Waise, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Waise · Nominativ Plural: Waisen
Aussprache
WorttrennungWai-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Waise‹ als Erstglied: ↗Waisengericht · ↗Waisenhaus · ↗Waisenkind · ↗Waisenknabe · ↗Waisenrente · ↗Waisenunterstützung
eWDG, 1977

Bedeutung

Kind, dessen Eltern gestorben sind
Beispiel:
die Waise wurde in einem Heim erzogen, von einer Familie adoptiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Waise · verwaisen
Waise f. ‘Kind, dessen Eltern verstorben sind’, ahd. weiso (9. Jh.), mhd. weise, mnd. mnl. wēse, nl. wees wird meist mit ahd. wīsan ‘(ver)meiden’ (9. Jh.; vgl. biwīsan, um 800) und lat. dīvidere ‘trennen, zer-, ab-, ein-, austeilen’ zu der unter ↗Witwe (s. d.) dargestellten Ausgangsform ie. *u̯eidh-, *u̯idh- ‘trennen’ gestellt. Anders Seebold 547 f., der lat. vītāre ‘meiden’, toch. AB wik- ‘vermeiden, sich fernhalten von, verzichten auf’ heranzieht und von einer Wurzel ie. *u̯ei- ‘drehen, biegen’ (s. ↗Weide) ausgehen will. Schreibung mit ai entstammt bair.-öst. Schreibgewohnheit (s. auch ↗Kaiser) und wird von Luther übernommen, so daß sich eine orthographische Unterscheidung zu Weise und weise ergibt. Ahd. weiso ist nur Mask., mhd. weise zeigt auch fem. Genus, das sich vom 18. Jh. an durchsetzt. verwaisen Vb. ‘die Eltern verlieren, verlassen werden, allein sein’, mhd. verweisen ‘zur Waise werden oder machen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Waise · ↗Waisenkind · elternloses Kind
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aids Arme Bedürftige Behinderte Beschützer Bettler Ehegatte Ehepartner Erziehungsbeirat Findelkind Fürsorge Halbwaise Heim Invalide Kranke Kriegsbeschädigte Krüppel Rächer Straßenkind Witwe Witwer adelig adoptieren arm aufwachsen beistehen deklarieren geworden mittellos schulentlassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Waise‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es muß keiner zwangsläufig selbst Waise sein, um mit einem elternlosen Helden mitfühlen zu können.
Die Welt, 12.07.2005
Das Virus soll schon nahezu eine Million Kinder zu Waisen gemacht haben.
Süddeutsche Zeitung, 06.02.2004
Sie war als Waise aufgewachsen, irgendwo in einem finsteren Haus auf dem Lande.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 150
Als er uns verlassen hatte, war mir halb zumute wie einer Waise.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18184
Und ich stützte die Bauern, und sie waren mir gesinnt wie eine Waise gegen die Mutter.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 15241
Zitationshilfe
„Waise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Waise>, abgerufen am 16.10.2019.

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