Wagnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Wagnisses · Nominativ Plural: Wagnisse
Aussprache
WorttrennungWag-nis (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

gewagtes Unternehmen
a)
kühne, gefährliche Tat
Beispiele:
ein gefährliches, tollkühnes Wagnis
diese Bergtour war ein Wagnis
ein Wagnis versuchen, bestehen
sich in ein Wagnis stürzen
Sie ... erzählen ihre Wagnisse [StifterBergkristall2,289]
b)
Risiko
Beispiele:
diese Spekulation ist ein großes Wagnis
ein Wagnis eingehen
ein Wagnis auf sich nehmen
sich auf kein Wagnis einlassen
Vielleicht begehe ich ein gewisses Wagnis, wenn ich Ihnen mehr vertraue als meinem ärztlichen Gewissen [St. ZweigUngeduld235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wagen · Wagnis · Wagehals · wag(e)halsig
wagen Vb. ‘kühn unternehmen, etw. auf gut Glück riskieren, aufs Spiel setzen’, mhd. wāgen ‘in die Waagschale legen, aufs Geratewohl daransetzen oder tun, einem ungewissen Ausgang anheimgeben’, mnd. wāgen, mnl. wāghen, nl. wagen, abgeleitet von dem unter ↗Waage (s. d.) dargestellten Substantiv. Vgl. Wendungen wie mhd. den līp ūf die wāge lān ‘sein Leben riskieren, es aufs Spiel setzen’, er gap sich in wāge ‘überließ sich dem ungewissen Ausgang’. Wagnis n. ‘Risiko, kühnes Unterfangen’ (16. Jh.), wohl in der obd. Kanzleisprache entstanden und erst nach 1800 allgemein gebräuchlich. Wagehals m. ‘Draufgänger, kühner, mutiger Mensch’ (15. Jh.), in der Art imperativischer Satznamen gebildet nach den Hals (‘das Leben’) wagen. Älter ist der urkundlich bezeugte Name Johan Waginhals (14. Jh.). wag(e)halsig Adj. ‘sich verwegen in Gefahr begebend, tollkühn’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Risiko · ↗Unterfangen · ↗Wagestück · Wagnis · riskantes Unternehmen
Unterbegriffe
  • Unternehmerrisiko · unternehmerisches Risiko
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mut Selbstständigkeit architektonisch atemberaubend belohnen eingegangen eingehen einlassen erzählerisch existenziell geglückt glücken halsbrecherisch kalkulierbar kühn künstlerisch lebensgefährlich lohnen scheuen stilistisch tollkühn unerhört ungeheuer unkalkulierbar unternehmen unternehmerisch verlegerisch ziemlich ästhetisch äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wagnis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sich darauf zu verlassen, wäre nach den Erfahrungen der vergangen Jahre gewiß ein Wagnis, trotz dieser lauteren Absichten.
Der Tagesspiegel, 08.12.1998
Ein Wagnis, das ihr vertretbar erschien, zum wilden Hasardieren war sie eigentlich zu bedächtig.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.1994
Aber im ethischen Wagnis darf es doch nur sein Absehen sein, Gottes Willen zu erfüllen.
Lau, F.: Gesetz. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16083
Die ganze Welt ist gegen sie und doch nehmen sie das Wagnis auf sich.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Bauer liest und hört gelegentlich von solchen Wagnissen der Wissenschaft.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 263
Zitationshilfe
„Wagnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Wagnis>, abgerufen am 19.06.2019.

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