Wahlspruch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungWahl-spruch
WortzerlegungWahlSpruch
eWDG, 1977

Bedeutung

kurz und einprägsam formuliertes Prinzip, das sich jmd. als Richtschnur seines Handelns gewählt hat, Devise, Parole, Motto, Losung
Beispiel:
»Niemals müßig!« und »Nicht locker lassen!« waren seine [Robert Kochs] Wahlsprüche [Urania1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wählen · Wahl · Wahlverwandtschaft · Wahlspruch · erwählen · Wähler · wählerisch
wählen Vb. ‘(unter mehreren Möglichkeiten) aussuchen, nach eigenem Ermessen bestimmen’, ahd. wellen (8. Jh.), mhd. weln, wel(l)en, anord. velja, schwed. välja, got. waljan ist zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’ gebildet. Ahd. wellen (aus germ. *waljan) tritt auch als Infinitiv in das Paradigma des unter ↗wollen behandelten Verbs ein. Wahl f. ‘Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß’, ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n., schwed. val n.; Bildung zum Verb. Wahlverwandtschaft f. das Bestreben chemischer Stoffe, eine Verbindung einzugehen, ein Übersetzungswort, zuerst (Weigel 1779) für attractio electiva, dann für lat. affīnitas (s. ↗Affinität). Seit Goethe (Die Wahlverwandtschaften 1809) in übertragenem Sinne ‘Verbundenheit in innerer Übereinstimmung’. Wahlspruch m. ‘Motto, Devise’ (1648, Zesen). erwählen Vb. ‘aussuchen, durch Wahl bestimmen’, ahd. irwellen (um 800), mhd. erweln, erwellen. Wähler m. mhd. welære, wel(l)er ‘wer jmdn. in ein Amt wählt’, zuerst von den den König wählenden Kurfürsten. wählerisch Adj. ‘sorgfältig auswählend, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt’ (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Devise · ↗Leitsatz · ↗Leitspruch · ↗Losung · ↗Maxime · ↗Motto · ↗Parole · ↗Sinnspruch · ↗Slogan · Wahlspruch  ●  ↗Mantra  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufklärung Bischof Wappen bewahrheiten bischöflich heißen lateinisch lauten prangen preußisch verkünden wiederholen wählen zitieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wahlspruch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser Wahlspruch führte christdemokratische Politiker in anderen Zeiten zu großen Erfolgen.
Süddeutsche Zeitung, 29.03.2001
Frei ist nur, wer auch wirtschaftlich unabhängig ist, lautet der neue Wahlspruch der algerischen Politiker.
Die Zeit, 18.04.1969, Nr. 16
Für eine konservative Partei ist das ein geradezu absurder Wahlspruch.
Der Tagesspiegel, 18.07.2000
Aus dieser inneren Sicherheit stammt sein Wahlspruch »Friede mit allen«.
Schimmel-Tari, A.: Akbar. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 699
Dieser bezeichnete den Satz als den Wahlspruch des Bibliothekars, der nicht für sich, sondern für andere arbeiten müsse.
Röhrich, Lutz: Dienst, Diensteid. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6382
Zitationshilfe
„Wahlspruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wahlspruch>, abgerufen am 17.09.2019.

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