Waage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Waage · Nominativ Plural: Waagen
Aussprache
WorttrennungWaa-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Waage‹ als Erstglied: ↗Waagemeister · ↗Waagenfabrik · ↗Waagmeister · ↗Waagschale · ↗waagerecht · ↗waagrecht
 ·  mit ›Waage‹ als Letztglied: ↗Arztwaage · ↗Balkenwaage · ↗Briefwaage · ↗Brückenwaage · ↗Dezimalwaage · ↗Federwaage · ↗Feinwaage · ↗Goldwaage · ↗Küchenwaage · ↗Laufgewichtswaage · ↗Läuferwaage · ↗Mostwaage · ↗Personenwaage · ↗Präzisionswaage · ↗Schnellwaage · ↗Senkwaage · ↗Standwaage · ↗Säuglingswaage · ↗Tafelwaage · ↗Tarierwaage · ↗Wasserwaage · ↗Öchslewaage
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Gerät zur Gewichtsbestimmung, das darauf beruht, dass der Schwerkraft des zu wägenden Körpers eine bekannte Kraft, meist ein Gewicht, entgegenwirkt
Beispiele:
die Waage ist im Gleichgewicht, geht genau
etw. auf die Waage legen
Mehl, Obst mit der Waage (ab)wiegen
sich auf die Waage stellen
bildlich
Beispiele:
seine Stimme war das Zünglein an der Waage (= gab den Ausschlag)
eine elektromagnetische, hydraulische Waage
der Altwarenhändler hängte den Sack mit Lumpen an seine Waage
2.
nur im Singular
Gleichgewichtslage
Beispiele:
etw. hält einer Sache, sich [Dativ] die Waage (= das Gleichgewicht)
die aufeinander wirkenden Kräfte halten sich [Dativ] die Waage (= sind gleich)
bildlich
Beispiele:
Vor- und Nachteile halten sich [Dativ] die Waage (= gleichen sich aus)
Die Freude ... hielt der Traurigkeit die Waage (= wog sie auf) [Th. MannJoseph4,27]
3.
Gerät mit einer in einer Flüssigkeit schwimmenden Luftblase zur Bestimmung der Waagerechten
Beispiel:
der Maurer legt die Waage an
4.
Turnen Turnübung, wobei der Körper eine waagerechte Lage einnimmt
Beispiel:
eine Waage am Barren turnen
5.
Astronomie Sternbild; Tierkreiszeichen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Waage · waagerecht · Waagschale
Waage f. ‘Gerät zum Feststellen des Gewichts’, ahd. wāga ‘Waage, Waagschale, Gewicht’ (8. Jh.), mhd. mnd. wāge ‘(öffentliche, städtische) Waage, Waagamt, Kippe, ungewisser Ausgang, Wagnis, Schwere, (ein bestimmtes) Gewicht’, asächs. wāga ‘Waagschale’, mnl. wāghe ‘Waage, Waagschale, Gewicht, Druck’, nl. waag ‘Waage’, aengl. wǣge ‘Waagschale, Gewicht’, anord. vāg ‘Waage, Gewicht, Hebel, Brechstange’, schwed. våg ‘Waage’ (germ. *wēgō) gehört mit den unter ↗bewegen (s. d.) genannten Formen zur Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’; das Substantiv ist daher als ‘das sich Bewegende (hin und her, auf und ab)’ zu verstehen. Die Germanen lernen die Waage ohne Zunge und Schere durch die Römer kennen. Die alte Bedeutung ‘Schwere, Gewicht’ hält sich vereinzelt bis ins 18. Jh. Schreibung mit -aa- wird (zur deutlichen Unterscheidung gegenüber Wagen) 1927 festgelegt. In fester Wendung jmdm. die Waage halten ‘ihm gewachsen sein’, eigentlich wohl ‘Gleichgewicht halten’. waagerecht Adj. ‘horizontal’, eigentlich ‘wie die Waage geradestehend, ohne Ausschlag nach irgendeiner Seite’ (16. Jh.). Waagschale f. ‘Schale, auf die das Gewicht oder das zu Wiegende (zu Wägende) gelegt wird’, ahd. wāgscāla (Hs. 13. Jh.), geläufig seit 15. Jh.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Waage [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Astronomie
Synonymgruppe
Waage  ●  ↗Libra  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gewicht Gewichtskontrolle Gramm Justitia Kg Kilo Kilogramm Lebendgewicht Leergewicht Lufttypus Meßgerät Pfund Schale Skorpion Sternbild Sternzeichen Tonne Wassermann Zeiger Zentner Zwilling Zünglein abwiegen anzeigen ausschlagen bringen geeicht neigen wuchten wägen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Waage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mindestens jedes zehnte Kind bringt schon zuviel auf die Waage.
Bild, 27.01.2005
Die Sterne haben sich 2000 für die Waage entschieden, und sie meinen es gut.
Der Tagesspiegel, 30.12.1999
Unweit der Waage traten zwei Männer aus dem Dunkel des Fuggerschen Hauses in den Lärm.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 290
Damit habe er das entscheidende Gewicht in die schwebende Waage geworfen.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 1058
Die Götter kommen wieder hervor und stellen sich an der Waage auf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 190
Zitationshilfe
„Waage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Waage>, abgerufen am 22.05.2019.

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