walze  ●  ↗Straßenwalze  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Musik, Technik
Synonymgruppe
Crescendotritt · Registerschweller · Rollschweller · Walze
Assoziationen
  • Orgel · Pfeifenorgel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bagger Egge Melodie Rad Raupe Scheibe Stift Weltmarktführer Ziehen Zylinder anbringen antreiben befestigen drehbar drehen drehend hinwegrollen hölzern mechanisch pressen riesig rollen rollend rotieren rotierend spannen tonnenschwer verdichten zylindrisch überrollen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Walze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum also sollte man nicht auch von einer Walze drucken?
Die Welt, 08.04.2005
Grüne Reifen sehen nur nicht so "gierig" aus wie breite Walzen.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Wie viele werden sagen, nun sei nach einer Pause von zwei Jahren die jüdisch-bolschewistische Walze wieder aufgelegt?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 90
Jeder hat die seine, und jeder dreht nur eine Walze lebenslänglich um.
Tucholsky, Kurt: Die Mühle. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 26031
Darum ist es auch nicht so umfangreich wie früher gebräuchlich, auf die Walze zu gehen.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 11
Zitationshilfe
„Walze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Walze#2>, abgerufen am 23.07.2019.

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